NEW YORK (dpa-AFX) - Die Aktien von SpaceX haben sich am Donnerstag in der Nähe ihres Rekordtiefs stabilisiert. Damit verdauten die Anleger recht gut eine nun erfolgte, erste Freigabe von bis zu 911,5 Millionen Papieren im Wert von rund 100 Milliarden US-Dollar aus einer gestaffelten Haltefristvereinbarung, die Insider zuvor am Verkauf der Titel gehindert hatte. Bei dieser Anlegergruppe handelt es sich vor allem um Altaktionäre und bestimmte Mitarbeiter, die so eine plötzliche Überflutung des Marktes mit Wertpapieren verhindert hatten.
Für dich zusammengefasst:
SpaceX-Aktien stabilisieren sich nahe Rekordtief.
Erste Freigabe von bis zu 911,5 Millionen Aktien erfolgt.
Leerverkaufspositionen am Aktienbestand bei 36 Prozent.
Die Titel des Raumfahrt- und KI-Unternehmens stiegen zuletzt um gut zwei Prozent auf 110,67 Dollar (Dollarkurs). Damit sind die SpaceX-Aktien nicht weit entfernt von ihrem Anfang August erreichten historischen Tiefststand von knapp 105 Dollar.
SpaceX war am 12. Juni an die Börse gegangen. Nach drei fulminanten Handelstagen aber kam schnell Ernüchterung auf. Beobachter kritisierten die sehr hohe Bewertung der Aktien, zudem sahen sie einen Widerspruch zwischen den Zukunftshoffnungen und den harten Geschäftszahlen. Der seinerzeitige Ausgabepreis von 135 Dollar wurde bereits Mitte Juli unterschritten.
Derweil hat der jüngste Kursrutsch auch solche Anleger verstärkt auf den Plan gerufen, die auf sinkende Kurse wetten. Der Anteil der von diesen Investoren aufgebauten sogenannten Leerverkaufspositionen am frei handelbaren Aktienbestand - ein Indikator für die pessimistische Stimmung - lag nach Angaben des Datenanalyseunternehmen S3 Partners zum Börsenschluss am Mittwoch bei ungewöhnlich hohen 36 Prozent.
Am Mittwoch kam es im Zuge der erstmals seit dem Börsengang präsentierten Quartalszahlen zu einem Kursrutsch. Anleger nahmen es dem Tech-Milliardär Elon Musk nicht mehr ab, dass er für seine Weltraum- und KI-Firma die Marke von einer Billion US-Dollar Jahresumsatz schon für 2030 und nicht erst für 2031 in Aussicht stellte.
Zudem agierten die Anleger kurz vor dem Ende der ersten Haltefristvereinbarung nervös, denn das von SpaceX wegen der schieren Masse an Aktien gewählte Modell mehrerer sogenannter Lock-up-Vereinbarungen ist historisch einmalig; entsprechend groß war die Unsicherheit darüber, wie viele Titel letztlich auf den Markt kommen werden.
Für SpaceX-Aktionäre, die ihre Papiere beim Börsengang oder danach erworben haben, könnten mit dem Ablauf der weiteren Sperrfristen zusätzliche Verluste bevorstehen. Analysten von Bernstein bezeichneten den Zeitplan als "ein ungewöhnlich komplexes Modell mit neun wesentlichen Freigabeterminen anstelle einer herkömmlichen 180-Tage-Sperrfrist".
Grundsätzlich aber sind die Bernstein-Experten SpaceX gegenüber positiv eingestellt und erhöhten ihr Kursziel von 239 auf 248 Dollar. Die Fortschritte mit dem Großraketenprojekt Starship überlagerten die Sorgen rund um vorgesehene Investitionen. Die Fachleute erhöhten ihre Schätzungen für das Unternehmen, vor allem bedingt durch die Preisentwicklung im Bereich Künstliche Intelligenz./la/he
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