Acampora-Kolumne: Vermeintlich dickes Ende
15.06.2003 11:17:00
Die Wall-Street-Kolumne von Ralph Acampora - Top-Analyst bei Prudential Sec.
Vermeintlich dickes Ende
Das dicke Ende kommt dann am Schluss doch noch. Nachdem Wall Street wieder einmal vier gute Tage in Folge hingelegt hatte, gab’s am Freitag einen Denkzettel von den Konsumenten. Deren Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung Amerikas ist im laufenden Monat geschwunden - wer mag es ihnen angesichts massiver Sorgen um den Arbeitsplatz verdenken. Gemessen hat das wie immer die Universität von Michigan. Nach deren vorläufigen Berechnungen sank der Index für das Verbrauchervertrauen auf 87,2 von 91,4 Punkten im Vormonat. Volkswirte waren dagegen von einem Anstieg auf 93,4 Zähler ausgegangen.
Die Börse reagiert prompt: Wall Street rutschte nach anfänglichen Gewinnen am Freitag klar ins Minus. Eine verständliche Reaktion, gilt der Index der Uni Michigan doch als wichtigstes Barometer für die Konsumausgaben meiner Landsleute. Und wie bedeutend die wiederum für die Entwicklung des Landes insgesamt sind, zeigt die simple Tatsache, dass der Konsum immerhin zwei Drittel der amerikanischen Wirtschaftsleistung ausmacht.
Doch die schlechte Nachricht hat auch ihre gute Seite. Jetzt rechnen immer mehr Börsianer damit, dass die US-Notenbank bei ihrem nächsten Treffen Ende Juni die Leitzinsen ein weiteres Mal senken wird. Und - was wohl noch viel wichtiger ist - sie denn auch auf niedrigem Niveau belassen wird. Den Aktien dürfte das dann wieder Auftrieb geben. Darum bleibe ich dabei: Die Rally an Wall Street geht weiter, das dicke Ende der vergangenen Woche war noch keinesfalls das dicke Ende des Aufschwungs an den Börsen.
Ralph Acampora ist Leiter der technischen Analyse bei der US-Investmentbank Prudential Securities. Er tritt in den USA regelmäßig in verschiedenen Fernsehkanälen auf und gehört aufgrund seiner Treffsicherheit zu den bekanntesten Analysten der Welt. Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die Smarthouse Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.
-ra- / -red-
15.06.2003 11:17:00
Die Wall-Street-Kolumne von Ralph Acampora - Top-Analyst bei Prudential Sec.
Vermeintlich dickes Ende
Das dicke Ende kommt dann am Schluss doch noch. Nachdem Wall Street wieder einmal vier gute Tage in Folge hingelegt hatte, gab’s am Freitag einen Denkzettel von den Konsumenten. Deren Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung Amerikas ist im laufenden Monat geschwunden - wer mag es ihnen angesichts massiver Sorgen um den Arbeitsplatz verdenken. Gemessen hat das wie immer die Universität von Michigan. Nach deren vorläufigen Berechnungen sank der Index für das Verbrauchervertrauen auf 87,2 von 91,4 Punkten im Vormonat. Volkswirte waren dagegen von einem Anstieg auf 93,4 Zähler ausgegangen.
Die Börse reagiert prompt: Wall Street rutschte nach anfänglichen Gewinnen am Freitag klar ins Minus. Eine verständliche Reaktion, gilt der Index der Uni Michigan doch als wichtigstes Barometer für die Konsumausgaben meiner Landsleute. Und wie bedeutend die wiederum für die Entwicklung des Landes insgesamt sind, zeigt die simple Tatsache, dass der Konsum immerhin zwei Drittel der amerikanischen Wirtschaftsleistung ausmacht.
Doch die schlechte Nachricht hat auch ihre gute Seite. Jetzt rechnen immer mehr Börsianer damit, dass die US-Notenbank bei ihrem nächsten Treffen Ende Juni die Leitzinsen ein weiteres Mal senken wird. Und - was wohl noch viel wichtiger ist - sie denn auch auf niedrigem Niveau belassen wird. Den Aktien dürfte das dann wieder Auftrieb geben. Darum bleibe ich dabei: Die Rally an Wall Street geht weiter, das dicke Ende der vergangenen Woche war noch keinesfalls das dicke Ende des Aufschwungs an den Börsen.
Ralph Acampora ist Leiter der technischen Analyse bei der US-Investmentbank Prudential Securities. Er tritt in den USA regelmäßig in verschiedenen Fernsehkanälen auf und gehört aufgrund seiner Treffsicherheit zu den bekanntesten Analysten der Welt. Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die Smarthouse Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.
-ra- / -red-
Boxenbauer