Für Bitcoin ist vor allem ein Szenario kritisch, das die Autoren als “On-Spend-Angriff” beschreiben. Dabei würde ein Quantencomputer den Private Key aus einem gerade offengelegten Public Key ableiten, während eine Transaktion noch im Mempool liegt. Unter den von Google angenommenen Bedingungen könnte das in etwa neun bis zwölf Minuten gelingen und damit potenziell noch innerhalb des durchschnittlichen Bitcoin-Blockintervalls, das zehn Minuten beträgt.
Das Paper macht zugleich klar, dass es nicht um einen unmittelbaren Kollaps des Kryptomarkts geht. Die Autoren raten der Industrie ausdrücklich zu einem geordneten Umstieg auf Post-Quantum-Kryptografie. Google mischt mit seinem Quantenprozessor Willow selbst im Rennen mit. Der Konzern verfolgt selbst eine Migration zu Post-Quantum-Kryptografie bis 2029.
Betroffen seien jedoch nicht nur Bitcoin-Wallets, sondern auch Ethereum-Konten, Smart Contracts, Proof-of-Stake-Validatoren und ruhende Wallets mit lange exponierten Public Keys. Das Whitepaper beziffert allein bei Bitcoin den Bestand potenziell verwundbarer ruhender Coins auf bis zu 2,3 Millionen BTC. Eine andere Studie kommt zu dem Ergebnis: Jeder dritte Bitcoin wäre potenziell bedroht.
Google betont zugleich, dass nicht jede Horrorprognose zutrifft. So sei etwa Bitcoin-Mining selbst nicht der zentrale Angriffspunkt. Die eigentliche Botschaft lautet vielmehr, dass die Krypto-Industrie den Umstieg auf quantensichere Verfahren nicht länger aufschieben sollte.

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