PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Europas zuletzt freundliche Börsen haben am Donnerstag überwiegend Verluste erlitten. Anders als an der New Yorker Tech-Börse Nasdaq sorgte der starke Ausblick des US-Chipriesen Nvidia hier nicht für Euphorie - lediglich der Technologiesektor profitierte. Vor dem anstehenden internationalen Notenbanktreffen in Jackson Hole hielten sich die europäischen Anleger zurück.
Für dich zusammengefasst:
Europas Börsen erlitten am Donnerstag überwiegend Verluste.
Der EuroStoxx 50 fiel um 0,71 Prozent auf 6.424,73 Punkte.
Der Nahrungsmittel- und Getränkesektor hatte schwache Aussichten.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss 0,71 Prozent tiefer mit 6.424,73 Punkten. Außerhalb des Euroraums sank der Londoner FTSE 100 um 0,79 Prozent auf 10.792,54 Punkte. Der Züricher SMI büßte sogar 1,09 Prozent auf 14.384,37 Punkte ein. Ihm machte die Kursschwäche seiner defensiven Schwergewichte Novartis und Nestle zu schaffen. Der deutsche Leitindex Dax hingegen hob sich mit einem moderaten Kursplus ab.
"Nvidia hat geliefert und schaltet noch einmal einen Gang hoch", schrieb Kapitalmarktexperte Jürgen Molnar von Robomarkets. "Aber die Musik spielt jetzt in Jackson Hole. Das Symposium der US-Notenbank ist oft eine Bühne für wichtige geldpolitische Signale."
Entsprechend gespannt waren die Anleger und wagten sich nicht aus der Deckung, zumal US-Notenbankchef Kevin Warsh erst am Freitag seine Rede halten wird. "Und die Ausgangslage könnte spannender kaum sein", so Molnar. Denn der PCE-Deflator als für die Amerikaner maßgebliches Inflations-Barometer habe tags zuvor deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel der Fed gelegen. "Für eine Zinserhöhung im September stehen die Chancen weiterhin fast pari - die Entscheidung bleibt damit völlig offen."
Der Subindex der Tech-Werte im marktbreiten Stoxx Europe 600 führte mit plus 1,8 Prozent die kurze Gewinnerliste an. Im Kielwasser der deutlichen Nvidia-Kursgewinne verteuerten sich die Titel der Chiphersteller Infineon (Infineon Aktie) und STMicro um 3,6 und 3 Prozent. Die Aktien des Softwarekonzerns SAP (SAP Aktie) gewannen nach euphorisch aufgenommenen Geschäftsaussagen der US-Softwareunternehmen Salesforce und Crowdstrike 5,5 Prozent.
Deutlich unter Druck stand dagegen unter anderem der Nahrungsmittel- und Getränkesektor aufgrund schwacher Geschäftsaussichten von Pernod Ricard . Analyst Pierre Tegner von der Investmentbank Oddo BHF wies nach der Jahresbilanz des Spirituosenkonzerns vor allem auf den mauen Ausblick für das Geschäftsjahr 2027 hin. Zudem peile das Management für das Wachstum bis 2029 nun eher das untere Ende seiner Zielspanne an. Der Ergebniskonsens dürfte sinken, so Tegner. Die Aktien sackten um 4,6 Prozent ab.
Beim Aromen- und Duftstoffhersteller Givaudan stand nach einer Abstufung ein Kursrutsch von 2,9 Prozent zu Buche. Die US-Bank Morgan Stanley strich ihre bisher neutrale Anlageempfehlung für die Aktien./gl/mis
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