
Freier Fall bei Software-Aktien crasht ServiceNow
Software- und Clouddienstleistungs-Aktien befinden sich bereits seit Wochen und Monaten im freien Fall – Anlegerinnen und Anleger von in den vergangenen Jahren eigentlich als sicher geltenden Adressen wie Microsoft und SAP haben das im Depot deutlich zu spüren bekommen. Agentische KI und Coding-Automatisierungen wie von Anthropic stellen das Geschäftsmodell der in den vergangenen Jahren so erfolgreichen Branche in Frage.
Zu den größten Verlierern des branchenweiten Abverkaufs gehörte in den zurückliegenden eineinhalb Jahren der Workflow-Automatisierungsspezialist ServiceNow, dessen Aktie ausgehend vom Allzeithoch bei rund 240 US-Dollar fast zwei Drittel an Wert verloren hat. Vor allem nach dem Jahreswechsel ging es für die Anteile immer steiler bergab.

Aktie mit tiefstem Stand seit mehr als 3 Jahren
Übergeordnet befindet sich die ServiceNow-Aktie in einem Abwärtstrend, wobei sich das Kursgeschehen seit dem Jahreswechsel 2024/25 in einem Trendkanal mit einer Breite von etwa 75 US-Dollar abgespielt hat. Zwar kam es im Rahmen von Erholungen zu zwischenzeitlichen Ausbruchsversuchen, diese waren jedoch ohne nachhaltigen Erfolg.
Gescheiterter Anstiegsversuche schon über die 50-Tage-Linie im Dezember und im Februar sorgten dann für eine Kapitulation der Käuferinnen und Käufer, woraufhin sich der Abwärtstrend beschleunigte und die Aktie schließlich sogar unter 100 US-Dollar fiel, was den niedrigsten Stand seit März 2023 bedeutete. Solche Mehrjahrestiefs gelten in der technischen Analyse als starke Verkaufssignale.
Doch diese Entwicklungen stimmen jetzt zuversichtlich
Mit Blick auf den Relative-Stärke-Index (RSI) zeigt sich jedoch, dass die Bären ihr Pulver für Kurse unter 100 US-Dollar bereits verschossen hatten. Dadurch konnte das Verkaufssignal keine Wirkung entfalten und die Aktie startete eine Erholung. Zu dieser haben bullishe Divergenzen im Trendstärkeindikator MACD zusätzlich beigetragen, der sich bereits seit Ende Januar in einem Erholungstrend befindet.
In den vergangenen Wochen gelang so ein kurzfristiger Aufwärtstrend, der am Montag mit dem Anstieg über die 50-Tage-Linie für ein erstes Kaufsignal sorgen konnte. Dieses wird ergänzt durch den MACD, der über die Nulllinie geklettert ist und den neuen Aufwärtstrend damit bestätigt. Auch der gut erholte RSI zeigt eine neue Dynamik der Aktie an.
Diese musste am Dienstag und Mittwoch zwar Federn lassen, doch der Ausbruch über die 50-Tage-Linie sowie über die Marke von 100 US-Dollar konnten verteidigt werden. Das spricht für eine starke Unterstützung und anhaltendes Kaufinteresse und damit für die Nachhaltig dieses Ausbruchsversuches im Vergleich zu vorherigen.
Das könnte dich auch interessieren | 20.05.26 - ARIVA.DE Redaktion |
Fazit: Schnäppchenjäger greifen jetzt zu
Damit liegt bei der Aktie von ServiceNow eine insgesamt stark verbesserte charttechnische Ausgangslage vor, die mutige Anlegerinnen und Anleger jetzt zum Einstieg nutzen können.
Warum "mutig"? Aus dem Schneider ist das Papier grundsätzlich noch nicht, da der übergeordnete Abwärtstrend nach wie vor vorherrschend ist und erst für Kurse oberhalb von 155 US-Dollar als beendeten gelten dürfte. Für antizyklisch agierende Investoren liegt jedoch ein zufriedenstellendes Setup vor.
Auch mit Blick auf die Unternehmensbewertung dürften die Aufwärtschancen die noch vorhandenen Abwärtsrisiken inzwischen überwiegen. Ein KGVe 2026 von 25,1 bedeutet gegenüber dem 5-Jahres-Mittel von 62,7 einen Abschlag von 60 Prozent. Gleichzeitig ist ServiceNow dank eines Kurs-Gewinnwachstumsverhältnisses (PEG) von 1,01 aus fundamentaler Perspektive als günstig einzuschätzen.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross