FRANKFURT (dpa-AFX) - Für den noch zu Wochenbeginn robusten Dax zeichnen sich am Dienstag Kursverluste ab. Eine Stunde vor Handelsbeginn signalisierte der X-Dax für den deutschen Leitindex ein Minus von 0,5 Prozent auf 24.997 Punkte. Sein Eurozonen-Pendant EuroStoxx 50 wird 0,4 Prozent tiefer erwartet.
Für dich zusammengefasst:
Dax signalisierte ein Minus von 0,5 Prozent.
Ölpreis für Brent gestiegen, beeinflusst durch Trump.
Evotec senkte Jahresziele, Aktien stark unter Druck.
Dass der Preis für die wichtige Rohölsorte Brent auf den höchsten Stand seit einem Monat gestiegen ist, belastete die Stimmung. Verantwortlich dafür war die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Wiederaufnahme der Seeblockade gegen iranische Häfen ansteuernde Schiffe. Zudem erklärte Trump, dass die USA fortan für die sichere Durchfahrt der Meerenge von Hormus aus "Fairnessgründen" Einnahmen in Höhe von 20 Prozent des Frachtwertes für sich beanspruchten.
Die Finanzmärkte seien zuletzt von der Einschätzung "fragiler Arbeitsbeziehungen" zwischen den USA und dem Iran zu einer "heiklen Konfrontation mit wenig Aussichten auf einen Kompromiss" umgeschwenkt, kommentierte Marktexperte Stephen Innes. Der Ölpreis preise folglich eine geopolitische Risikoprämie ein.
Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank befürchtet, dass der sich abzeichnende Rutsch des Dax unter die 25.000-Punkte-Marke die Korrektur noch beschleunigen könnte. Angesichts der jüngsten Signale der US-Notenbank, dass eine Zinsanhebung notwendig sein könnte, um die latenten Inflationsrisiken einzudämmen, dürften die US-Verbraucherpreise am Nachmittag viel Aufmerksamkeit finden.
Am deutschen Markt steht zunächst aber eine Reihe von Unternehmenszahlen im Fokus. Der Pharmawirkstoff-Entwickler Evotec senkte wegen nun erwarteter Umsatzverschiebungen und geringerer Erlöserwartungen seine Jahresziele deutlich. Diese liegen nun klar unter den Analystenerwartungen, was die Aktien vorbörslich heftig unter Druck setzte.
Dass Vossloh (Vossloh Aktie) seinen Ausblick wegen der wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten etwas nach unten revidierte, nahmen die Anleger indes recht gelassen auf. Auch weil der Bahntechnikkonzern die Belastungen als vorübergehend beziehungsweise einmalig ansieht, bestätigte er seine Erwartungen an das kommende Geschäftsjahr.
Derweil blickt das Medizintechnik-Unternehmen Drägerwerk nach einem guten zweiten Quartal etwas zuversichtlicher als bisher auf das laufende Geschäftsjahr. Für die Aktien zeichnen sich daher klare Kursgewinne ab.
Die VW -Nutzfahrzeugtochter Traton übertraf mit ihrem Quartalsgewinn die Expertenerwartungen, was die Anleger vorbörslich aber kalt ließ.
Die Aktien des Stahlkonzerns Salzgitter profitierten von einer Empfehlung des Analysehauses Jefferies. Der Konzern sei einer der größten Profiteure steigender Volumina und Preise im Zuge der Protektionsmaßnahmen für die europäische Stahlbranche, schrieb Cole Hathorn am Montag./gl/mis
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