Der Iran-Konflikt frisst sich in die Wirtschaft – das ist erst der Anfang

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Die Skyline von Teheran der Hauptstadt und größten Stadt des Iran, das sowohl ein politisches als auch kulturelles Zentrum des Landes darstellt.
©iStock
Der Iran-Konflikt treibt Ölpreise und Inflationssorgen nach oben. An den Märkten wächst die Angst vor der nächsten Belastungswelle.
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Die Eskalation im Iran-Konflikt hält die Märkte in Atem. Teheran hat die US-amerikanischen Vorschläge zur Lösung des Streits am Wochenende zurückgewiesen. Zwar soll der Iran angeboten haben, einen Teil seines hochangereicherten Urans in ein Drittland zu transferieren. Die Demontage seiner Atomanlagen lehnte das Regime aber ab. US-Präsident Donald Trump nannte die Antwort bei Truth Social "völlig inakzeptabel".

Die Ölpreise zogen daraufhin an. Rohöl der Sorte Brent verteuerte sich zur Wochenmitte auf rund 107 US-Dollar je Barrel. Die DZ Bank sieht darin einen wichtigen Treiber für wieder steigende Inflationserwartungen.

Zusätzliche Aufmerksamkeit gilt dem Treffen zwischen Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping am Donnerstag und Freitag in Peking. Es ist der erste Besuch eines US-Präsidenten in China seit 2017. Neben dem angespannten Handelsverhältnis dürfte der Iran-Konflikt Thema sein. China gilt als enger Partner Teherans.

Preisdruck verstärkt sich

Werte aus dem Artikel:
Brent Crude Ölpreis 83,6066 $ -3,66%
DAX 40 24.894,01 +1,05%

Die US-Verbraucherpreise stiegen im April laut Bureau of Labor Statistics um 0,6 Prozent gegenüber dem Vormonat. Die Jahresrate erreichte 3,8 Prozent und damit den höchsten Stand seit Mai 2023. Besonders stark verteuerten sich Energie und Kraftstoffe. Nach Einschätzung der DZ Bank könnten höhere Transportkosten bald auch Lebensmittel und Flugtickets erfassen.

Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, sieht keinen plötzlichen Konjunktureinbruch. Er erkennt aber eine schleichende Verschlechterung der Lage und wertet die Daten als mögliches erstes Signal für zusätzlichen Preisdruck durch den Iran-Krieg.

Trübe Stimmung in Deutschland

Die Krise am Persischen Golf dauert inzwischen seit mehr als zwei Monaten an. Die weitgehende Sperrung der Straße von Hormus beeinträchtigt weiterhin die Versorgung mit Rohöl und Erdgas. Zugleich häufen sich Hinweise auf Engpässe bei wichtigen Vorprodukten für Landwirtschaft und Chemie.

Innenpolitische Spannungen

Nach Darstellung der DZ Bank sorgen die Streitigkeiten in der schwarz-roten Koalition unter Kanzler Friedrich Merz über den weiteren Reformkurs zunehmend für Enttäuschung in der Wirtschaft.

Dennoch fiel der ZEW-Index im Mai etwas besser aus als erwartet. Robin Winkler, Deutschland-Chefvolkswirt der DZ Bank, wertete die leichte Erholung als positive Überraschung. Die Konjunkturerwartungen lägen aber weiter deutlich unter dem Niveau vor Ausbruch des Iran-Kriegs. Der Konflikt habe die Wachstumsperspektiven für die kommenden Monate erheblich beschädigt.

Dem deutschen Leitindex macht das zu schaffen. Der DAX verlor in den vergangenen fünf Handelstagen rund 2,5 Prozent. 

Autor: sbh-Redaktion/neb


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