Adidas-Aktie nach dem Earnings-Crash: So schätzen Analysten jetzt die Lage ein!
Max Gross
Max Gross
Max Gross verfügt über langjährige Börsenerfahrung, davon fünf Jahre als Redakteur bei einem der führenden Anlegermagazine Deutschlands. Für ARIVA.DE bereitet er Markt- und Unternehmensentwicklungen fundiert, praxisnah und mit klarem Fokus auf Anlageentscheidungen auf. Sein Schwerpunkt liegt auf US-Aktien, Dividendenwerten und Value-Titeln. Ziel seiner Arbeit ist es, Anlegerinnen und Anlegern relevante Informationen, konkrete Investmentideen und belastbare Impulse für den langfristigen Vermögensaufbau zu liefern. Dafür setzt er auf die Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse.
Trotz eines kräftigen Umsatzwachstums kamen die von Adidas in der vergangenen Woche vorgelegten Zahlen nicht gut an. Wie Experten jetzt auf die Aktie blicken.
Für dich zusammengefasst:
Adidas Umsatz stieg um 14 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro.
Analysten empfehlen weiterhin Kauf und bestätigen Kursziele.
Aktie fiel unter die 50-Tage-Linie und zeigt Schwäche.
Nach der aus Sicht von Adidas erfolgreich verlaufenen Fußball-WM der Herrenmannschaften – mit Argentinien und Spanien hatten die Herzogenauracher gleich zwei Mannschaften im Finale stehen, außerdem war das DFB-Trikot trotz des frühen Ausscheidens der deutschen Mannschaft außerordentlich beliebt – waren die Zahlen zum abgelaufenen Quartal mit Spannung erwartet worden.
Auf der Umsatzseite konnte Adidas tatsächlich liefern, denn die Erlöse kletterten um 14 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro. Ein so hohes Wachstum hat in der Sportartikelbranche aktuell kaum jemand vorzuweisen. Bei Mitbewerbern wie Nike und Lululemon stagnieren oder entwickelten sich die Geschäfte seit geraumer Zeit rückläufig.
Der starke Umsatzanstieg war jedoch im wahrsten Sinne des Wortes teuer erkauft, denn trotz höherer Erlöse profitierte Adidas auf der Ertragsseite kaum. Die operative Marge fiel um 70 Basispunkte von 9,2 auf 8,5 Prozent, während sich das Betriebsergebnis nur um 5 Prozent auf 574 Millionen Euro verbesserte. Das stellte Investoren nicht zufrieden und führe zu einem Absturz der Anteile um zeitweise fast 20 Prozent. Unter Analysten fällt das Urteil jedoch deutlich gnädiger aus, wie der folgende Überblick zeigt:
Analystinnen und Analysten bleiben positiv
Vor allem bei Bernstein sieht man sich in seiner Kaufempfehlung für die Aktie bekräftigt. Sowohl die Einstufung mit "Outperform" als auch das Kursziel von 245 Euro wurden beibehalten. Analystin Aneesha Serhman, die laut dem Informationsportal TipRanks als sehr zuverlässige Expertin gilt, sprach von einer Überraschung beim Umsatz und einer Enttäuschung bei den Margen. Die angehobene Umsatzprognose spiegle Rückenwind einerseits und anhaltende "konjunkturelle Herausforderungen" andererseits wider.
Mit der US-Großbank JP Morgan lieferte ein weiteres Institut mit 230 Euro ein deutlich über dem allgemeinen Konsens liegendes Kursziel. Wendy Liu sprach in ihrer Einschätzung von einem "unveränderten Wachstumspfad" des Unternehmens. Sie sieht in der Aktie das branchenintern beste Verhältnis von Chancen und Risiken. Dementsprechend wurde die Empfehlung mit "Übergewichten" bestätigt.
Zahlreiche bekräftigte Empfehlungen und Kursziele
Auch bei der Deutschen Bank, Jefferies und der Schweizer Großbank UBS äußerten sich Expertinnen und Experten positiv zu den Zahlen. Sie alle bekräftigten ebenfalls ihre Kaufempfehlungen und verhängten Kursziele zwischen 205 und 219 Euro.
