Drillisch-Chef reißt der Geduldsfaden
Choulidis fordert kompletten Freenet-AR zum Rücktritt auf
Im Machtkampf um die Zukunft von Freenet und die Übernahme des Konkurrenten Debitel hat sich jetzt Drillisch-Chef Paschalis Choulidis mit deutlichen Worten an die Adresse des Aufsichtsrats des Büdelsdorfer Mobilfunk- und Internet-Konzerns gewandt. Im Gespräch mit Platow fordert C. den "Rücktritt des kompletten Aufsichtsrates" von Freenet. Der Drillisch-Vorsteheer wirft dem Freenet-Kontrollgremium sowie dem Vorstand um Eckhard Spoerr vor, die Einberufung der HV mutwillig verschleppt zu haben, um die Mehrheitsverhältnisse auf der HV zu ihren Gunsten zu verändern. Die Begründung des Freenet-Vorstands, die Einberufung der HV verzögere sich, weil noch keine Gewinnverwendungsbeschluss vorliege, hält C. für "an den Haaren herbeigezogen".
Drillisch hat ebenso wie UI bei Gericht den Antrag gestellt, selbst zur Freenet-HV einladen zu dürfen, um Spoerr möglichst bald zum Abhalten des Aktionärstreffens zu zwingen. C. erwarten in dieser Angelegenheit täglich einen entpsrecheden Beschluss des Gerichtes. Zudem hatten Drillisch und UI per einstweiliger Verfügung die Suspendierung der Eintragung der Aktien aus der Sachkapitalerhöhung zur Teilfinanzierung des Kaufpreises bis nach der HV für Debitel beantragt. Damit wollen Dri und UI-Chef R.D. verhindern, dass der mit Spoerr verbündete Finanzinvestor Permira auf der HV stimmberechtigt ist und so die Mehrheitsverhältnisse möglicherweise umkehrt. Eine Entscheidung über die einstweilige Verfügung wird am kommenden Donnerstag erwartet. Wie zu hören ist, soll sich Spoerr bereits auf eine drohende Niederlage einstellen. Wie uns C. berichtet, hat Dri bei einem eingereichten HV-Antrag die Nicht-Entlastung des AR beantragt, was wohl bei entsprechdendem Abstimmungsergebnis den Rücktritt des AR zur Folge hätte. Mit der eiligen Übgernahme von Debitel habe die Freenet-Führung ein attraktives Übernahmeangebot von UI (16 Euro je Aktie) vereitelt. Dies, so C., sei nicht im Interesse der Freenet-Aktionäre und ein Verstoß gegen alle Regeln einer guten Corporate Governance. Es könne nicht sein, so der Drillisch-Chef, dass ein Vorstand "Bockmist baut", der AR dies toleriert und sich die Gremien dann durch eine Sachkapitalerhöhung aus der Affäre ziehen, die ihnen einen genehmen Großaktionär als Beschützer beschert.