2008: Anlagechancen gibt es nicht lebenslang


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Libuda:

2008: Anlagechancen gibt es nicht lebenslang

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24.12.07 14:57
daher muss man sein Eisen schmieden, so lange es warm ist. Dabei sollte man sich nicht von den Pessimisten um eine weitere Kursverdoppelung in den nachsten drei Jahren bringen lassen - denn danach sint tatsächlich magerere Zeiten denkbar. Lasst Euch also nicht von Anbetern des Weltuntergangs um Eure Chancen bringen, denn Ihr könnt ja auch nichts dafür, dass einige nach dem Marsch durch die Institutionen sich in den Jahren 1999/2000 plötzlich reich genug fühlten, um in die von ihnen früher so verteufelten Aktien zu gehen. Wie das in 1999/2000 für die Neureichen am Neuen Markt ausging, wissen wir alle. Seit dieser Zeit sind sie wieder ärmer, fassen das Teufelszeug Aktie nicht mehr an - haben aber dafür ihren Seelenfrieden wieder, warten mit zusammen mit Karl Marx auf den Weltuntergang in der letzten finalen Krise und müllen die Aktienboards in aller Welt voll.

Wie ist aber nun die Realität? Die Bewertung im DAX ist derzeit aufgrund der starken Gewinnsteigerungen der letzten Jahre noch günstiger als in 2003, denn wir haben gerade einmal ein KGV von 13. Der historische Durchschnitt ist 17, sodass sich von hieraus schon ein DAX von über 10.000 rechtfertigen lässt. Hinzu kommt, dass dieser Schnitt von 17 auf einem durchschnittlichen Realzins basiert, der wesentlich höher war als der heutige - was weitere Kurssteigerungen rechtfertigt. Folglich ist schon heute der Fair Value des DAX eher bei 12.000 - und dass wir da noch nicht sind, hängt mit der nachwievor vorhandenen Risikoaversion zusammen, die sich sehr viel langsamer auflöst als früher - aber sie wird sich lösen.

Dass es ab 2011/12 dann auch einmal langsamer gehen könnte, schließe ich nicht aus - denn die einzige Welle, der ich eine gewisse Aussagekraft zubillige, sind nun einmal die Kodratieffs, die im Schnitt ca. 56 Jahre dauerten, wobei der Anstieg immer länger lief als der Abstieg. Legen wir den Beginn des jetzigen 5. Kondratieffs auf 1982 und nehmen einen Anstieg von 30 Jahren, dann würde im Jahr 2012 die Antriebskräfte erlahmen. Ich weiss nicht, ob bis dahin die beiden wichtigsten Antriebskräfte - Globalisierung und die Intensivierung der zwischenbetrieblichen Arbeitsteilung -  bis dahin ausgereitzt sind, aber sie werden vermutlich schwächer.

Fazit: Ausstiege vor 2010 - vermutlich sogar später, da muss man die nächsten Jahre intensiv hinsichtlich der Wachstumfaktoren beobachten, bringen Anleger um fette die Jahre, von denen es in einem Menschenleben nur wenige gibt. Wenn man die verpasst, ist man arm dran.  
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xpfuture:

Aufpassen, wenn dir schon mal aufgefallen

 
24.12.07 15:43
ist, dass sich die Kodratieffswellen mit jeder Welle verkürzen!!!!

xpfuture
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Libuda:

Nach meinen Recherchen ist das nicht der

 
24.12.07 17:30
Fall - außerdem kann bei bisher nur fünf Wellen keine signifikanten Aussagen machen. Allerdings unterscheidet sich der erste Kondratieff und der momentane fünfte Kondratieff erheblich von den drei dazwischen liegenden: Während bei den Nummern 2, 3 und 4 "nur" Basisinnovationen technischer Natur die Aufschwungphasen trugen, kommen bei der Nummer 1 und der jetzigen Nummer 5 noch die Produktivität treibende Änderungen der Arbeitsorganisation hinzu, die die besondere Wucht von Nummer 1 und Nummer 5 ausmachen. War es im ersten Kondratieff die Intensivierung der innerbetrieblichen Arbeitsteilung, so ist es jetzt die zwischenbetriebliche Arbeitsteilung, die mindestens genauso so hohe Produktivitätsgewinne bringt wie der technische Fortschritt. Möglichkeit gemacht hat das das Internet, das die der Intensivierung der zwischenbetrieblichen Arbeitsteillung entgegenstehenden Transaktionskosten erheblich senkte. Und genau dieser Punkt ist noch lange nicht ausgereizt - daher dürfte der 5. Kondratieff von der Länge her eher ein Ausreißer wie der 1. Kondratieff sein. Vermutlich ist daher meine Terminierung 2012 auch zu vorsichtig, es könnte durchaus auch 2015 werden bis die Kombination Internet/Intensivierung der zwischenbetrieblichen Arbeitsteilung/Globalisierung die Produktivität nicht mehr ausreichend befeuert. Der renommierte amerikanischen Conference Board hat vor knapp zwei Jahre die Produktivität für die folgende Dekade immhin noch um 0,5 angehoben - auf immerhin 2,7%. Von der in Europa auf diesem Gebiet führenden Universität Groeningen hört man ähnliches.
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templer:

Ich gebe Dir da prinzipiell recht Libuda

 
25.12.07 01:07
auch wenn ich die Kondratieff-Zyklen nicht so eng sehe besteht derzeit die aussergewöhnliche Lage darin, dass neben einer weltweit excellenten Gewinnmarge der Unternehmen, eher sinkenden Zinsen, auf Franken und Yen gibt es seit fast Jahrzehnten kaum Zinsen und globalem Wachstum, wie noch nie, die Aktienkurse kaum sinken können.
In den sogenannten EM-Markets werden die Kurse aufgrund des hohen Wirtschaftswachstums weiter steigen und in der alten Welt wird es zu den vorher genannten Gründen noch viele Firmenübernahmen durch die in die globalen Märkte strebenden Firmen aus den Ländern Russlands, Indiens und Chinas geben.
Meiner Ansicht nach werden die Einflußsphären auf der Welt das erste Mal in der Geschichte der  Menschheit endgültig verteilt, in den nächsten 10 Jahren. Verlieren wird vor allem der Nordamerikanische Kontinent, auch wegen des Dollars, gewinnen wird der asiatische Kontinent und Europa wird nicht schlechter dastehen, wie heute.
Die Währungen sind wie ein Spiegel in der Geschichte. Erst das Pfund, dann der Dollar, der EURO und schließlich in naher Zukunft asiatische Währungen, wie der Renmimbi (bzw. Yuan) und die Rupie oder der Rubel. Japan dürfte da aber keine große Rolle spielen.

Mag sein, dass ab 2011 eine größere Korrektur kommt, doch der Aufwärtstrend kann sich gut bis 2015 hinziehen.

Wie Du schreibst, die Befeuerung der Weltkonjunktur dürfte noch etliche Jahre anhalten, bevor sie in eine weniger produktive Phase übergeht.
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