Dafür nochmals Danke ;-)
Aus dem Platow Brief von morgen (01.11.06)
Mobilcom kontra Drillisch
Spoerr soll Investmentbanken mit Abwehrstrategie beauftragt haben! Ernster als er bislang zugeben will, nimmt offensichtlich Mobilcom-Chef Eckhard Spoerr die Pläne von Drillisch-Vorsteher Paschalis Choulidis zur Bildung eines Super-Service Providers. Denn wie zu hören ist, soll Spoerr die beiden renommierten US-Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley mit der Ausarbeitung einer Abwehrstrategie gegen Drillisch beauftragt haben. Die Investmentbanken sollen Spoerr angeblich helfen, den Kurs der Mobilcom-Aktie nach oben zu treiben, um Drillisch den Erwerb weiterer Anteile an dem Büdelsdorfer Mobilfunk-Konzern zu erschweren. Mobilcom wollte unsere Informationen auf Anfrage nicht kommentieren. Die Maintaler hatten erst jüngst ihre Beteiligung an
Mobilcom von 9,4 auf 10,37% erhöht und sollen angeblich weiter zukaufen. Mobilcom hatte dies seinerzeit sogar als Ad hoc-Meldung publiziert, obwohl eine Anzeige in den einschlägigen Börsenpflichtblättern durchaus gereicht hätte. Beobachter mutmaßen deshalb, dass Mobilcom durch die Ad hoc eine größere Aufmerksamkeit erzielen wollte. Mit seinem Angriff auf die weitaus größere Mobilcom will Choulidis die überfällige Konsolidierung im Service Provider-Sektor vorantreiben. Ihm schwebt dabei eine Fusion von Drillisch, Talkline und Debitel unter dem Dach von
Mobilcom vor. Damit stößt Choulidis jedoch bei Spoerr auf wenig Gegenliebe. Einen aktuellen Eindruck von der operativen
Performance der beiden Kontrahenten dürfte die Präsentation der Zahlen für das 3 Quartal liefern, die Mobilcom und Drillisch zeitgleich für den 8.11. in Aussicht gestellt haben. Bei Mobilcom erwarten die Analysten im Konsens einen Konzernumsatz von 512 Mio. Euro. Der Service Provider-Bereich, das Kerngeschäft von Mobilcom, soll dazu rd. 330 Mio. Euro beisteuern. Das operative Ergebnis (EBITDA) schätzen die Analysten im Konzern auf knapp 43 Mio. Euro. Davon entfallen 20,2 Mio. Euro auf den Bereich Service Provider und 22,1 Mio. Euro auf die Sparte Festnetz/Internet, die in der Tochtergesellschaft Freenet gebündelt ist. Die für Spoerr, der auf den Ausbau des Geschäfts mit dem schnellen Internet setzt, besonders wichtige Zahl der zusätzlichen DSL-Anschlüsse wird mit 72 000 (netto) taxiert.