Aktienfonds: Alles nicht so schlimm?


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Dixie:

Aktienfonds: Alles nicht so schlimm?

 
10.09.01 12:29
Die Zahl der Aktionäre hat in Deutschland im ersten Halbjahr 2001 trotz der enttäuschenden Kursentwicklung weiter zugenommen. Wie das Deutsche Aktieninstitut ermittelte, besitzen derzeit 13,4 Mio. Anleger oder 21 Prozent der Bevölkerung Aktien oder Anteile an Aktienfonds. Zwar sei die Zahl der direkten Aktionäre im Vergleich zum Vorjahr um 252.000 auf 5,96 Mio. gesunken, doch dieser Rückgang sei durch eine Zunahme der Zahl der Aktienfondsbesitzer um 1,8 Mio. auf 10,2 Mio. mehr als kompensiert worden. Die neue Aktienkultur ist primär eine Fondskultur, so Rüdiger von Rosen, Vorstandsmitglied des Aktieninstituts.
Von Rosen stellte weiterhin fest, dass sich das Anlageverhalten der Menschen in den alten und den neuen Bundesländern noch immer stark unterscheidet. In Westdeutschland hätten sich die Privatanleger von der aktuellen Börsenkrise praktisch kaum verunsichern lassen. Laut von Rosen sank die Zahl der direkten Aktionäre in den alten Bundesländern lediglich um 1,9 Prozent, während sie in den neuen Ländern um 22,9 Prozent zurückging. Die Zahl der Aktien- und Fondsbesitzer bezifferte das Deutsche Aktieninstitut in den alten Ländern auf 22,5 Prozent und in Ostdeutschland auf 15,4 Prozent der Bevölkerung. Wie das Institut mitteilte, ist seit 1997 die Zahl der in Einzelwerten investierten Aktionäre um 52 Prozent gestiegen, die Zahl der Aktienfondsbesitzer konnte sogar um 341 Prozent zulegen.

Auch eine Umfrage des Marktforschungsinstitutes Forsa im Auftrag von Union Investment unterstützt die These, dass Anleger die weitere Entwicklung der Aktien- und Rentenmärkte wieder wesentlich optimistischer einschätzen als noch zu Beginn des Jahres. Weniger Zuversicht besteht allerdings im Hinblick auf die eigene Finanzsituation für die kommenden Monate. Zu Beginn dieses Jahres startete Union Investment eine quartalsweise laufende Befragung von 500 Finanzentscheidern im Alter zwischen 20 und 59 Jahren in privaten Haushalten.

Die Finanzentscheider sind nach den Umfrage-Ergebnissen des zweiten Quartals 2001 etwas optimistischer gegenüber der Entwicklung an den Aktienmärkten gestimmt als noch im ersten Quartal. Mit leicht steigenden Kursen rechnen demnach 42 Prozent der Befragten, vier Prozent gehen sogar von stark steigenden Aktiennotierungen aus. Lediglich 18 Prozent rechnen noch mit fallenden Aktienkursen. Das Interesse der Anleger an Aktien ist nach wie vor stark, so dass die in den vergangenen Jahren entstandene Aktienkultur in Deutschland wohl keinen all zu großen Schaden durch die Börsenturbulenzen der letzten Zeit erleiden dürfte, so Hans Joachim Reinke, Geschäftsführer der Union Investment. Dies belegen auch zwei weitere Umfrageergebnisse der Studie: Von den Anlegern, die bereits in Aktien oder Aktienfonds investiert sind, beabsichtigen 46 Prozent ihr Engagement zu verstärken, während 27 Prozent dies beibehalten und 24 Prozent reduzieren wollen. Aus der Gruppe derjenigen, die bisher Aktien oder Aktienfonds eher reserviert gegenüberstanden, planen immerhin 51 Prozent künftig in dieser Anlageform zu investieren.

Bei der Frage nach den Sparmotiven haben 80 Prozent der Interviewten die Private Vorsorge für sich selbst im Alter genannt. Als weitere wichtige Spargründe bezeichneten 78 Prozent der Bürger Rücklagen für Notfälle und 65 Prozent den Wunsch nach Unabhängigkeit. Mit Blick auf die steigende Eigenverantwortung in Sachen Altersvorsorge werden nach Meinung von Reinke gerade Investmentfonds für den langfristigen Vermögensaufbau mehr und mehr an Bedeutung gewinnen: Angesichts der weiterhin insgesamt positiven Stimmung der Anleger gehen wir davon aus, dass diese sich weiter an den Wertpapiermärkten engagieren werden.


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