Die potenzielle Abschaffung der steuerfreien Haltefrist bei Bitcoin und anderen Kryptowährungen sorgte auch diese Woche für reichlich Debatten im politischen Berlin. Nach und nach positionierten sich die Parteien zu dem Vorstoß des Bundesfinanzministeriums. So forderte die Linke eine steuerliche Gleichsetzung mit Aktiengewinnen sowie eine Wegzugsbesteuerung. Die Grünen gingen noch weiter und schlugen in einem Gesetzesentwurf vor, Krypto-Gewinne immer der Einkommensteuer zu unterwerfen.
Derweil äußerte sich die AfD kritisch und bezeichnete die Ankündigung von Finanzminister Lars Klingbeil als “Frontalangriff auf Eigentum und Eigenverantwortung”. Auch die CDU zeigte sich zumindest irritiert. Gegenüber BTC-ECHO erklärt die Fraktion, es gebe “keinen Anlass”, die bestehende Regelung zu ändern.
Für Coinbase verlief die Woche alles andere als erfreulich. Die größte US-Krypto-Börse meldete einen Umsatzrückgang von 31 Prozent sowie den zweiten Quartalsverlust in Folge. Besonders das Handelsgeschäft schwächelt deutlich – gleichzeitig geriet auch die Aktie nachbörslich unter Druck.
Zeitgleich kündigte CEO Brian Armstrong einen massiven Stellenabbau an. Rund 14 Prozent der Belegschaft sollen gehen, während die Krypto-Börse künftig stärker auf Künstliche Intelligenz setzt. Armstrong spricht von einer “KI-nativen” Zukunft des Unternehmens – und will die Börse gleichzeitig zu einem breiter aufgestellten Finanzdienstleister umbauen.
Mit einer Aussage sorgte Michael Saylor diese Woche für Aufsehen am Markt. Der Strategy-Gründer stellte erstmals offen in Aussicht, künftig einen Teil der Bitcoin-Bestände zu verkaufen, um Dividendenzahlungen bedienen zu können. Hintergrund sind die milliardenschweren Buchverluste des Unternehmens im ersten Quartal.
Bislang galt Strategy als kompromissloser Bitcoin-Käufer. Entsprechend aufmerksam verfolgten Anleger Saylors Aussagen. Zwar sprach der Unternehmer nur von möglichen kleineren Verkäufen – für viele Marktbeobachter markiert der Vorstoß dennoch einen potenziellen Strategiewechsel.
Kolumbiens Präsident Gustavo Petro will die Karibikküste des Landes zu einem neuen Zentrum für Bitcoin Mining ausbauen. Geplant sind Mining-Anlagen in mehreren Küstenstädten, die überschüssige erneuerbare Energie nutzen und gleichzeitig ausländische Investitionen anziehen sollen. Als Vorbild gilt Paraguay, das sich in den vergangenen Jahren zu einem der größten Krypto-Mining-Standorte weltweit entwickelt hat.
Petro sieht darin nicht nur wirtschaftliches Potenzial, sondern auch Chancen für strukturschwache Regionen. So könnten indigene Gemeinschaften laut dem Präsidenten direkt an den Projekten beteiligt werden. Ob die ambitionierten Pläne tatsächlich umgesetzt werden, bleibt allerdings offen – denn Petros Amtszeit endet bereits im kommenden Jahr.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat sich diese Woche kritisch zur wachsenden Bedeutung von Stablecoins geäußert. Auf einem Bankenforum warnte sie davor, private Euro-Stablecoins vorschnell als Antwort auf die Dominanz des US-Dollars zu etablieren. Besonders mit Blick auf den amerikanischen “GENIUS Act” sieht die EZB die Gefahr einer stärkeren Dollar-Dominanz im digitalen Finanzsystem.
Lagarde bezweifelt zudem, dass Stablecoins ihr Stabilitätsversprechen langfristig halten können. Als Beispiel verwies sie auf das zeitweise De-Pegging von USDC. Während die EZB stärker auf öffentliche Infrastruktur und einen digitalen Euro setzt, treiben Unternehmen und Banken in Europa ihre eigenen Stablecoin-Projekte bereits weiter voran.

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