Deutsche-Bank-Analyst Adam Cochrane fasste die Zahlen zusammen mit "gut, aber nicht gut genug" und verwies auf die nach dem erfolgreichen Verlauf der Fußball-WM hohen Erwartungen. Auch UBS-Experte Robert Kranowski sprach von einer Enttäuschung beim operativen Ergebnis infolge hoher Marketing-Kosten und verwies mit Blick auf die starke Kursreaktion auf die bereits im Vorfeld der Zahlen gut gelaufene Aktie. Jefferies-Analyst James Grzinic teilte die Bedenken bezüglich der unter Druck geratenen Margen, welche die Wachstumsdynamik im zweiten Quartal in den Hintergrund gedrängt hätten.
Eine Mehrheit rät weiterhin zum Kauf
Nach den jüngsten Updates überwiegen die positiven Einschätzungen weiterhin. Bei insgesamt 30 Empfehlungen kommt Adidas 16 mal auf "Kaufen", weitere 8 Mal auf "Übergewichten". Ihnen stehen lediglich 6 neutrale Einschätzungen gegenüber, Verkaufsempfehlungen gibt es keine.
Im Mittel wird der faire Wert der Aktie auf 205,10 Euro veranschlagt, das entspricht gegenüber dem Freitag einer Upside von mehr als einem Viertel. Das höchste Kursziel liegt aktuell bei 255,00 Euro. Ihm stehen 163,00 Euro als die gegenwärtig pessimistischste Einschätzung gegenüber, aber selbst das bietet noch Aufwärtspotenzial.
Aktie jetzt wieder im charttechnischen Niemandsland
Aus charttechnischer Perspektive ist durch den Earnings-Crash einiges zu Bruch gegangen. Adidas hat nicht nur den Widerstand im Bereich von 180 Euro bestätigt, sondern ist auch unter die 50-Tage-Linie gefallen. Die Unterstützung bei 160 Euro sowie die hier ebenfalls verlaufende 200-Tage-Linie hielten dem Verkaufsdruck nur mit Mühe stand.
Mit Blick auf die technischen Indikatoren könnte es jedoch nur eine Frage der Zeit sein, bis die 200-Tage-Linie aufgegeben und der Bereich um 140 Euro noch einmal angelaufen wird, da der Relative-Stärke-Index (RSI) große Schwäche anzeigt, während der Trendstärkeindikator MACD unter seine Nulllinie gefallen ist und damit auf einen neuen (kurzfristigen) Abwärtstrend hindeutet. Bullishe Divergenzen, um das Ruder wieder zugunsten der Bullen herumzureißen, liegen derzeit noch keine vor.
Fazit: Für Investoren besteht kein Grund, sich zu beeilen
Mit Blick auf die Bewertung liegt für 2026 ein KGVe von 16,9 und für 2027 von 13,8 vor. Das sind moderate Werte vor dem Hintergrund des hohen Umsatzwachstums. Weiter eintrüben sollten sich die Margen jedoch nicht, da das Erreichen der Analystenschätzungen sonst schwierig und die tatsächlichen Gewinnvielfache höher liegen könnten.
Wenngleich die Analystinnen und Analysten unverändert optimistisch sind, sollten Anlegerinnen und Anleger gegenwärtig einen vorsichtigen Ansatz bevorzugen und auf eine Bodenbildung der Aktie vorzugsweise im Bereich von 160 oder spätestens bei 140 Euro warten. Alternativ kann auch technisch überzeugender Ausbruch über 180 Euro gekauft werden. Grund zur Eile besteht aktuell also nicht.
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen finden Sie jeweils hier: DE000NG52K51 , DE000NB6NY13 , DE000NB7A9L6 , DE000NB38HW5 , DE000NB7APJ5 , DE000NB7APE6 . Bitte informieren Sie sich vor Erwerb ausführlich über Funktionsweise und Risiken der Produkte. Bitte beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung.
Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet.
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