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VNG-Chef warnt: Wasserstoffnetz droht leere Hülle zu bleiben

LEIPZIG/LEUNA (dpa-AFX) - Der ostdeutsche Energiekonzern VNG sieht beim Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft noch große Hürden. "Das Wasserstoffnetz muss am Ende auch mit Wasserstoff gefüllt werden - sonst bleibt es eine leere Hülle", sagte Vorstandschef Ulf Heitmüller der Deutschen Presse-Agentur. Entscheidend sei, dass Projekte nicht nur gebaut würden, sondern auch Nachfrage und wirtschaftliche Bedingungen zusammenkämen.

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Der Wasserstoffhochlauf komme bislang nur langsam voran. Projekte würden durch lange Genehmigungsverfahren, strenge Vorgaben und fehlende Planungssicherheit ausgebremst, sagte Heitmüller. Gleichzeitig gebe es vielerorts noch keine verlässliche Nachfrage. Zudem lägen die Herstellungskosten über der Zahlungsbereitschaft vieler Unternehmen.

BMW plant Pipeline-Anschluss in Leipzig

Zu den ersten größeren Abnehmern in Ostdeutschland könnte das BMW-Werk in Leipzig gehören. Der Autobauer will seinen Standort an das geplante Wasserstoff-Kernnetz anschließen. Nach aktuellen Planungen soll eine rund zwei Kilometer lange Anschlussleitung ab Mitte 2027 Wasserstoff direkt in das Werk bringen und die bisherige Lieferung per Lastwagen ersetzen.

"Die Planungen und notwendigen Genehmigungen sind in Arbeit und im Zeitplan, der Baubeginn für die Pipeline ist für den Herbst geplant, insofern steht aktuell nichts gegen eine Inbetriebnahme der Pipeline Mitte 2027", teilte das Unternehmen mit. Der Einsatz von Wasserstoff soll zunächst in der Lackiererei beginnen, wo Prozesswärme erzeugt wird. Perspektivisch könnten weitere Anlagen umgestellt werden.

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Zum Start rechnet BMW (BMW Aktie) mit einem Bedarf von rund 150 Tonnen Wasserstoff pro Jahr, der langfristig auf mehr als 1.500 Tonnen steigen könnte. Wirtschaftlich sei der Einsatz allerdings zunächst nur eingeschränkt. "Wir rechnen mit Wirtschaftlichkeit auch ohne Förderungen beim Einsatz mit Wasserstoff frühestens ab Beginn der 30er Jahre", sagte BMW-Sprecher Kai Lichte.

Industrie setzt auf Wasserstoff - etwa in Leuna

Neben der Automobilindustrie setzt auch die Chemiebranche auf Wasserstoff als Baustein für klimafreundlichere Produktion. So plant die Raffinerie des Energiekonzerns Total (Total Aktie) Energies im Chemiepark Leuna, ihre CO2-Emissionen bis 2030 um 50 Prozent zu senken - unter anderem mit Hilfe von grünem Wasserstoff.

Eine Pipeline zwischen dem Energiepark Bad Lauchstädt und der Raffinerie ist bereits im vergangenen Jahr fertiggestellt worden. Die ersten Lieferungen von grünem Wasserstoff werden nach Angaben des Unternehmens jedoch erst im Verlauf dieses Jahres erwartet. Grüner Wasserstoff sei "das zentrale Element unserer CO2-Reduktions-Roadmap", teilte Total Energies mit.

Kernnetz soll Industriezentren verbinden

Grundlage für den Aufbau der Infrastruktur ist das bundesweite Wasserstoff-Kernnetz. Bis 2032 sollen rund 9.000 Kilometer Leitungen entstehen, die große Industriezentren, Importpunkte, Speicher und Erzeugungsanlagen miteinander verbinden. Ein Großteil der Leitungen soll durch die Umrüstung bestehender Erdgas-Pipelines entstehen.

Das Bundeswirtschaftsministerium sieht im Netz eine zentrale Voraussetzung für den Markthochlauf. Gleichzeitig gilt: Ob sich Wasserstoff in der Industrie durchsetzt, hängt maßgeblich von Kosten, Förderinstrumenten und Nachfrage ab./djj/DP/zb

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