ROSTOCK (dpa-AFX) - Vor der heutigen Konferenz der norddeutschen Regierungschefs in Rostock kommt aus der Windkraftbranche Kritik an geplanten Änderungen des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) und am Netzanschlusspaket. "Wir fordern die teilnehmenden Regierungschefs auf, gemeinsam auf die Bundesregierung einzuwirken und die geplanten Regelungen so nachzubessern, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien nicht ausgebremst wird", sagte Robert Vogt, Vorstand des WindEnergy Network (WEN).
Für dich zusammengefasst:
Die Windkraftbranche kritisiert geplante EEG-Änderungen.
Aktuelle Novellen könnten den Windenergieausbau bremsen.
WEN fordert zügigen Ausbau der Verteilnetze in Norddeutschland.
Die Wirtschaft der erneuerbaren Energien ist dem Verein zufolge für Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein von herausragender Bedeutung. Da jeder zweite Job der bundesweit 436.000 Beschäftigten in der Branche unmittelbar an die Höhe der Investitionen gekoppelt sei, hätten die aktuellen Novellen das Potenzial, den Windenergieausbau bundesweit auszubremsen.
Der Verein sieht unter anderem kritisch, dass Entschädigungszahlungen für Betreiber von Windkraftanlagen in bestimmten Gebieten entfallen sollen, die sie bislang erhalten, wenn ihre Anlagen abgeregelt werden. Diese Eingriffe werden Redispatch genannt und sollen Netzengpässe verhindern, wenn der Strom nicht mehr aufgenommen werden kann. Die Entschädigungen kosten jedes Jahr Milliarden.
WEN: Netzausbau, statt Wegfall von Entschädigungen
WEN fordert zumindest einen weniger strengen Richtwert, um weniger Anlagen von diesen Entschädigungszahlungen auszuschließen, sieht den Wegfall solcher Entschädigungen aber grundsätzlich kritisch und warnt vor Investitionsunsicherheiten. Ein stärker Netzausbau und die Ermöglichung direkter Abnahme des Stroms sollten aus Branchensicht zu einer besseren Energienutzung führen.
Zudem drängt das WEN auf einen zügigen Ausbau der Verteilnetze. Die norddeutschen Länder sollten sich bis spätestens Ende des Jahres für ein Verteilnetzpaket aussprechen, wie es der Koalitionsausschuss im Juli beschlossen habe. "Die Modernisierung und Digitalisierung der Verteilnetze muss Hand in Hand mit einem beschleunigten Verteilnetzausbau gehen, um den Wirtschaftsstandort Deutschland nicht zu gefährden", teilte der Verein aus Mecklenburg-Vorpommern mit, zu dem nach eigenen Angaben mehr als 90 Mitgliedsunternehmen gehören.
Die Regierungschefs der fünf norddeutschen Bundesländer Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern kommen am Donnerstag unter dem Vorsitz von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuel Schwesig (SPD) zusammen. Bei der turnusmäßigen Jahreskonferenz stehen die Themen Wirtschaft, Häfen und Energie auf der Tagesordnung./chh/DP/mis
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