Personalkosten sind zwar gestiegen, aber absolut entscheidend ist die Relation zu den Umsätzen. BVB hat im ersten Quartal einen Nettogewinn von 32,1 Mio erzielt und damit sämtliche Erwartungen klar übertroffen. Personalkosten würden im Fall von ausverkauften Stadien nach Corona schon jetzt extrem niederiger im Verhältnis stehen, die These, daß BVB nach Corona besser dastehen würde als vor Corona hat sich erhärtet.
Im ersten Quartal hatte man lediglich 4 Heimspiele, mit jeweils 25.000 Zuschauern. Personalkosten sind nicht geringer oder höher, wenn 25.000 oder 67.000 Zuschauer kommen, sie sind auch nicht deutlich geringer, wenn es nur 4 Heimspiele gibt.
Im laufenden zweiten Quartal hat BVB 10 Heimspiele, die durchschnittliche Zuschauerzahl wird sich dabei verdoppeln. Personalkosten im Verhältnis zu den Umsätzen werden sich
deutlich verbessern.
Ich erwarte ca. 13,5 Mio Einnahmen aus dem Spieltagsbetrieb (erstes Quartal 3,3 Mio). Entscheidend ist natürlich auch, daß die Einnahmen drumherum deutlich steigen werden, bei jedem Stadionbesuch gibt es Catering Einnahmen und Einnahmen von regionalen Sponsoren. Die BVB Aussage, daß bei 0 Zuschauern pro Spiel ein Umsatzverlust von 4 Mio entsteht, ist damit gut erklärbar, denn man hat natürlich nicht 4 Mio Spieltagseinnahmen pro Spiel.
BVB Analyst Edison Research hat schon wieder seine Prognosen erhöhen müssen, der jetzige Quartalsbericht bestätigt dies. Faire Bewertung liegt für Edison Research bei einem Aktienkurs von 11,56. Das bedeutet, die Verwässerung bedingt durch die Kapitalerhöhung wird nicht mehr 1:1 abgebildet, weil die faire Bewertung seitdem gestiegen ist.
Die Erwartungen von BVB Analyst Frankfurt Research sind bei diesem ersten Quartal geschlagen worden, der Analyst hatte lediglich 39 Mio TV Einnahmen erwartet. Trotzdem hat er vorerst das Kursziel nicht erhöht. Ich gehe aber davon aus, daß er das Kursziel direkt erhöhen wird, wenn es erreicht wurde. Ist so eine komische Analystenlogik, die man jahrelang bei vielen Aktien beobachten kann, wenn das Kursziel erreicht wurde, wird es einfach immer weiter erhöht, statt daß man auf dem Tiefpunkt direkt ein erkleckliches Kurspotential benennt.
BVB Analyst Frankfurt Main Research hat nach der Kapitalerhöhung die Verwässerung 1:1 abgebildet und damit einen Nettozufluss von 81 Mio komplett ignoriert. Es it ein abenteuerlicher Wahnsinn. Denn natürlich muss es ein klarer Unterschied sein, ob man +81 Mio netto bekommt oder eben nicht. Ob man schuldenfrei ist oder Finanzverbindlichkeiten in Höhe von -68 Mio hat. BVB berichtet jetzt einen viel besser als vom Analysten erwarteten Nettogewinn von satten +32,1 Mio, sportlich läuft es in der Bundesliuga ohne Sancho aber bis hierhin deutlich besser als letztes und vorletztes Jahr nach 11 Spieltagen und das wird unweigerlich zu Kurszielerhöhungen führen müssen, sollte sich am setting nichts generelles ändern.