"Damit das oben beschriebene günstige Szenario eintritt, müssen die kurzfristige Gefahr einer Deflation und die langfristigere einer Inflation beseitigt werden. Zwar drücken zurzeit Überkapazitäten die Preise, aber in der Zukunft sehe ich die Inflation als die größere Herausforderung. Der Statistik nach müsste sie etwa 2012 auftreten, falls politischer Druck die Zentralbanken daran hindert, ihre aufgeblasenen Bilanzen zügig in den Griff zu bekommen."
Das mit Deflation bzw. Inflation sehe ich ähnlich wie Greenspan, allerdings enthält die Argumentation einen simplen Anfängerfehler. Aufgeblasene Zentralbankbilanzen gehen nicht zwingend mit höheren Geldmengen einher - so können wir momentan sehen, dass sich die Bilanzsumme der Fed zwar verdoppelt hat, aber die Geldmenge M3 nur mit einer Rate von 5,5% wächst. Die Ursache für diese Diskrepanz ist, dass die Banken ihre Geld nicht am Geldmarkt anlegen, sondern bei den Zentralbanken, und das Geld nicht am Geldmarkt leihen, sondern bei den Zentralbanken - beides bläht die Bilanzsumme der Notenbanken auf, aber nicht die wirksame Geldmenge. Nur die Zusammensetzung von M3 ändert sich - und daher ist auch die Gefahr einer geldmengeninduzierten Inflation wesentlich geringer als dargestellt, obwohl sie natürlich vorhanden ist.