Pascal Grunow war bereits drei Jahre lang als Werkstudent in der Redaktion von BörsenNEWS tätig und ist heute Teil der Redaktion von Wallstreet-Online. Sein Schwerpunkt liegt vor allem auf Kryptothemen, bei denen er aktuelle Marktbewegungen und Trends rund um digitale Währungen aufbereitet.
Michael Burry verschärft seine Wette gegen den KI-Hype und hat seine Short-Positionen auf Nebius, Micron und Oracle ausgebaut und zugleich seine Wette gegen den Halbleitersektor über Put-Optionen auf den iShares Semiconductor ETF (SOXX) erhöht.
Wie Burry mitteilte, stockte er seine Nebius-Shortposition bei einem Aktienkurs von 247 US-Dollar auf. Bei Micron erhöhte er seine Short-Wette bei 924 US-Dollar, bei Oracle bei 152 US-Dollar. Zusätzlich kaufte Burry weitere SOXX-Puts mit Laufzeit bis März 2027 und Basispreisen im niedrigen 400-Dollar-Bereich.
Burry sieht Warnsignal bei Nebius
Besonders Nebius hat es ihm angetan. "Nebius zeigt, wie die Spitze eines Booms aussieht", erklärte Burry. Für ihn steht die rasante Entwicklung des Unternehmens sinnbildlich für die Exzesse des aktuellen KI-Booms. Nebius ist seit Jahresbeginn um 209,6 Prozent gestiegen. Gleichzeitig liegt das Short-Interesse bei 27,7 Prozent.
Im Mittelpunkt von Burrys Kritik stehen Aussagen von Nebius zu seinen Verträgen für KI-Rechenkapazität. Das Unternehmen erklärte im jüngsten Earnings Call, es könnte seine gesamte Kapazität für 2027 über Verträge mit Laufzeiten von einem bis drei Jahren verkaufen. Nebius wolle jedoch bewusst Kapazitäten zurückhalten, um kurzfristigere Nachfrage bedienen zu können.
Nach Angaben des Unternehmens werden kurzfristigere Verträge derzeit zu Preisen von 40 bis 50 Millionen US-Dollar je Megawatt verhandelt – teilweise sogar darüber. Mittelfristige Verträge liegen dagegen lediglich bei etwa 20 bis 25 Millionen US-Dollar je Megawatt. Damit zahlen Kunden für kurzfristig verfügbare Rechenleistung teilweise etwa doppelt so viel.
Burry warnt vor schnellem Wertverlust
Kapazität in der unmittelbaren Zukunft wird demnach deutlich höher bewertet als längerfristige Verfügbarkeit. Für Burry deutet diese ungewöhnliche Preisstruktur darauf hin, dass der wirtschaftliche Wert der zugrunde liegenden KI-Infrastruktur schneller sinken könnte als erwartet.
Da die Energieversorgung selbst nicht an Wert verliere, müsse der Preisverfall laut Burry an anderer Stelle entstehen. "Also verliert entweder die GPU an Wert, der Kunde – oder, was wahrscheinlich ist, beide."
Abschreibungen werden zum nächsten Streitpunkt
Zusätzliche Kritik übt Burry an der Bilanzierung von Nebius. Das Unternehmen hat die Abschreibungsdauer seiner Server von vier auf fünf Jahre verlängert.
Für Burry entsteht dadurch ein Widerspruch. Seiner Interpretation zufolge kalkuliert Nebius bei seinen Geschäften mit einem Wertverfall von ungefähr 50 Prozent pro Jahr, verlängert gleichzeitig aber die Nutzungsdauer der Server, über die deren Kosten in der Rechnungslegung abgeschrieben werden.
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