"Die Zahlen hatte gestern Reinhard Hock in diesem Artikel ausführlich beleuchtet, heute werfen wir einen Blick auf das katastrophale Big Picture der Thyssenkrupp-Aktie. Insbesondere der Kursrutsch der letzten Monate ans Allzeittief kam keinesfalls überraschend, sehr bärische Kursmuster hatten ihn angedeutet. Anbei der Chart aus meiner letzten Plus-Analyse aus dem Mai mit dem aktuellen Verlauf:
Neues Allzeittief verheißt nichts Gutes
Mit dem Crash Anfang 2020 vereitelte die Aktie einen Trendwendeversuch im Bereich der Tiefs aus 2008 und 2012. Das Scheitern der Bullen löste gepaart mit dem Corona-Crash eine massive Verkaufswelle aus, der Aktienkurs drittelte sich binnen kürzester Zeit. Die anschließende Erholung holte die kompletten Verluste wieder ein
Ein volatiler Stabilisierungsversuch scheiterte letztlich. Die Kursmuster im Big Picture blieben schwach. Im Juni 2024 folgte schließlich das nächste Verkaufssignal, das im aktuellen Einbruch mündet. Das schwache Chartbild der vergangenen Jahre würde hier weitere Verluste in Richtung 2,50 und 1,80 EUR auf mittel- bis langfristige Sicht möglich machen.
Von Kaufsignalen ist die Aktie Lichtjahre entfernt. Eine nachhaltige Rückkehr über das 2020er Tief bei 3,28 EUR würde zumindest theoretische Chancen auf eine größere Erholung bieten. Solide Kaufsignale würden aber erst oberhalb von 4,450 und 5,60 EUR entstehen.
Fazit: Aus charttechnischer Sicht könnte sich der Abverkauf weiter beschleunigen. Allerdings ist die dunkelste Stunde bekanntlich die vor Sonnenaufgang, weshalb das Überraschungsmoment klar auf Seiten der Bullen liegt. Wird der laufende Abverkauf nach den Zahlen scharf gekontert, könnten tatsächlich größere Erholungsversuche unternommen werden. Ohne Trendwendeansatz heißt es aber weiterhin: Finger weg von der Aktie! Es gibt weit bessere Papiere auf der Long-Seite."


