Wirtschaftsnachrichten (Symbolbild)
Quelle: - ©unsplash.com:
Google
dpa-AFX  | 
aufrufe Aufrufe: 178

Koalitionspolitiker schlagen höhere Tabaksteuer vor

BERLIN (dpa-AFX) - Mehrere Politiker der schwarz-roten Koalition bringen eine Erhöhung der Tabaksteuer ins Gespräch. "Tabakkonsum kostet Deutschland jedes Jahr rund 131.000 Menschenleben und verursacht über 30 Milliarden Euro direkte Gesundheitskosten sowie fast 70 Milliarden Euro volkswirtschaftliche Folgekosten", sagte der Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck (CDU) der "Bild". "Deshalb müssen wir bei Tabak als Verursacher der Kosten auch über höhere Tabaksteuern sprechen."

play Anhören
share Teilen
feedback Feedback
copy Kopieren
newsletter
font_big Schrift vergrößern
Für dich zusammengefasst:
Hinweis
Altria Group Inc 65,16 $ Altria Group Inc Chart 0,00%
Zugehörige Wertpapiere:
British American Tobacco plc 52,00 € British American Tobacco plc Chart 0,00%
Zugehörige Wertpapiere:
Imperial Brands plc 37,52 € Imperial Brands plc Chart 0,00%
Zugehörige Wertpapiere:
Reynolds American -   Reynolds American Chart 0,00%
Zugehörige Wertpapiere:

CSU-Politiker: Zwei Euro mehr pro Packung

Der CSU-Gesundheitspolitiker Hans Theiss fordert, mit einer höheren Tabaksteuer eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Medikamente von 19 auf 7 Prozent zu finanzieren - und somit die gesetzlichen Krankenkassen zu entlasten, denen im kommenden Jahr neue Milliardenlücken drohen. "Durch die Mehrwertsteuer-Senkung würden die Kassen bis zu sieben Milliarden Euro jährlich mehr zur Verfügung haben", sagte Theiss der "Bild". Das lasse sich durch eine höhere Steuer auf Zigaretten und Co. gegenfinanzieren. "Konkret würde eine Preiserhöhung von zwei Euro pro Packung reichen."

Anfang der Woche hatte schon die Krankenkasse DAK-Gesundheit vorgeschlagen, die Mehrwertsteuer auf Arzneimittel zu senken und dies mit höheren Steuern auf Tabak und Alkohol zu finanzieren. "Um die Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung 2027 stabil halten zu können, müsste die Mehrwertsteuer auf Arznei- und Heilmittel auf sieben Prozent gesenkt werden", unterstrich DAK-Chef Andreas Storm nun in "Bild".

Gesetzliche Krankenkassen unter Druck

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) erwartet bei den gesetzlichen Krankenkassen für 2027 eine Lücke im zweistelligen Milliardenbereich, die geschlossen werden soll. Eine von ihr eingesetzte Expertenkommission soll bis März Vorschläge zur Stabilisierung vorlegen. Bis zum Jahresende sollen weitergehende Reformvorschläge folgen.

Auch der frühere Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ist für eine Steuererhöhung. "Der Tabak- und Alkoholkonsum hängt von den Preisen ab", sagte er "Bild". Mit einer Steuererhöhung würde der Konsum zurückgehen, argumentiert er. "Die Zusatzeinnahmen könnten in das Gesundheitssystem fließen, um die gesetzlichen Krankenkassen zu entlasten."

"Instrument für den Gesundheitsschutz"

Der Drogenbeauftragte Streeck sagte, höhere Tabaksteuern seien kein "moralischer Zeigefinger, sondern eines der wirksamsten Instrumente für Gesundheitsschutz: Sie senken nachweislich den Konsum, verhindern Krankheiten und entlasten unser solidarisch finanziertes Gesundheitssystem und damit die Beitragszahler". Wenn man einen Teil der Mehreinnahmen in Prävention und Rauchentwöhnung investiere, sei das ein Gewinn für alle.

Die Abgabe auf Zigaretten war in den vergangenen Jahren bereits mehrfach in kleinen Schritten erhöht worden, zuletzt stieg sie zum Jahreswechsel. Weitere Erhöhungen stehen bislang nicht im Gesetz - im Koalitionsvertrag von Union und SPD ist aber vorgesehen, "den geltenden Aufwuchspfad" über das Jahr 2026 hinaus fortzuschreiben./sku/DP/zb

Für dich aus unserer Redaktion zusammengestellt

Dein Kommentar zum Artikel im Forum

Jetzt anmelden und diskutieren Registrieren Login

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.


Weitere Artikel des Autors

Themen im Trend