20 magere Jahre für Aktien? Na dann..


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9745400lopi:

20 magere Jahre für Aktien? Na dann..

 
06.02.02 00:56
....mal gute Nacht!

 



20 magere Jahre für Aktien?

"The Bond is Back", lautet der Titel einer aktuellen Studie des Global Markets Research der Deutschen Bank. Die Autoren Jamil Baz, Marcel Cassard und George Cooper befassen sich darin nicht mit den neuesten Abenteuern des britischen Geheimagenten, ihre Story ist aber ebenfalls spannend.

Die Marktstrategen prüfen in der Studie die Bewertung von Aktien im Vergleich zu Anleihen. Dabei kommen sie zu dem Schluss, dass Anleihen aktuell und für absehbare Zukunft eindeutig die attraktivere Alternative für Investoren sein dürften.

Betrachte man das gesamte letzte Jahrhundert, so falle auf, dass einer turbulenten, von Kriegen und Handelsbarrieren geprägten ersten Hälfte eine vergleichsweise ruhige zweite Hälfte gegenüberstand. In den letzten 20 Jahren hätten zusätzlich sinkende Inflationsraten und niedrige Zinsen die Performance von Aktien positiv beeinflusst. Da die Inflationsrate in den Industriestaaten bei Niveaus zwischen 1,0 und 3,0 Prozent kaum mehr Spielraum nach unten aufweise, werde in Zukunft diese Unterstützung wegfallen.

Die fetten Jahre sind vorbei
Auch andere Entwicklungen hätten für einen gewissen Zeitraum Auftrieb gegeben, seien aber nicht wiederholbar. Die Experten nennen das steigende Gewicht der sogenannten Baby-Boomer bei den Kapitalanlagen, das Ende des Kalten Krieges und eine aktienfreundliche Steuerpolitik.

Die fetten Jahre an den Aktienmärkten seien eine Ausnahme, nicht die Regel, schließen die Verfasser der Studie. Anleger müssten sich darüber im Klaren sein, dass ein derart günstiges Umfeld für Dividendenpapiere nicht ein Dauerzustand sein könne.

Auf dem jetzigen Niveau spräche eine Reihe von Faktoren gegen eine anhaltende Outperformance der Aktien, heißt es in der Studie. So sei die Dividenden-Rendite in den vergangenen Jahren deutlich gefallen und mit durchschnittlich rund 1,3 Prozent bei US-Werten so tief wie nie zuvor. Außerdem befinde sich die Risikoprämie von Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren seit Mitte der 80er Jahre auf ungewöhnlich niedrigem Niveau.

Szenario für die nächsten 20 Jahre
In einem Rechenmodell spielen die Deutschbanker ein Szenario für die kommenden 20 Jahre ausgehend von den heute bekannten Daten durch. Die Experten betonen, dass sie dabei sehr optimistische Annahmen zum Umfeld für Aktien, beispielsweise dem Wirtschaftswachstum, voraussetzen.

Das Ergebnis: Die Wahrscheinlichkeit, dass Aktien mit Sicht auf 20 Jahre eine bessere Rendite als Anleihen erzielen, liegt lediglich bei 37 Prozent. Für England ergebe sich ein Wert von 44 Prozent, für Deutschland immerhin noch 47 Prozent. In den 90er Jahren hätte das Rechenmodell jedoch Werte zwischen 60 bis 70 Prozent für die Aktienmärkte erreicht.

Die Experten räumen ein, dass ihr Ergebnis der Intuition und der mehrheitlichen Meinung unter Fachleuten widerspreche. In der Vergangenheit hätten Aktien fast ausnahmslos über 20jährige Perioden Anleihen geschlagen. Doch die analytisch ungewöhnlich hohe Bewertung von Aktien spreche für die kommenden zwei Dekaden gegen eine Wiederholung dieses Schemas. Vielmehr müsse damit gerechnet werden, dass Aktien in einigen Jahren den Ruf eines riskanten Investments mit geringer Rendite genießen.

© 04.02.2002 www.stock-world.de


Gruß Kostolmoney




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007Bond:

Tja - eines wird immer wieder gerne vergessen:

 
06.02.02 01:09
Angebot und Nachfrage bestimmen immer den Preis. Damit meine ich, wenn vermehrt Investoren in Aktien investieren, würde dies zu steigenden Kursen in einer bestimmten Zeitperiode führen.

Um so mehr mögliche Kapitalanleger daran glauben oder sich vielmehr davon überzeugen lassen, dass Aktien in Zukunft kein lohnendes Investment mehr sind, um so größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass eine Studie sehr überzeugend war.
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007Bond:

Einen ganz wichtigen Faktor

 
06.02.02 01:12
läßt die Studie umberücksichtigt!

Nämlich, dass das menschliche Gehirn vermehrt positive Erinnerungen als negative behalt.

Theoretisch könnnte das dann dazu führen, dass potentielle Investoren in ein paar Jahren die negativen Börsenerfahrungen und auch diese Studie vergessen haben und wieder vollen Mutes in Aktien investieren werden.
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007Bond:

Ups, das kommt mir zweideutig vor ...

 
06.02.02 01:20
und war überhaupt nicht so gemeint ...

tausche "vermehrt" durch "mehr" ;-)

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9745400lopi:

Nicht zu verachten!

 
06.02.02 02:50
   Blessed be the Brain!


Gruß Kostolmoney
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