Goldman Sachs hat seine Prognosen für die Ölpreise im zweiten Quartal 2026 nach unten angepasst und verweist dabei auf die jüngste geopolitische Entspannung zwischen den Vereinigten Staaten und Iran. Die US-Investmentbank reduzierte ihre Erwartung für Brent auf durchschnittlich 90 US-Dollar je Barrel, nachdem zuvor 99 US-Dollar prognostiziert worden waren. Für die US-Referenzsorte WTI senkte Goldman die Schätzung auf 87 US-Dollar von bislang 91 US-Dollar.
Auslöser für die Anpassung ist die Vereinbarung der zweiwöchigen Waffenruhe zwischen Washington und Teheran.
Langfristige Prognosen bleiben unverändert
Trotz der Senkung der kurzfristigen Preisziele beließ Goldman Sachs seine Prognosen für die zweite Jahreshälfte 2026 unverändert. Für das dritte Quartal rechnet die Bank weiterhin mit einem durchschnittlichen Brent-Preis von 82 US-Dollar je Barrel und 77 US-Dollar für WTI. Im vierten Quartal werden 80 US-Dollar für Brent und 75 US-Dollar für WTI erwartet.
Allerdings betont Goldman, dass die Risiken für die Preisentwicklung weiterhin klar nach oben gerichtet seien. Hintergrund seien mögliche länger anhaltende Produktionsausfälle im Nahen Osten sowie die Gefahr, dass die Waffenruhe scheitern könnte.
In einem negativen Szenario, in dem die Feuerpause zusammenbricht und die Region dauerhaft rund zwei Millionen Barrel pro Tag weniger produziert, könnte der Brent-Preis laut Goldman Sachs im vierten Quartal auf durchschnittlich 115 US-Dollar je Barrel steigen.
Goldman senkt TTF-Prognose deutlich
Neben dem Ölmarkt passte Goldman Sachs auch seine Erwartungen für europäische Erdgaspreise an. Die Prognose für den europäischen Referenzpreis TTF im zweiten Quartal 2026 wurde auf 50 Euro pro Megawattstunde gesenkt, nachdem zuvor 70 Euro erwartet worden waren.
Die Bank begründet den Schritt mit der Annahme, dass sich LNG-Lieferungen durch die Straße von Hormus ab Mitte April schrittweise normalisieren werden.
Doch auch hier bleibt das Risiko erhöhter Preise bestehen: Sollte es zu erheblichen Verzögerungen bei LNG-Transporten kommen oder Infrastruktur beschädigt werden, könnten die Gaspreise laut Goldman erneut über 75 Euro je Megawattstunde steigen.
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