Der Eiffelturm in Paris.
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Nicolas Fuchs Nicolas Fuchs
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Nicolas ist seit 2016 Redakteur bei ARIVA.DE. Seine Expertise in der technischen Analyse und sein Engagement für genaue Prognosen machen ihn zu einer wertvollen Ressource für die Community, die auf aussagekräftige News angewiesen ist.

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Europas Autobauer stellen sich in Paris der Konkurrenz aus China: Ein Kräftemessen auf dem Pariser Autosalon

Die traditionsreichen europäischen Automobilhersteller stehen auf dem Pariser Autosalon zunehmend unter Druck durch aufstrebende chinesische Konkurrenten. Dabei sind die dominierenden Themen E-Mobilität, Preiskampf und Marktverlagerungen.
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Europäische Autobauer unter Druck: Konkurrenz aus China im Fokus

Der Pariser Autosalon 2024 wird zur Bühne eines intensiven Wettbewerbs zwischen den europäischen Automobilherstellern und der zunehmenden Konkurrenz aus China. Mit einem besonderen Schwerpunkt auf Elektrofahrzeuge und zukünftige Marktstrategien, zeigt sich ein klarer Trend: Die europäischen Marken sehen sich gezwungen, ihre Position gegenüber den dynamischen chinesischen Mitbewerbern zu verteidigen. Neun chinesische Automarken, darunter der Weltmarktführer BYD, nutzen die Messe, um ihre Expansion in Europa voranzutreiben. Diese Entwicklung setzt die europäischen Platzhirsche unter erheblichen Druck.

Carlos Tavares, scheidender CEO des Stellantis-Konzerns, betonte in einem Interview, dass die europäischen Autobauer große Anstrengungen unternehmen müssten, um mit der chinesischen Konkurrenz mitzuhalten. Chinesische Rivalen haben dem Stellantis-Konzern sogar angeboten, einige der 14 Marken zu übernehmen – ein Zeichen für die Entschlossenheit der Chinesen, weiter in den europäischen Markt vorzudringen. Werksschließungen und Stellenabbau könnten die Folge sein, wie es bereits bei Volkswagen (VW Aktie) im Raum steht.

China vs. Europa: Ein intensiver Wettbewerb

Der Wettbewerb auf dem europäischen Markt wird zunehmend als eine direkte Auseinandersetzung zwischen Europa und China wahrgenommen. Phil Dunne, CEO der Beratungsfirma Stax, beschrieb die Messe als einen „Kampf“ um Marktanteile. Der staatliche südchinesische Autobauer GAC kündigte beispielsweise an, in Europa nach einem Produktionsstandort zu suchen. Andere chinesische Unternehmen wie BYD, Chery oder Leapmotor verfolgen ähnliche Expansionsstrategien. Das Ziel ist klar: Europa als wichtigen Absatzmarkt zu erobern, während in China selbst ein heftiger Konkurrenzkampf tobt.

Der Wettbewerbsdruck auf dem Heimatmarkt Chinas mit mehr als 100 einheimischen Elektroautoherstellern und ein zunehmender Preiskampf führen dazu, dass die Chinesen verstärkt in den europäischen Markt drängen. Deutsche Automobilhersteller wie Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW (BMW Aktie) mussten zuletzt ihre Gewinnprognosen senken – nicht zuletzt aufgrund des Absatzrückgangs in China, dem weltweit wichtigsten Automarkt.

Europa als Schlüsselmarkt für Chinas Automobilindustrie

Während die USA ihren Markt mit hohen Importzöllen gegen chinesische Autoimporte abschotten, bleibt Europa für die chinesischen Hersteller von strategischer Bedeutung. Die Europäische Union plant jedoch, Zölle von bis zu 45 Prozent auf Elektroautoimporte aus China zu erheben. Dies soll vor allem auf die Subventionen der chinesischen Regierung reagieren, die laut EU den Wettbewerb verzerren. Chinesische Vertreter, darunter BYD-Vizepräsidentin Stella Li, wiesen diese Vorwürfe jedoch zurück und kritisierten die geplanten Zölle als ungerecht.

Trotz dieser Herausforderungen haben chinesische Autohersteller bisher nicht angekündigt, ihre Preise aufgrund der höheren Einfuhrkosten zu erhöhen. Im Gegenteil, viele chinesische Modelle werden weiterhin zu vergleichsweise günstigen Preisen angeboten. So plant GAC, sein Modell „Aion V“, ein kompaktes SUV, 2025 für weniger als 40.000 Euro auf einigen europäischen Märkten einzuführen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis bleibt ein wichtiger Vorteil für die chinesischen Hersteller im europäischen Markt.

Die Reaktion der europäischen Hersteller

Europäische Hersteller wie Renault (Renault Aktie), Stellantis und BMW nutzen den Pariser Autosalon, um ihre eigenen Neuheiten vorzustellen und den technologischen Fortschritt in der E-Mobilität zu betonen. Besonders im Fokus stehen Kostensenkungen, schnellere Entwicklungszyklen und die Einführung innovativer digitaler Cockpit-Funktionen. Dennoch bleibt die Konkurrenzfähigkeit gegenüber den chinesischen Marken eine zentrale Herausforderung.

Die chinesische Präsenz auf dem Pariser Autosalon verstärkt den Druck auf die europäischen Hersteller, radikale Maßnahmen zu ergreifen. Während die chinesischen Unternehmen sich durch niedrigere Preise und eine aggressive Marktstrategie auszeichnen, müssen europäische Autobauer neue Wege finden, um in einem sich schnell verändernden Markt wettbewerbsfähig zu bleiben. Phil Dunne von Stax warnt, dass die Europäer nur noch wenige Jahre Zeit hätten, um ihre Position zu festigen.

Der Pariser Autosalon 2024 zeigt damit nicht nur die neuesten Automodelle, sondern auch den intensiven Wettbewerb zwischen Europa und China – ein Kampf, der das Gleichgewicht auf dem europäischen Automarkt nachhaltig verändern könnte.

Quelle:handelsblatt.com


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