Wenn man die heutigen (Analysten-)Kommentare liest, dann wird einem klar dass Fantasie und strategisches Denken nicht zu deren Stärken gehören. Zudem sind die "Experten" was die wirtschaftliche Situation von Drillisch betrifft, erstaunlich schlecht informiert.
Hier mal ein paar Irrtümer für unsere "Experten":
Drillisch hat sich hoch verschuldet?.
Drillisch dürfte wohl ca. 80 % fremdfinanziert haben - als ca. 80 Mio. Wer die Finanzverhältnisse von Drillisch kennt weiß dass Drillisch bisher keine Schulden (abgesehen von dem laufenden Zahlungsverkehr) hatte und nach diesem Deal immer noch (inkl. der Vorauszahlungen an die Netzbetreiber) über 20-30 Mio € liquide Mittel verfügen kann. Zudem dürfte die Eigenkapitalquote immer noch komfortabel sein! Im übrigen bedeuten 80 Mio im Jahr ca. 4 Mio Zinsmehraufwand (und das bei einem erwarteten Gewinn von 30 Mio!) - einen Ertrag durch Ausschüttungen bzw. Kurssteigerungen bei Mobilcom nicht mit eingerechnet!
Drillisch ist zu klein für solch eine Übernahme
Drillisch hat schon mal bewiesen dass sie in der Lage sind ein viel größeres Unternehmen zu schlucken (Victorvox). Und jetzt sind die Rahmenbedingungen viel besser als bei dem Victorvox-Deal (welcher vor allem durch Aktienausgabe finanziert wurde).
Der VV hat schon mal in einem Interview gesagt dass Drillisch bis zu einer ½ Mrd. € für Übernahmen refinanzieren könne! Und der VV hat sich bisher noch nie zu weit aus dem Fenster gelehnt, sondern die eigenen Prognosen immer übertroffen! Wenn die richtigen (finanzstarken) Partner im Boot sind (die damit auch eigene Interessen mit einer Übernahme/Verschmelzung optimieren) dann ist eine Übernahme im Rahmen von 1,2 bis 1,5 Mrd € durchaus realistisch und finanzierbar.
Mögliche Refinanzierungen bei einer avisierten Übernahme/Verschmelzung wären:
1.) Die erheblichen liquide Mittel von Mobilcom (400 Mio?)
2.) Freenet (bzw. der Freenet-Anteil falls die Fusion nicht klappen sollte) - wo mindestens zwei (große) Kaufinteressenten sofort zu Stelle seine würden (UI und Hansenet). Der AOL-Deal (der m.E. viel zu teuer war) hat gezeigt dass der zu erwartende Verkaufserlös für Freenet erheblich über dem jetzigen Börsenkurs liegen dürfte.
3.) Kapitalerhöhung im Rahmen von 20% bis (max.) 50 % der jetzigen Aktienanzahl dürfte Drillisch mehr als ausreichende Mittel zur Finanzierung der eigentlichen Übernahme von Mobilcom zur Verfügung stehen (je nachdem wieviel letztendlich Mobilcom kostet).
Sollte es jedoch zu einer Verschmelzung kommen (und Klagen dürften dann wohl wieder vorprogrammiert sein) dann dürften die Drillisch-Aktionäre letzendlich überproportional (durch das Tauschverhältnis) davon profitieren - dieser Option gebe ich aber wenig Chancen! Die einzige Alternative zur Übernahme von Mobilcom durch Drillisch wäre dass Mobilcom eine Übernahmeangebot für Drillisch abgibt - die Geldmittel sind jedenfalls vorhanden. Es wird in nächster Zeit auf jeden Fall sehr interessant!