Ich bin der Meinung, dass hohe Transferpreise die für Spieler gezahlt werden müssen, eher geschäftsschädigend sind als geschäftsfördernd. Als BVB Aktionär ist man hinsichtlich der Transfererlöse, die auch der guten Arbeit des Managements geschuldet sind, doch sehr stark verwöhnt. Keiner sollte bei der Überlegung eines Investments in den BVB langfristig davon ausgehen, dass immer positive Transfererlöse entstehen (können). Das Geschäftsmodell basiert langfristig nicht darauf, durch Transfererlöse immer einen Gewinn zu erzielen, sondern aus der Substanz heraus dies zu schaffen. Natürlich werden jetzt die Kritiker auf den Plan gerufen, dass nur gute Spieler ergo auch zu Umsatzerlösen führen indem diese Spiele gewinnen, mehr Trikots verkaufen etc. Dennoch bin ich der Meinung, dass hohe Transferpreise eher Investoren abschrecken als anlocken.
Investoren wollen Planungssicherheit und die bekommen sie dadurch eben nicht. Es ist wie man so schön sagt: "Ein Faß ohne Boden". Und in ein solches Faß stecken eben die meisten Investoren eben nicht ihr Geld sondern suchen sich eher andere Anlagemöglichkeiten die einfacher zu durchschauen sind und nicht der Willkürlichkeit ausgesetzt sind. Die chinesische Liga erwägt ohnehin, ein Verbot solcher Transfers einzuführen, da man dort erkannt hat, dass es eben zu dieser Spirale führen würde, bei denen nur die Fans und das Fundament (der europäische Fußball) verlieren würden.
Ich hatte letztens eine interessante Diskussion mit einem GFL (German Football League) Spieler über das System der NFL/GFL, da ich mir darüber nicht so im Klaren war. In der NFL ist es so (gerne korrigieren sofern falsch), dass ein Salary-CAP existiert (ebenso in der NBA). Dies führt dazu, dass auch reiche Personen (viel mehr verbreitet als im Fußball) sich solche Clubs zu eigen machen. Meiner Meinung liegt das auch an diesem "Cap". Denn man ist deutlich solider in der Planung der Geschäftsergebnisse unterwegs als bspw. im Fußball. Zudem ist der Fußball doch stark von seinen Verbänden getrieben, die das Geschäftsmodell sehr stark diktieren können. In der NFL ist es so, dass es keine zweite Liga gibt. Entweder NFL oder College. Aus dem College heraus entstehen auch die DRAFTS, die die Teams jede Season nutzen können. Das schlechteste Team darf als erstes "draften", d.h. sich am Talentmarkt als erstes bedienen. Daher kommt es auch immer zu einer Verschiebung des besten Team. Es gibt kein "Bayern München" oder ähnliches. Sondern jedes Team hat die Chance den Pokal zu holen. Klar gibt es noch Regeln, dass das schlechteste Team auch seinen Platz beim "Draft" verkaufen kann aber dennoch finde ich das System deutlich besser und "verwässert" nicht den Sport. Klar kann man jetzt sagen, dass die Amateurligen in Europa den Fußball in die Breitemasse tragen und dadurch die Umsätze und damit den Zugang zu Fußball erleichtern. Das System wie es in seiner Grundstruktur aufgebaut ist, ist natürlich ein völlig anderes als jetzt bspw. die NFL. Aber für mich hab ich den Gedanken mitgenommen, dass dieses System als Investor doch besser zu beurteilen ist. Ich weiss, es gibt dort keine Unternehmen an der Börse aber dennoch, alleine der Gedanke daran, hat mich an dem System Fußball ohne Salary-Cap und dem Wildwuchs der Transfererlöse zweifeln lassen. Fußball nützt keinem was, wenn er nicht mehr zugänglich ist. In England werden immense Kostenstrukturen gefahren (Ticketpreise für die Konsumenten, Übertragungsrechte etc.). Zu dem kommt die FIFA immer mehr mit dem um die Ecke, dass hier ein Turnier und da ein Turnier veranstaltet werden soll und jeder soll Zugang erhalten. In der Breite wird es meiner Meinung nach zu viel und zu inflationär (TelekomCup, SuperCup etc).
