Der Streaming-Riese Netflix hat am Donnerstag einen Aktiensplit im Verhältnis 1:10 angekündigt. Damit soll die bislang über 1.000 US-Dollar teure Aktie für Privatanleger und Mitarbeiter mit Aktienoptionen leichter zugänglich gemacht werden, ohne dass sich am tatsächlichen Unternehmenswert etwas ändert. Zudem gibt es Gerüchte zu einer Übernahme von Warner Bros durch Netflix.
Für dich zusammengefasst:
Netflix plant am 10. November einen Aktiensplit.
Aktionäre erhalten neun zusätzliche Aktien pro Anteil.
Aktionäre, die am 10. November im Besitz von Netflix-Aktien sind, erhalten neun zusätzliche Aktien für jede gehaltene. Die Zuteilung erfolgt am 14. November, der Handel zum neuen, angepassten Kurs startet am Montag, dem 17. November.
Die Netflix-Aktie war in den vergangenen Jahren rasant gestiegen und notierte zuletzt bei 1.089 US-Dollar – ein Plus von 42 Prozent seit Jahresbeginn. Nachbörslich legte das Papier nach Bekanntgabe der Maßnahme nochmals um rund zwei Prozent zu.
Mit diesem Schritt reiht sich Netflix in eine kleine Gruppe von nur zehn S&P-500-Unternehmen ein, deren Aktien über der Marke von 1.000 US-Dollar notieren. Solche Splits sind bei stark gestiegenen Kursen üblich, um die Aktie psychologisch attraktiver und handelbarer zu machen. Allerdings hat sich ihr praktischer Nutzen im Zeitalter des Bruchstückhandels deutlich relativiert.
Ein Aktiensplit verändert lediglich die Anzahl der Aktien und den Stückpreis, während der Gesamtwert des Investments identisch bleibt. Fundamentale Kennzahlen wie Gewinn, Umsatz oder Marktkapitalisierung bleiben unverändert.
Legendäre Investoren wie Warren Buffett lehnen solche kosmetischen Schritte ab. Die A-Aktie von Berkshire Hathaway kostet inzwischen über 717.000 US-Dollar; ein Split kam für Buffett nie infrage. Stattdessen führte er eine günstigere B-Aktie ein, die derzeit rund 478 US-Dollar kostet.
Für Netflix ist es bereits der dritte Aktiensplit in der Unternehmensgeschichte nach früheren Teilungen in den Jahren 2004 und 2015.
Gerüchte um Warner Bros-Übernahme
Laut einem exklusiven Reuters-Bericht prüft Netflix zudem die Übernahme von Warner Bros. Discovery und habe dafür die Investmentbank Moelis & Co. engagiert. Der Streamingriese habe bereits Zugang zu den Finanzdaten des Medienkonzerns erhalten und könnte mit dem Deal Marken wie Harry Potter, DC Comics und HBO unter sein Dach holen.
Netflix-CEO Ted Sarandos betonte zwar, dass Netflix "mehr Erbauer als Käufer" bleibe, er sehe aber strategische Chancen, um das Streamingangebot zu stärken. Ein Einstieg in klassische TV-Sender wie CNN oder TNT ist dagegen ausgeschlossen. Eine Übernahme von Warner Bros. Discovery wäre ein historischer Schritt, der die Machtverhältnisse in der globalen Unterhaltungsindustrie neu ordnen könnte.
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