ams-Osram: Jefferies erhöht Kursziel brutal - ist Meta der geheinisvolle KI-Konzern?
ARIVA.DE Redaktion  | 
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KI generiert mit DALL-E
ams-Osram bleibt im KI-Rausch: Zu Wochenbeginn legt die Aktie erneut rund 13 Prozent zu, nachdem sie bereits nach den Zahlen und vor allem wegen der neuen KI-Photonik-Partnerschaft zeitweise um bis zu 40 Prozent nach oben geschossen war. Jetzt legt Jefferies nach und erhöht das Kursziel brutal. Der Verdacht der Analysten: Hinter dem geheimnisvollen Partner für optische Datenübertragung könnte Meta stecken.
Für dich zusammengefasst:
ams-Osram Aktie stieg um bis zu 40 Prozent nach Quartalszahlen.
Umsatz fiel um 3 Prozent auf 796 Millionen Euro im Q1.
Jefferies hob das Kursziel von 8,30 auf 21 Franken an.
ams-Osram ist an der Börse derzeit kaum zu bremsen. Zum Wochenauftakt zählt die Aktie erneut zu den stärksten Werten im Schweizer Markt und legt erneut zweistellig zu. Der große Kursschub begann allerdings bereits vergangene Woche: Nach den Quartalszahlen und der Ankündigung einer Entwicklungspartnerschaft im Bereich KI-Photonik sprang die Aktie in der Spitze um bis zu 40 Prozent nach oben.
Damit hat sich die Dynamik noch einmal verschärft. In den vergangenen 5 Handelstagen summiert sich das Plus nach den vorliegenden Marktdaten auf rund 56 Prozent. Seit Jahresbeginn steht sogar ein Gewinn von fast 150 Prozent zu Buche. Aus einer lange angeschlagenen Turnaround-Aktie ist binnen weniger Wochen eine der heißesten europäischen KI-Spekulationen geworden.
Nicht die Zahlen waren der eigentliche Kurstreiber
Operativ war das 1. Quartal solide, aber keineswegs spektakulär. Von Januar bis März sank der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 3 Prozent auf 796 Millionen Euro. Damit lag AMS Osram zwar im oberen Bereich der eigenen Prognosespanne und über den Erwartungen, ein echter Wachstumsbericht war das aber nicht. Das Unternehmen verwies unter anderem auf den Verkauf von zwei Geschäftseinheiten sowie saisonale Effekte.
Auch das bereinigte EBITDA ging um 3 Prozent auf 131 Millionen Euro zurück. Die bereinigte EBITDA-Marge lag mit 16,5 Prozent nur leicht über dem Vorjahreswert von 16,4 Prozent und am oberen Ende der Unternehmensprognose von 15 Prozent plus/minus 1,5 Prozentpunkte.
Die Zahlen waren also besser als befürchtet, aber nicht der eigentliche Grund für die Explosion der Aktie. Der entscheidende Auslöser war die Nachricht, dass ams-Osram mit einem führenden KI-Infrastrukturpartner an Technologien zur optischen Datenübertragung arbeitet.
Die neue Fantasie heißt KI-Photonik
ams-Osram teilte mit, eine Entwicklungsvereinbarung mit einem führenden Partner aus dem Bereich KI-Rechenzentrumsinfrastruktur geschlossen zu haben. Ziel ist es, neue, auf Digital Photonics basierende Technologien für optische Interconnects zu entwickeln und zu kommerzialisieren. Die Produktentwicklung sei bereits angelaufen.
Für Anleger ist das der entscheidende Punkt: Wenn KI-Rechenzentren immer mehr Daten mit immer höherem Tempo und niedrigerem Energieverbrauch bewegen müssen, gewinnen optische Verbindungen massiv an Bedeutung. Genau hier könnte ams-Osram mit seinen Photonik-Technologien einen neuen Wachstumsmarkt erschließen.
Konzernchef Aldo Kamper machte deutlich, dass die Entwicklung noch früh ist. Gleichzeitig sieht das Unternehmen das Potenzial, die Technologie gemeinsam mit dem Partner zu skalieren. Bis spätestens 2030 könnten daraus Umsätze von rund 100 Millionen Euro entstehen – möglicherweise auch früher.
