Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.
Schwellenländer geraten unter Druck, weil die KI- und Chip-Wette plötzlich wackelt. TSMC, Samsung und SK Hynix dominieren den Index. Genau das könnte jetzt zum Risiko werden.
Für dich zusammengefasst:
Aktien aus Schwellenländern sind deutlich gefallen.
Der MSCI Emerging Markets Index verlor 2,8 Prozent.
Japan und Taiwan verloren jeweils mehr als sechs Prozent.
Aktien aus Schwellenländern sind deutlich gefallen. Der MSCI Emerging Markets Index verlor zeitweise 2,8 Prozent auf 1.594 Punkte und steuert damit auf eine technische Korrektur zu. Auslöser sind wachsende Zweifel an den hohen Bewertungen im Bereich künstliche Intelligenz und ein Ausverkauf bei Chip-Aktien in Asien.
Besonders stark traf es Japan und Taiwan. Die Leitindizes beider Märkte verloren mehr als sechs Prozent. Auch TSMC gab nach, obwohl der Chipauftragsfertiger die Gewinnerwartungen übertraf. Anleger störten sich vor allem an der hohen Ausgabenprognose.
Rajeev De Mello von Gama Asset Management sagte, die Sorge über die Bewertungen von Halbleiteraktien habe nach dem starken Anstieg bis Ende Juni zugenommen. Die geringere Sommerliquidität habe den Ausverkauf zusätzlich verstärkt.
Viele Anleger suchen in Schwellenländern eigentlich Diversifizierung. Der breite Index ist aber stark von künstlicher Intelligenz abhängig. TSMC, Samsung Electronics und SK Hynix machen zusammen rund 30 Prozent des MSCI Emerging Markets Index aus. Der Technologiesektor steht für etwa die Hälfte der Allokation. Rund 70 Prozent des Index entfallen auf China, Südkorea und Taiwan.
Zusätzlich belastet der steigende Ölpreis. Die Eskalation zwischen den Vereinigten Staaten und Iran schürt Inflationssorgen und setzt Energieimporteure unter Druck. Wee Khoon Chong von BNY sieht laut Bloomberg vor allem den thailändischen Baht und die indische Rupie belastet.
Chancen abseits der Chip-Rallye
Rory Green von TS Lombard bleibt langfristig positiv für Schwellenländer. Er erwartet laut Barron's für den Rest des Jahres aber ein schwierigeres Umfeld. Besonders Südkorea gilt wegen gehebelter Fonds und vieler Privatanleger als anfällig.
Einige Investoren nehmen deshalb Gewinne bei Technologiewerten mit. Young Jae Lee von Pictet sieht bessere Diversifizierung in Ländern wie Brasilien, Indien und Teilen Afrikas. Dort könnten wachsende Erwerbsbevölkerungen, steigende Einkommen und mehr Konsum für Rückenwind sorgen.
Auch China rückt wieder in den Blick
Tom Harvey von Aberdeen Investments hat Gewinne aus Aktien rund um künstliche Intelligenz mitgenommen und Kapital in Konsumwerte umgeschichtet. Die Bewertungen vieler Internet- und Konsumunternehmen liegen nahe den Tiefständen aus der Corona-Zeit.
Für Anleger heißt das: Schwellenländer bleiben spannend. Doch wer echte Streuung sucht, sollte nicht nur auf die großen Chip- und KI-Gewinner im Index setzen.
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