- Die Nutzerzahl von ChatGPT stieg auf 300 Millionen.
- Alphabet erreichte einen Gewinnanstieg und Rekordhoch.
- Die Wall Street erwartet einen Umsatz von 75 Milliarden US-Dollar.
- KI-Boom schwächelt - 5 defensive Top-Picks für 2026! (hier klicken)
Die wöchentliche Nutzerzahl von OpenAIs ChatGPT stieg zwischen November 2022 und Dezember 2024 von 1 Million auf 300 Millionen Nutzer. Die Sorge, das Suchgeschäft von Google (Alphabet A Aktie) durch KI unter Druck geraten könne, drückte das Bewertungsniveau: Die Alphabet-Aktie wurde lediglich zum 20-Fachen des erwarteten Gewinns der kommenden zwölf Monate gehandelt und damit günstiger als der S&P 500.
Nun zeigt sich ein komplett anderes Bild: Die Google-Mutter lieferte vier Gewinnanstiege in Folge sowie die Einführung des KI-Modells Gemini 3. Die Aktie legte in zwölf Monaten fast 70 Prozent zu und erreichte in dieser Woche ein Rekordhoch.
Dennoch sollten Anleger nach Ansicht von Barron's an ihrer Position festhalten. Eine Wiederholung der jüngsten Rallye sei zwar unwahrscheinlich, doch eine solide Unternehmensführung gebe dem Kurs weiteren Spielraum.
"Der Anstieg der Aktie von 160 US-Dollar auf heute über 300 US-Dollar hat sie weniger attraktiv gemacht", sagte Bill Nygren, Portfoliomanager der Oakmark Funds.
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| Strategie | Hebel | |||
| Steigender Kurs |
Call
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5
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10
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| Fallender Kurs |
Put
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5
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10
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15
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"Aber Alphabet (Alphabet C Aktie) wird immer noch nicht zu einem Preis verkauft, der über dem liegt, den wir für angemessen halten."
Alphabet bleibt trotz der Kursrallye vergleichsweise günstig. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 26 ist der Konzern die zweitgünstigste Aktie der Magnificent Seven, nur Meta liegt mit einem Verhältnis von 20 darunter.
Der Vergleich zeigt Unterschiede im Ertragstempo: Während Meta hohe Investitionen tätigt, ohne bislang deutlich höhere Gewinne zu erzielen, steigert Alphabet seine Profitabilität. Im dritten Quartal erhöhte das Unternehmen den Vorsteuergewinn um 39 Prozent und erweiterte die Vorsteuermarge um sieben Prozentpunkte, obwohl die Investitionen von 13 Milliarden Dollar (Dollarkurs) auf 24 Milliarden US-Dollar kletterten.
Damit Alphabet das Bewertungsniveau halten kann, müssen die Gewinne weiter steigen. Für 2025 rechnet der Markt mit mehr als zehn US-Dollar Gewinn je Aktie, 2026 sollten es 12 bis 13 US-Dollar sein, damit die Aktie weiteren Auftrieb erhält.
Dieses Szenario hält Dan Salmon von New Street Research für plausibel – vor allem dank des Cloud-Geschäfts. Die Wall Street erwartet für Google Cloud 2026 einen Umsatz von 75 Milliarden US-Dollar nach rund 57 Milliarden US-Dollar in diesem Jahr.
Der KI-Boom dürfte diese Entwicklung stützen. Die Hyperscaler Alphabet, Microsoft (Microsoft Aktie), Meta und Amazon (Amazon Aktie) steigerten ihren Umsatz im dritten Quartal um 25 Prozent und werden laut Schätzungen 2025 rund 366 Milliarden US-Dollar für neue Ausrüstung ausgeben, 2026 dann 478 Milliarden US-Dollar und 2027 rund 534 Milliarden US-Dollar. Die Finanzierung ist laut Loomis-Sayles-Manager Matthew Eagan kein Problem: Die Konzerne verfügen über enorme Liquidität und Bilanzspielräume von weit über einer Billion US-Dollar.
Mit Gemini 3 hat Google zudem demonstriert, dass es im KI-Wettlauf nicht zurückfällt. Die Anwendung umfasst Modelle wie Deep Think für komplexe Schlussfolgerungen, generative Benutzeroberflächen und verbessertes "Vibe Coding" für Entwickler. Gemini erreicht mittlerweile 650 Millionen monatliche Nutzer und hat die Distanz zu ChatGPT deutlich verringert.
Für Nygren ist das keine Überraschung. "Die ersten Reaktionen scheinen ziemlich begeistert zu sein", sagte er.
"Alphabet müsste schon unglaublich schlecht im Investieren von Kapital sein, um nicht zumindest eine Mitführungsposition einzunehmen."
Auch Evercore-Analyst Mark Mahaney sieht Alphabet gut aufgestellt. Das Unternehmen nutze KI, um neue Produkte zu entwickeln und zusätzliche Umsatzquellen zu erschließen. Mit einem Kursziel von 325 US-Dollar bleibe die Aktie trotz der Rallye kaufenswert. "Google ist zwar keine klassische dislocated high quality-Aktie mehr, aber die Fundamentaldaten und das Innovationsniveau sind sehr beeindruckend", schrieb er.
Anleger könnten ihre Positionen anpassen, meint Barron’s. Verkaufen sollten sie allerdings nicht. Denn Alphabet zähle weiterhin zu den klaren KI-Gewinnern.
Autor: sbh-Redaktion/neb
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