Jefferies vermutet Meta hinter dem Deal
Jetzt kommt Jefferies ins Spiel. Analyst Janardan Menon hat das Kursziel für ams-Osram deutlich von 8,30 auf 21 Franken erhöht und die Aktie von "Hold" auf "Buy" hochgestuft. Seine Begründung: ams-Osram sei dem finanziellen Erfolg mit KI-Photonik dank der Entwicklungspartnerschaft mit einer Branchengröße deutlich nähergekommen. Dabei dürfte es sich aus Sicht von Jefferies um Meta handeln.
Das ist der Stoff, der den Markt elektrisiert. Meta investiert massiv in KI-Infrastruktur, Rechenzentren und langfristig auch in smarte Brillen. Genau in diesen Feldern könnte ams-Osram theoretisch an mehreren Stellen andocken: bei optischer Datenübertragung, Sensorik, LEDs, MicroLEDs und Komponenten für AR-Anwendungen.
Auch die UBS bleibt optimistisch und hat das Kursziel von 13,40 auf 20 Franken angehoben. Die Aktie bekommt damit nicht nur Rückenwind durch die operative Stabilisierung, sondern auch durch die wachsende Fantasie, dass AMS Osram in der KI-Infrastruktur eine wichtigere Rolle spielen könnte als bisher gedacht.
Turnaround bleibt ein wichtiger Teil der Story
Neben der KI-Fantasie läuft auch der Konzernumbau weiter. ams-Osram trennt sich von Randaktivitäten, reduziert Komplexität und will die Bilanz stabilisieren. Der Verkauf des Entertainment-&-Industrial-Lamps-Geschäfts an Ushio ist abgeschlossen, der Verkauf des nichtoptischen Sensorgeschäfts an Infineon (Infineon Aktie) soll Mitte 2026 vollzogen werden.
Das soll helfen, Schulden zu reduzieren und die Finanzierung in den kommenden Jahren abzusichern. Wichtig bleibt aber: Der Turnaround ist noch nicht durch. 2026 wird operativ kein Selbstläufer, und der freie Cashflow dürfte durch Umbau, Übergangseffekte und Bilanzmaßnahmen belastet bleiben. Erst 2027 soll sich die Lage klar verbessern.
Der Markt kauft derzeit alles, was nach KI-Photonik klingt
ams-Osram profitiert von einem Umfeld, in dem Anleger bei KI-Infrastrukturwerten kaum zögern. Wer glaubwürdig mit optischer Datenübertragung, Rechenzentren, Photonik oder AR-Brillen in Verbindung gebracht wird, bekommt derzeit einen Bewertungsaufschlag.
Das zeigt auch Coherent. Dort reichte bereits die Nachricht, dass CEO Jim Anderson Teil der US-Wirtschaftsdelegation von Präsident Donald Trump zu einem Treffen mit Xi Jinping in Peking sein soll, um die Aktie erneut zweistellig steigen zu lassen. Der Markt sucht händeringend nach der nächsten KI-Infrastrukturstory und ams-Osram wird plötzlich genau in diese Schublade einsortiert.
Die Story ist heiß – vielleicht zu heiß für einen blinden Einstieg
ams-Osram hat sich von einer Restrukturierungsstory in eine KI-Photonik-Spekulation verwandelt. Die Zahlen waren besser als erwartet, aber nicht stark genug, um die Kursbewegung allein zu erklären. Der wahre Treiber ist die Fantasie um den nicht genannten KI-Partner und Jefferies gießt mit der Meta-Spekulation zusätzlich Öl ins Feuer.
Für risikofreudige Anleger ist die Aktie damit hochspannend. Die Mischung aus Turnaround, Bilanzverbesserung, Photonik, KI-Rechenzentren und möglichem Meta-Bezug hat enormes Kurspotenzial. Gleichzeitig ist nach einem Anstieg von rund 56 Prozent in 5 Handelstagen und fast 150 Prozent seit Jahresbeginn viel Euphorie eingepreist.
Eine Beruhigung vor einem Einstieg wäre wünschenswert. Nur ist genau das derzeit schwierig: Alles, was mit KI, Photonik und Rechenzentrumsinfrastruktur zu tun hat, explodiert an der Börse fast reflexartig.
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