Aktuelle Untersuchung zum Neuen Markt: Höhe des immateriellen Anlagevermögens steht mit der Aktienkursperformance in engem Zusammenhang - Übernahmen werden vom Kapitalmarkt häufig bestraft
In einer aktuellen Analyse wurde der Zusammenhang zwischen der Höhe des immateriellen Anlagevermögens untersucht. Motiviert wurde diese Untersuchung durch die Tatsache, dass viele Unternehmen im Rahmen des letzten Jahresabschlusses zum Teil erhebliche Abschreibungen auf diese Bilanzposition vorgenommen haben, wodurch sich das Risiko von immateriellen Anlagegütern offenbart hat. Basierend auf der Hypothese, dass das Vorhandensein eines hohen immateriellen Vermögens die Risikoposition eines Unternehmens erhöht und damit eine höhere Rendite erwartet werden darf, wurde untersucht, inwieweit das immaterielle Vermögen einen signifikanten Beitrag zur Kursperformance liefert. Die Ergebnisse sind überraschend: Seit Anfang des Jahres 2000 konnte ein statistisch signifikanter negativer Zusammenhang zwischen der Höhe des immateriellen Anlagevermögens und der Aktienkursperformance nachgewiesen werden, das heißt je höher der Anteil des immateriellen Vermögens desto schlechter schnitt die Aktie ab.
Einen wesentlichen Grund für den negativen Zusammenhang vermuten die Analysten der GZ-Bank AG in der Akquisitionsfreudigkeit der Unternehmen des Neuen Marktes in den letzten Jahren, denn vom gesamten immateriellen Anlagevermögen ist der überwiegende Teil dem Goodwill aus Firmenübernahmen zuzurechen. Dies korrespondiert mit der Beobachtung, dass Übernahmen in vielen Fällen eine Belastung für das operative Geschäft dargestellt haben. Dabei wurde nach Meinung der GZ-Bank-Analysten zusätzliche Umsatzpotenziale häufig überschätzt sowie Kostensteigerungen unterschätzt. Die Analyse zeigt, dass der Kapitalmarkt sich gegenüber akquisitionsfreudigen Unternehmen in Zurückhaltung übt und diese Gesellschaften oft mit einer unterdurchschnittlichen Aktienkursentwicklung bestraft. Andererseits wiesen Aktien von Gesellschaften, die einen geringen Anteil immateriellen Anlagevermögens ausweisen, im Durchschnitt eine deutliche Outperformance gegenüber dem NEMAX All Share. Dabei handelt es sich meist um Unternehmen, die in der Vergangenheit überwiegend organisch gewachsen sind. Zudem weisen sie in der Regel eine konservative Bilanzierungspolitik auf und verzichten auf eine Aktivierung von F&E Aufwand als immateriellen Vermögensgegenstand.
Im Rahmen der aktuellen Branchenanalyse wurden Aktien von Internetportalen unter die Lupe genommen. Kurzfristig erwarten die GZ-Bank-Experten keine nachhaltige Kurserholung dieser Aktien. Dafür sprechen das erwartete verhaltenere Wachstum des E-Commerce und des Online-Werbemarktes. Ferner müssen die Unternehmen die an kostenfreie Dienste und User gewöhnten Nutzer zukünftig zu Service-Abonnenten umerziehen, wobei es sich um einen langwierigen Prozess handelt. Zudem sind neue Wachstumstreiber wie die Einführung breitbandiger Übertragungstechnologien erst auf längere Sicht absehbar. Für einen Einstieg in diese Aktien ist es nach Ermessen der Analysten der GZ-Bank AG jedoch ungeachtet der stark zurückgekommenen Kurse derzeit noch zu früh.
(Quelle: GZ-Bank)
07.06.2001 11:57
In einer aktuellen Analyse wurde der Zusammenhang zwischen der Höhe des immateriellen Anlagevermögens untersucht. Motiviert wurde diese Untersuchung durch die Tatsache, dass viele Unternehmen im Rahmen des letzten Jahresabschlusses zum Teil erhebliche Abschreibungen auf diese Bilanzposition vorgenommen haben, wodurch sich das Risiko von immateriellen Anlagegütern offenbart hat. Basierend auf der Hypothese, dass das Vorhandensein eines hohen immateriellen Vermögens die Risikoposition eines Unternehmens erhöht und damit eine höhere Rendite erwartet werden darf, wurde untersucht, inwieweit das immaterielle Vermögen einen signifikanten Beitrag zur Kursperformance liefert. Die Ergebnisse sind überraschend: Seit Anfang des Jahres 2000 konnte ein statistisch signifikanter negativer Zusammenhang zwischen der Höhe des immateriellen Anlagevermögens und der Aktienkursperformance nachgewiesen werden, das heißt je höher der Anteil des immateriellen Vermögens desto schlechter schnitt die Aktie ab.
Einen wesentlichen Grund für den negativen Zusammenhang vermuten die Analysten der GZ-Bank AG in der Akquisitionsfreudigkeit der Unternehmen des Neuen Marktes in den letzten Jahren, denn vom gesamten immateriellen Anlagevermögen ist der überwiegende Teil dem Goodwill aus Firmenübernahmen zuzurechen. Dies korrespondiert mit der Beobachtung, dass Übernahmen in vielen Fällen eine Belastung für das operative Geschäft dargestellt haben. Dabei wurde nach Meinung der GZ-Bank-Analysten zusätzliche Umsatzpotenziale häufig überschätzt sowie Kostensteigerungen unterschätzt. Die Analyse zeigt, dass der Kapitalmarkt sich gegenüber akquisitionsfreudigen Unternehmen in Zurückhaltung übt und diese Gesellschaften oft mit einer unterdurchschnittlichen Aktienkursentwicklung bestraft. Andererseits wiesen Aktien von Gesellschaften, die einen geringen Anteil immateriellen Anlagevermögens ausweisen, im Durchschnitt eine deutliche Outperformance gegenüber dem NEMAX All Share. Dabei handelt es sich meist um Unternehmen, die in der Vergangenheit überwiegend organisch gewachsen sind. Zudem weisen sie in der Regel eine konservative Bilanzierungspolitik auf und verzichten auf eine Aktivierung von F&E Aufwand als immateriellen Vermögensgegenstand.
Im Rahmen der aktuellen Branchenanalyse wurden Aktien von Internetportalen unter die Lupe genommen. Kurzfristig erwarten die GZ-Bank-Experten keine nachhaltige Kurserholung dieser Aktien. Dafür sprechen das erwartete verhaltenere Wachstum des E-Commerce und des Online-Werbemarktes. Ferner müssen die Unternehmen die an kostenfreie Dienste und User gewöhnten Nutzer zukünftig zu Service-Abonnenten umerziehen, wobei es sich um einen langwierigen Prozess handelt. Zudem sind neue Wachstumstreiber wie die Einführung breitbandiger Übertragungstechnologien erst auf längere Sicht absehbar. Für einen Einstieg in diese Aktien ist es nach Ermessen der Analysten der GZ-Bank AG jedoch ungeachtet der stark zurückgekommenen Kurse derzeit noch zu früh.
(Quelle: GZ-Bank)
07.06.2001 11:57