Sowohl Gold als auch Bitcoin weisen zentrale Eigenschaften auf: Knappheit, Abwesenheit von Gegenparteirisiken und geringe Korrelationen zu klassischen Anlageklassen. Während das Edelmetall über Jahrhunderte hinweg Vertrauen aufgebaut hat, holt Bitcoin dank zunehmender Regulierung, geprüfter Verwahrstrukturen und institutioneller Produkte auf.

Besonders bemerkenswert: Selbst bei Rekordkursen ist die 30-Tage-Volatilität 2025 auf historische Tiefstände gefallen – ein entscheidendes Signal für Notenbanken, die auf Stabilität achten. Noch aber bleibt das Vertrauen in die digitale Variante fragiler, da rechtliche Standards und Marktmechanismen nicht in allen Regionen etabliert sind.
Ein möglicher Gamechanger kommt aus dem Heimatland des US-Dollars. In den USA wird derzeit über den sogenannten “BITCOIN Act“ diskutiert – ein Gesetzesvorschlag, der vorsieht, staatliche Bitcoin-Bestände aufzubauen und beschlagnahmte Coins zu konsolidieren. Geplant ist dabei sogar der Kauf von bis zu einer Million Bitcoin, was rund fünf Prozent des gesamten Bestands entspräche.
Finanziert werden könnte dies über Haushaltsströme wie Zolleinnahmen, ohne dass neue Schulden aufgenommen werden müssten. Zudem schreibt der Entwurf eine Mindesthaltefrist von 20 Jahren vor, bevor diese Reserven wieder verkauft werden dürfen. Das Vorhaben ist politisch brisant, doch allein die Debatte sendet ein starkes Signal. Wenn die größte Volkswirtschaft und Emittent der Leitwährung mit Bitcoin als Reserve experimentiert, sind auch andere Staaten gezwungen, ihre Strategien zu überdenken.
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| Strategie | Hebel | |||
| Steigender Kurs |
Call
|
5
|
10
|
15
|
| Fallender Kurs |
Put
|
5
|
10
|
15
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Trotz sinkender Schwankungen bleibt Bitcoin ein riskanter Kandidat für die Zentralbank-Bilanz. Zwar hat sich die Marktinfrastruktur verbessert, doch im Vergleich zu Gold bleibt die Kryptowährung anfälliger für abrupte Kursbewegungen. Vor allem Handelsplattformen und Verwahrdienstleister gelten als Schwachstellen, nicht das Protokoll selbst. Hinzu kommt die geopolitische Dimension: Während Stablecoins an Fiatwährungen wie den US-Dollar gekoppelt sind, besitzt Bitcoin diese Bindung nicht und könnte somit als Bedrohung für die Dollar-Hegemonie betrachtet werden.

Ein Blick in die Geschichte des Goldes zeigt jedoch, dass selbst das “sicherste“ Reserve-Asset einst von starken Schwankungen geprägt war. Erst mit wachsender Akzeptanz, klaren Regeln und ausgereiften Märkten gewann das Edelmetall seine heutige Stabilität. Auch für Bitcoin könnte sich ein ähnlicher Prozess abzeichnen. Weg von “Boom-and-Bust-Zyklen”, hin zu einem stabileren, langfristigen Aufwärtspfad. Weder Gold noch Bitcoin werden den US-Dollar in absehbarer Zeit verdrängen. Doch wie Gold könnte sich auch BTC schrittweise von einem riskanten Nischenasset zu einem anerkannten Diversifikationsinstrument entwickeln.
Zentralbanken sind Institutionen, die sich üblicherweise auf bewährte Strukturen stützen. Gold blickt auf eine jahrtausendealte Geschichte zurück, ist tief in Wirtschaft und Gesellschaft verankert und gilt bis heute als unangefochtenes Reserve-Asset. Bitcoin dagegen ist noch immer jung, muss Vertrauen erst aufbauen und kämpft mit Skepsis sowie offenen Fragen.
Gleichzeitig bringt es Eigenschaften mit, die es Gold sogar voraus hat: überprüfbare Knappheit, Dezentralität und die Möglichkeit, Bestände transparent nachzuprüfen – ein Vorteil, der das Vertrauensrisiko klassischer Goldreserven minimiert. Bitcoin könnte daher den Weg von Gold wiederholen, aber mit besseren Eigenschaften als modernes Reserve-Asset in einer digitalen Welt.

Quellen
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