NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Montag wegen der von Saudi-Arabien abgeschalteten Ölpipeline und der weiter ungeklärten Lage rund um die Straße von Hormus deutlich zugelegt. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November stieg um 4,32 Prozent auf 109,16 US-Dollar. Zeitweise war der Preis bis auf fast 110 Dollar (Dollarkurs) geklettert. Am Freitag hatte der Brent-Preis seinen jüngsten Höhenflug noch unterbrochen und war etwas gefallen.
Für dich zusammengefasst:
Ölpreise steigen aufgrund abgeschalteter Ölpipeline.
Brent-Preis erreicht 109,16 US-Dollar für November-Lieferung.
Erdgaspreise steigen auf den höchsten Stand seit Ende 2022.
Grund für den Rückgang am Freitag war die Hoffnung auf eine Entspannung im Nahostkonflikt. Am Wochenende verschärfte sich die Lage jedoch wieder. So setzt der Konflikt im Nahen Osten den weltgrößten Ölexporteur Saudi-Arabien massiv unter Druck. Nach der iranischen Blockade der Straße von Hormus und der zunehmenden Bedrohung der Meerenge Bab al-Mandab durch die Huthi-Miliz im Jemen muss das Königreich nach Drohnenangriffen auch eine wichtige Pipeline abschalten.
Eine daraus folgende zusätzliche Reduzierung saudischer Exporte könnte die Ölpreise weiter steigen lassen. Die Ost-West-Pipeline, die unter Umgehung der faktisch blockierten Straße von Hormus große Mengen Öl (Rohöl) vom Persischen Golf zum Roten Meer bringen kann, wurde nach Angriffen auf die Leitung in den Regionen Riad und Medina vorsorglich stillgelegt.
Zudem wurde das für diesen Montag geplante Außenministertreffen der Staaten am Persischen Golf im Oman verschoben. "Saudi-Arabien hat darum gebeten, dass diese Sitzung nicht stattfindet", sagte der iranische Außenamtssprecher Ismail Baghai in Teheran. Auf Nachfrage bestätigte er, dass die jüngsten Entwicklungen im Jemen dabei eine Rolle gespielt hätten. Vergangene Woche waren die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen im Bürgerkriegsland Jemen überraschend schnell zur wichtigen Meerenge Bab al-Mandab vorgedrungen.
Brent-Rohöl hat sich seit dem Kriegsbeginn deutlich verteuert. Ende Februar hatte der Preis noch bei 70 Dollar gelegen. Ende April war er zwischenzeitlich bis auf 126 US-Dollar gestiegen.
Deutlich zugelegt haben am Montag auch die Erdgaspreise. Der richtungsweisende Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat stieg an der Börse in Amsterdam um mehr als fünf Prozent und erreichte bei 83,78 Euro je Megawattstunde (MWh) den höchsten Stand seit Ende 2022.
Der europäische Gaspreis hat sich in diesem Jahr fast verdreifacht, da beim Iran-Krieg und den damit verbundenen Einschränkungen bei den Lieferungen von Energierohstoffen weiterhin kein Ende in Sicht ist. Überdies stehen europäische Länder, darunter auch Deutschland, unter Druck, die ungewöhnlich niedrigen Füllstände der Gasspeicher vor dem Winter wieder zu füllen. Experten gehen davon aus, dass der Wettbewerb um Lieferungen während der Heizperiode härter ausfallen könnte, sollten die weltweiten Lieferströme weiterhin knapp bleiben.
Die Lieferungen von Flüssigerdgas (LNG) nach Westeuropa hatten zwar Anfang September zugenommen, wie aus Schiffsverfolgungsdaten hervorgeht, die von der Nachrichtenagentur Bloomberg ausgewertet wurden. In der vergangenen Woche seien die Lieferungen aber wieder gesunken, während sich gleichzeitig die Befüllung der Gasspeicher verlangsamt habe./jsl/jha/
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