Bitcoin und der Krypto-Markt dürften unter dem Zinsschritt leiden, da er direkt in das Gefüge der globalen Liquidität eingreift. In den vergangenen Jahren der japanischen Null- und Negativzinspolitik nutzten institutionelle Händler im großen Stil den sogenannten Yen-Carry-Trade. Dabei liehen sich Akteure billiges Kapital in Japan, um es in renditestärkere Vermögenswerte in anderen Währungsräumen wie US-Aktien und Bitcoin anzulegen. Mit steigenden Zinsen in Japan verteuert sich diese Refinanzierung sprunghaft, weshalb Investoren einen Anreiz haben, ihre fremdfinanzierte Positionen abzubauen.
Zumindest die kurzfristige Reaktion von Bitcoin spiegelt diese makroökonomische Skepsis wider. Von einem lokalen Zwischenhoch oberhalb der 67.000 US-Dollarmarke brach der BTC-Kurs um rund 2,5 Prozent ein und steht nun bei 65.700 US-Dollar. Nach den vergangenen vier japanischen Zinserhöhungen korrigierte Bitcoin innerhalb von 30 Tagen im Schnitt um 5,74 Prozent. Auf die aktuelle Marktlage projiziert droht ein Rückgang auf 62.700 US-Dollar, was die Nachfragezone oberhalb von 59.000 US-Dollar testen würde. Ein maximaler historischer Einbruch von 15 Prozent könnte den Kurs sogar auf 56.700 US-Dollar drücken und damit ein neues Tief im Bärenmarkt markieren.
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