Wer glaubt, SAP oder ServiceNow sind günstig, wird HIER ins Staunen kommen!

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Ein erstaunter älterer Herr (Symbolbild).
© Krakenimages auf Unsplash.
Die anhaltenden Verluste in der Software-Branche sorgen für immer günstigere Bewertungen, doch so billig wie EPAM Systems ist kaum eine andere Aktie zu haben.
Für dich zusammengefasst:
Hinweis

Noch immer kein Ende des Software-Ausverkaufs in Sicht

Schon seit Monaten befinden sich Software-Aktien wie Microsoft, SAP und ServiceNow im freien Fall. Die Furcht vor einer KI-Disruption stellt die in der Vergangenheit großzügig gewährten Bewertungsprämien in Frage.

Über Kurs-Gewinn-Vielfache von 30, 40 oder sogar 50 (im Fall von ServiceNow) waren Anlegerinnen und Anleger lange bereit hinwegzusehen, weil die Unternehmen bei der Visibilität ihrer Cashflows umso mehr glänzen könnten. Genau diese Sichtbarkeit steht jetzt auf dem Spiel, da Software- und Cloud-Dienstleistungen künftig nicht mehr nutzer- sondern volumenbasiert abgerechnet werden dürften.

Werte aus dem Artikel:
EPAM Systems Aktie 95,38 $ 0,00%
Microsoft Aktie 390,66 $ +0,08%
SAP Aktie 140,26 € +0,26%
ServiceNow Aktie 102,15 $ 0,00%

EPAM Systems bietet Bewertungsvielfache im einstelligen Bereich

Die starken Kursverluste in der Branche haben dazu geführt, dass selbst langfristig zuverlässige Kursgaranten wie Microsoft inzwischen mit hohen Nachlässen gegenüber ihren historischen Bewertungsvielfachen handeln.

Doch die Aktie von EPAM Systems bietet noch mal eine ganz andere Dimension des Bewertungswahnsinns. Der Spezialist für Programmier- und Beratungsdienstleistungen hat in den vergangenen 5 Jahren fast 77 Prozent seines Wertes Verloren. Gegenüber den früheren Rekordnotierungen betragen die Verluste sogar 85 Prozent.

Dadurch liegt das von Analystinnen und Analysten für 2026 erwartete Kurs-Gewinn-Vielfache bei lächerlichen 8,4 – und dass, obwohl das Unternehmen weiterhin wächst, wie die am Donnerstagmittag vorgelegten Quartalszahlen beweisen haben.

Umsatz über den Erwartungen, Nettogewinn gesteigert

Gegenüber dem Vorjahresquartal legten die Erlöse um 7,7 Prozent auf 1,4 Milliarden US-Dollar zu. Damit wurden die Erwartungen um 10 Millionen US-Dollar übertroffen. Auch beim bereinigten Gewinn pro Aktie konnte EPAM Systems glänzen. Der fiel mit 2,86 US-Dollar um 11 Cent höher aus als prognostiziert. Gegenüber dem Vorjahresquartal konnte sich das Unternehme hier um starke 18,7 Prozent steigern.

Besonders wachstumsstark entwickelten sich die Geschäfte mit Kunden aus dem Finanz- und Softwarebereich, wo die Erlöse um 11,5 beziehungsweise 10,9 Prozent kletterten. Ein Rückgang, der durchaus auf KI zurückgeführt werden kann, liegt dagegen bei Informations- und Mediendienstleistungen vor, wo 0,7 Prozent weniger Umsatz erwirtschaftet wurde.

Insgesamt erzielte der Konzern einen Nettogewinn in Höhe von 82,5 Millionen US-Dollar nach 73,5 Millionen US-Dollar im Jahr zuvor. Das bedeutet einen Anstieg um 12,2 Prozent.

Diese Wachstumsprognose überzeugt nicht

Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen mit einem Verlust der Wachstumsdynamik. Trotz des starken Jahresauftakts sollen die Erlöse nur um 4 bis 6,5 Prozent zulegen. Auf organischer Basis wird lediglich mit einem Plus von 2,5 bis 5,0 Prozent gerechnet. Das scheint dem Markt am Donnerstag deutlich zu wenig zu sein, auch wenn EPAM Systems mit seiner Gewinnprognose überzeugen konnte.

Auf berichteter Basis plant das Management mit einem Ertrag von 8,29 bis 8,59 US-Dollar je Aktie. Bereinigt (Non-GAAP) werden 12,98 bis 13,28 US-Dollar pro Anteilsschein erwartet. Das liegt deutlich über der Marktprognose von 12,75 US-Dollar je Aktie.

Aktie fällt auf den tiefsten Stand seit 2017

Die unbefriedigende Wachstumsprognose bestärkte Anlegerinnen und Anleger in der Annahme, dass EPAM Systems Opfer der KI-Revolution werden könnte. Die Aktie wurde daraufhin mit deutlichen Verlusten gehandelt. Schon in der US-Vorbörse verzeichnete das Papier Abschläge von über 7 Prozent.

Zeitweise fiel die Aktie zum ersten Mal seit Dezember 2017 unter 100 US-Dollar. Solche Mehrjahrestiefs gelten in der technischen Analyse als starke Verkaufssignale. Viel Platz nach unten hat die Aktie aber eigentlich nicht mehr, da der Relative-Stärke-Index (RSI) mit 22,5 Punkten bereits tief im überverkauften Bereich liegt.

07.05.26 - ARIVA.DE Redaktion


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