Im Mai kletterte die Teuerungsrate auf 3,2 Prozent und liegt damit wieder deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel der Notenbank. Für die EZB erhöht das den Druck, trotz konjunktureller Risiken weiter gegen die hartnäckige Inflation vorzugehen. Besonders die Entwicklung der Energiepreise bleibt ein Unsicherheitsfaktor. Der Iran-Konflikt erschwert die Prognosen zusätzlich, da höhere Öl- und Gaspreise den Preisdruck erneut verstärken können.
Für Krypto ist die Entscheidung relevant, weil steigende Zinsen die Liquiditätsbedingungen verschärfen. Höhere Renditen bei Staatsanleihen machen riskante Anlageklassen weniger attraktiv. Bitcoin und andere Kryptowährungen reagieren deshalb häufig sensibel auf eine restriktivere Geldpolitik.
Die Zinserhöhung um 25 Basispunkte war am Markt jedoch bereits nahezu vollständig eingepreist. Analysten taxierten die Wahrscheinlichkeit eines solchen Schritts kurz vor der Entscheidung auf rund 97 Prozent.
Für Bitcoin bleibt die geldpolitische Richtung der EZB ein wichtiger Makro-Faktor. Die Zinserhöhung signalisiert, dass die Notenbank den Kampf gegen die Inflation höher gewichtet als mögliche Belastungen für Wachstum und Finanzmärkte. Das Umfeld für Risk-Assets bleibt damit schwierig.
Kurzfristig dürfte die Entscheidung den Blick der Anleger weiter auf die Zinserwartungen lenken. Sollten Marktteilnehmer nun weitere Schritte einpreisen, könnte das den Euro stützen und Bitcoin und Co. belasten. Ein stärkerer Euro kann den US-Dollar zwar dämpfen, eine restriktivere Geldpolitik spricht aber gegen eine schnelle Rückkehr günstiger Liquiditätsbedingungen.
Damit dürften sich die Blicke der Anleger nun auf den neuen Fed-Chef Kevin Warsh richten. Nächste Woche steht dessen erste FOMC-Sitzung an.
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