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Muss sich Bitcoin vor Quantencomputern fürchten? Das sagt die BTC-ECHO Redaktion

Sie könnten eine der größten Gefahren für Bitcoin werden: Quantencomputer. Doch wie ernst muss man die Bedrohungslage nehmen?

Im Krypto-Space geht die Angst vor der Zukunft um. Genauer: dem Jahr 2029. Dann sollen die ersten Quantencomputer in der Lage sein, den Sicherheitsmechanismus von Bitcoin auszuhebeln und damit die Kryptowährung in die Knie zwingen. Wie viel Angst müssen wir wirklich vor dem “Q-Day” haben? Das sagt die BTC‑ECHO-Redaktion.

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“Bitcoin zu hacken, wäre spieltheoretisch schlicht dumm”

Chefredakteur Sven Wagenknecht: Wir sichern Online-Accounts mit Passwörtern wie “Maus1234” ab und authentifizieren Kreditkartenkäufe per dreistelligem Code. Dass ausgerechnet Bitcoin im Zentrum der Quantenangst steht, sagt mehr über die Stimmung im Markt als über die reale Bedrohung. Jeder Bärenmarkt braucht sein Apokalypse-Szenario. Das Krypto-Risiko wird meines Erachtens nach vollkommen überzogen dargestellt.

Erstens: Niemand kann seriös sagen, wann Quantencomputer Private Keys knacken könnten. Zehn Experten, zehn Prognosen, kein Konsens. Zweitens: Quantencomputer werden von Großmächten entwickelt. Warum sollten die USA oder China, die selbst Bitcoin halten, den eigenen Besitz entwerten, statt kritische Infrastruktur oder Militärsysteme anzugreifen? Bitcoin zu hacken, wäre spieltheoretisch schlicht dumm. Drittens: Bitcoin ist kein statisches System. Mit BIP 360 gibt es bereits einen Community-Ansatz gegen potenzielle Quantenbedrohungen.

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Bitcoin hat Nachteile gegenüber Banken

Redakteur Johannes Dexl: Bitcoin ist gegenüber Quantencomputern besonders anfällig. Banken können dank ihrer Zentralisierung wesentlich schneller migrieren, haben Kontrollen, Limits und reversible Transaktionen. Bitcoin muss dagegen über einen dezentralen, konservativen und politisch schwierigen Prozess Lösungen finden (siehe Blocksize-War). Technisch kommt hinzu, dass Public Keys bei P2PK-Skripten aus der Satoshi-Ära und bei Taproot dauerhaft sichtbar sind; bei SegWit werden sie beim Ausgeben offengelegt.

Ein Umstieg auf Post-Quanten-Signaturen bringt außerdem schwierige Trade-offs, da größere Transaktionen Full Nodes stärker belasten und die Dezentralität damit schwächen könnten. Besonders heikel sind alte Coins: Nichts zu tun könnte im Ernstfall signifikanten Verkaufsdruck auslösen – konfiszieren würde mit den Bitcoin-Prinzipien brechen. In meinen Augen gilt deshalb: kein Grund zur Panik, aber es sollte mit Hochdruck daran gearbeitet werden, frühzeitig tragfähige Kompromisse zu finden und umzusetzen. Ignoranter Bitcoin-Maximalismus kann hier langfristig enormen Schaden anrichten.

“Angriff auf das Netzwerk noch Jahre entfernt”

Redakteur Moritz Draht: Ja und nein. Dass Quantencomputer für Bitcoin zur echten Gefahr werden könnten, ist unstrittig. Aber ist die Bedrohung unmittelbar? Wohl kaum. Der technologische Fortschritt ist zwar beeindruckend, ein praktisch durchführbarer Angriff auf das Netzwerk dürfte aber noch Jahre entfernt sein – wenn er überhaupt so reibungslos wie in der Theorie funktioniert. Dass die Bitcoin-Community die Gefahr bis zum schicksalhaften „Q-Day“ einfach aussitzt, erscheint zudem eher unwahrscheinlich. Und selbst dann dürften wohl zuerst Banken und große Teile der heutigen Internet-Infrastruktur Probleme bekommen.

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“Bitcoin ist anpassungsfähig”

Redakteur Dominic Döllel: Hier der Text zum Quantencomputer: “Sicher: Quantencomputer können in der Zukunft eine Gefahr für das Netzwerk und seine Verschlüsselung darstellen. Entwickler arbeiten aber bereits an einer Lösung. So beschreibt der Lightning-Labs-CTO einen kryptografischen Nachweis auf Basis eines zk-STARKs. Solche Verfahren sollen dabei helfen, Quantenattacken schwieriger zu machen. Auch Binance-Gründer CZ ist überzeugt, dass Bitcoin-Adressen mit Updates quantensicher gemacht werden können.

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, wie anpassungsfähig Bitcoin ist. Zwar ist der Weg zur Einigung aufgrund des dezentralen Charakters deutlich schwieriger als bei einem börsennotierten Unternehmen, in dem die Shareholder Entscheidungen treffen. Dafür geht das Netzwerk aber letztendlich den Weg, den die Nutzer bestimmen.

Mehr noch: Sollte es bald Quantencomputer geben, die Bitcoin entschlüsseln können, steht nicht nur Orange Coin unter Druck. Auch IT-Infrastruktur von Banken, Staaten und globalen Finanzdienstleistern wäre ein finanzieller Honigtopf für Hacker. Es ist also nicht gesagt, dass Bitcoin als erstes Protokoll direkt von Quantencomputern angegriffen wird. Zumal die Verschlüsselung ohnehin auf einem höheren Standard basiert als bei vielen traditionellen Dienstleistern.

Fakt ist: Bitcoin nimmt die Gefahr durch Quantencomputer ernst, neue Updates sind bereits in Arbeit. Das ständige Schüren der Angst durch Mainstream-Medien und Krypto-Konkurrenten ist lästig. Denn wer Bitcoin versteht, weiß: Honey Badger don’t care.

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