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ROUNDUP: US-Wirtschaft wächst etwas stärker als erwartet

WASHINGTON (dpa-AFX) - Die US-Wirtschaft ist im Frühjahr etwas stärker gewachsen als erwartet. Im zweiten Quartal stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zum Vorquartal um annualisiert 3,0 Prozent, wie das Handelsministerium am Mittwoch in Washington laut einer ersten Schätzung mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt lediglich mit einem Anstieg um 2,6 Prozent gerechnet. Ein moderater Anstieg der Konsumausgaben und ein starker Rückgang der Importe stützten das Wirtschaftswachstum. Im ersten Quartal war die US-Wirtschaft noch um 0,5 Prozent geschrumpft.

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Die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump spielt eine entscheidende Rolle. Im ersten Quartal waren die Importe noch stark gestiegen, da sich viele Unternehmen mit Waren eindeckten, bevor die Zölle in Kraft getreten sind. Die im zweiten Quartal gesunkenen Importe stützten jetzt das Wachstum. Hinzu kommt der private Konsum der annualisiert um 1,4 Prozent gewachsen ist.

"Die starken Schwankungen gehen auf den Zollkonflikt zurück, der Verzerrungen beim Außenhandel verursacht hat", kommentierte Christoph Balz, Volkswirt bei der Commerzbank (Commerzbank Aktie). "Sinnvollerweise interpretiert man daher das erste Halbjahr im Ganzen." Die US-Wirtschaft habe mit einem durchschnittlichen Quartalswachstum von 1,2 Prozent in diesem Jahr deutlich an Schwung verloren. "Wir gehen aber weiterhin davon aus, dass eine Rezession vermieden werden kann", schreibt Balz.

"Die US-Zölle und die damit verbundenen teureren Einfuhren werden das Wachstum im weiteren Jahresverlauf dämpfen", erwartet Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. "Die privaten Konsumausgaben werden geringer ausfallen und aufgrund der mit Zöllen einhergehenden Unsicherheiten dürften auch die Wachstumsraten der Anlageinvestitionen nicht mehr an die Vorgaben der Vorjahre anknüpfen können."

In den USA werde Daten zum Wirtschaftswachstum annualisiert angegeben, also auf das Jahr hochgerechnet. Sie geben an, wie stark die Wirtschaft wachsen würde, wenn das Tempo ein Jahr lang anhielte. In Europa wird auf diese Methode verzichtet, weshalb die Zahlen nicht direkt miteinander vergleichbar sind. Um auf eine mit Europa vergleichbare Wachstumsrate zu kommen, müsste man die US-Rate durch vier teilen.

Der Euro geriet nach den Daten weiter unter Druck und fiel auf ein Tagestief von 1,1469 US-Dollar. Die Kurse von US-Staatsanleihen gaben weiter nach. Der Dax bewegte sich nicht nachhaltig./jsl/jha/

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