Geschworene hatten in einem Rechtsstreit um den glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup den Agrarchemie- und Pharma-Konzern zu knapp 2,1 Milliarden US-Dollar (1,9 Milliarden Euro) Schadenersatz verurteilt. Das teilten die Anwälte des Klägers am Wochenende auf Nachfrage mit. Die Summe beinhaltet 65 Millionen Dollar (Dollarkurs) Schadenersatz sowie 2 Milliarden Dollar sogenannten Strafschadenersatz. Der Kläger macht Glyphosat für seine Krebserkrankung verantwortlich. Das Urteil fiel im US-Bundesstaat Georgia. Bayer kündigte Berufung gegen die Entscheidung an. In der Vergangenheit waren solch hohe Summen später noch deutlich reduziert worden.
Die Entscheidung der Geschworenen sei zwar "wenig hilfreich" und könnte andere Klägeranwälte "mutiger" machen, erklärte Analyst Richard Vosser von der Bank JPMorgan. Grundsätzlich ändere sich jedoch kaum etwas für Bayer. Für den Konzern hänge weiterhin viel von Gesetzesänderungen in den einzelnen Bundesstaaten sowie vom geplanten Gang vor das höchste US-Gericht, den US Supreme Court ab.
Vom Supreme Court hofft Bayer sich perspektivisch ein Grundsatzurteil. Der soll demnach ein für allemal klären, ob Bundesrecht zu Warnhinweisen beim Verkauf von Unkrautvernichtern über dem Recht von Bundesstaaten steht. Allerdings ist offen, ob und wann sich der Supreme Court der Sache annehmen wird.
Dass Bayer derweil mit seiner Lobbyarbeit Erfolg hat, trug im aktuell verlorenen Fall im Bundesstaat Georgia noch keine Früchte. So verwies Analyst Vosser darauf, dass das Parlament und der Senat des Staates bereits eine Gesetzesänderung abgesegnet hätten, die eine Warnung vor Glyphosat-Risiken über das von der US-Umweltbehörde EPA veranschlagte Maß hinaus unnötig mache. Allerdings müsse dieses Gesetz noch vom Gouverneur des Staates unterschrieben werden.
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| Steigender Kurs |
Call
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5
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10
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20
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Put
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5
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10
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20
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Wichtiger sei zudem die Entwicklung im Bundesstaat Missouri, so Vosser. Denn dort seien rund 80 Prozent der noch offenen Fälle wegen angeblicher Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter anhängig. In dem Staat habe ein Gesetz wie in Georgia das Parlament durchlaufen und liege nun beim Senat.
Die Probleme rund um den glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup hatte Bayer sich 2018 mit der über 60 Milliarden Dollar teuren Übernahme des US-Agrarchemiekonzerns Monsanto ins Haus geholt. Im selben Jahr folgte ein erstes Urteil gegen das Dax
Seit dem ersten Urteil haben die Bayer-Aktien rund drei Viertel ihres Wertes eingebüßt. An der Börse ist Bayer damit nur noch 22,4 Milliarden Euro wert./mis/ag/nas
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