2.)Die Tipps der Aktien-Strategen für das beginnen


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2.)Die Tipps der Aktien-Strategen für das beginnen

 
02.01.02 05:00
..... Börsenjahr
Teil 2: Christian Stocker und Neil Williams

Christian Stocker, Aktienstratege der Hypo-Vereinsbank:
Wir erwarten im Verlauf des ersten Quartals 2002 eine Stabilisierung der konjunkturellen Frühindikatoren in Europa und den USA. Ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum dürfte sich jedoch erst in der zweiten Jahreshälfte einstellen.
Nach den im Verlauf des Jahres 2001 zu verzeichnenden deutlichen Abwärtsrevisionen der Indexgewinne für die Jahre 2001 und 2002 wird der Ausblick für die nächsten Monate ganz entscheidend davon geprägt, wann die Marktteilnehmer von den Unternehmen wieder Gewinne erwarten. Neben der Frage nach dem Niveau der für 2003 zu veranschlagenden Unternehmensgewinne stellt sich darüber hinaus die Frage, zu welchem Zeitpunkt die Investoren bereit sein werden, diese am Aktienmarkt einzupreisen.

Mit Blick auf die Sektor-Performance gehen wir davon aus, dass ein sukzessiver zyklischer Turnaround die Erwartungen für 2003 prägen wird. Angesichts dieser Erwartung werden defensive Sektoren ihre Attraktivität als Save Haven schrittweise einbüßen. Konjunkturzyklischere Sektoren werden wieder stärker an Bedeutung gewinnen, die Entwicklung dürfte jedoch noch selektiv erfolgen. Das Argument der Gewinnstabilität wird zunehmend von teilweise bereits eingeleiteten Restrukturierungs- und Kostensenkungsstorys abgelöst werden. Der Fokus liegt dabei auf dem erzielbaren Gewinn-Turnaround. In der ersten Reihe der Profiteure sehen wir die Euro-Stoxx-Branchen Technology, Automobiles und Banks. Die Bereiche TMT und Financials haben wir im Gegensatz zu ausgewählten defensiven und auch zyklischen Sektoren neutral eingestuft oder übergewichtet. Retailer sehen wir darüber hinaus als relative Gewinner der fortgesetzten Zinssenkungen. Energy, Basic Resources, Industrial Goods & Services und Healthcare geben wir eine Untergewichtung.

*   *   *

Neil Williams, Leiter Globale Investmentstrategie von Goldman Sachs Int., London:
Obwohl die Notierungen an den Aktienmärkten seit dem 21. September beachtlich gestiegen ist, raten wir noch immer zu einer Übergewichtung von Dividendenpapieren und Wandelanleihen. Anleihen sollten hingegen untergewichtet gehalten werden. Eine neutrale Gewichtung empfehlen wir bei Rohstoffen und liquiden Mitteln.
Bei der geographischen Aufteilung des für Aktien bestimmten Kapitals halten wir eine Untergewichtung Europas für ratsam, während Japan eine neutrale US-Markt und die Börsen der Schwellenländer sollten übergewichtet werden. Letztere sind insgesamt unterbewertet, zumal 2002 eine solide Erholung der Unternehmensergebnisse in diesen Ländern erwartet werden kann. US-Aktien sind im Allgemeinen ebenfalls attraktiv niedrig bewertet, und die hinter ihnen stehenden Firmen befinden sich in der Nähe der zyklischen Talsohle ihrer Ergebnisse.

Unsere zurückhaltende Einstellung zu den europäischen Börsen gründet sich auf die pessimistischen Prognosen unserer für diese Region zuständigen Strategen. Die Bewertung der Aktien hier ist nicht niedrig, und mit Blick auf die künftigen Unternehmensergebnisse besteht ein erhebliches Risiko.
Bei der Sektorgewichtung kann mit einer weiter überdurchschnittlichen Entwicklung zyklischer Bereiche gerechnet werden. Dies setzt jedoch voraus, dass die positiven Erwartungen in die Konjunktur aufgehen, dass die Anleiherenditen weiter anziehen und dass die Bewertung dieser Aktien attraktiv bleibt. Zyklische Konsumtitel und Industriewerte sind derzeit fair bewertet, während Rohstoffaktien teuer erscheinen. Die Gruppen Medien und Energie sind überzogen hoch bewertet. In den Bereichen Technologie und Finanzen werden die Wachstumsraten hinter der Vergangenheit zurückbleiben.
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