Industrivarden

Aktie
WKN:  886939 ISIN:  SE0000190126 US-Symbol:  IDTVF Branche:  Kapitalmärkte Land:  Schweden
44,98 €
-0,28 €
-0,62%
24.04.26
Depot/Watchlist
Marktkapitalisierung *
9,08 Mrd. €
Streubesitz
23,43%
KGV
-
Dividende
0,75 EUR
Dividendenrendite
1,99%
Index-Zuordnung
-
Industrivarden Aktie Chart

Industrivarden Unternehmensbeschreibung

Industrivarden ist eine der führenden schwedischen börsennotierten Investmentgesellschaften mit Fokus auf langfristige, aktiv gesteuerte Beteiligungen an etablierten nordischen Industriekonzernen. Das Geschäftsmodell beruht auf einer Kombination aus konzentriertem Aktienportfolio, substanzorientierter Anlagestrategie und aktiver Eigentümerrolle. Industrivarden agiert als Long-Term-Owner, der Einfluss auf Strategie, Kapitalallokation und Corporate Governance der Portfoliounternehmen nimmt. Zentral sind ein konservatives Risikomanagement, die Fokussierung auf wenige Kernbeteiligungen mit signifikanten Stimmrechtsanteilen und der Einsatz von industrieller Expertise statt rein quantitativer Kapitalmarktansätze. Die Investmentgesellschaft strebt eine nachhaltige Wertsteigerung des Nettovermögens durch Kursentwicklung, Dividendenströme und opportunistische Umschichtungen an, ohne sich auf kurzfristige Trading-Gewinne zu stützen.

Mission und strategische Leitlinien

Die Mission von Industrivarden besteht darin, als aktiver, engagierter Ankeraktionär den langfristigen Unternehmenswert der Beteiligungen zu steigern und gleichzeitig eine wettbewerbsfähige Gesamtrendite für die eigenen Aktionäre zu erzielen. Leitend sind dabei drei Grundsätze: Stabilität der Eigentümerstruktur, industrielle Langfristorientierung und kapitalmarktorientierte Disziplin. Strategisch konzentriert sich Industrivarden auf Unternehmen mit starker Marktstellung, robuster Bilanz, klarer Corporate-Governance-Struktur und nachweisbarer Fähigkeit zur freien Cashflow-Generierung über den Zyklus hinweg. Die Gesellschaft versteht sich als Bindeglied zwischen institutionellen Investoren, den Unternehmen und dem schwedischen Kapitalmarkt und verfolgt eine explizit nachhaltigkeitsorientierte Eigentümerpolitik, welche Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekte (ESG) systematisch in die Investitionsentscheidungen integriert.

Produkte, Dienstleistungen und Wertbeitrag

Industrivarden vertreibt keine klassischen Produkte im Sinne industrieller Güter, sondern bietet kapitalmarktseitig im Kern drei Wertversprechen: Zugang zu einem kuratierten Portfolio nordischer Blue Chips, professionelle aktive Eigentümersteuerung und strukturierte Corporate-Governance-Kompetenz. Für Anleger stellt die Aktie von Industrivarden ein Vehikel dar, um diversifiziert an mehreren börsennotierten Kernbeteiligungen zu partizipieren, ohne Einzelaktien selektieren zu müssen. Gegenüber den Portfoliounternehmen erbringt Industrivarden Dienstleistungen als strategischer Sparringspartner, insbesondere in den Bereichen Kapitalstruktur, M&A-Strategie, Effizienzprogramme, Nachhaltigkeitsagenda und Managementbesetzung. Durch Präsenz in Aufsichtsgremien und Nominierungsausschüssen wirkt die Gesellschaft maßgeblich bei der Besetzung von Schlüsselpositionen mit. Zudem übernimmt Industrivarden eine Koordinationsfunktion gegenüber anderen institutionellen Eigentümern, um eine langfristig ausgerichtete Eigentümerallianz zu fördern.

Business Units und organisatorische Struktur

Industrivarden ist traditionell nicht nach klassischen operativen Business Units strukturiert, sondern nach einer fokussierten Investmentorganisation. Die Kernaktivität erfolgt im Investment- und Analysebereich, der für Titelselektion, Portfoliokonstruktion, Risikosteuerung und laufendes Monitoring verantwortlich ist. Ergänzend wirkt eine Corporate-Governance- und Nachhaltigkeitseinheit, die Stimmrechtsausübung, Engagement-Strategie, ESG-Analysen und den Dialog mit den Portfoliounternehmen koordiniert. Unterstützende Funktionen wie Treasury, Reporting, IR und Compliance sichern die kapitalmarktorientierte Umsetzung. Im Ergebnis steht eine schlanke Holding-Struktur mit hoher Transparenz im Hinblick auf Beteiligungsportfolio, Governance-Richtlinien und Eigentümerpolitik.

Alleinstellungsmerkmale und Burggräben

Das zentrale Alleinstellungsmerkmal von Industrivarden ist die Rolle als etablierter, glaubwürdiger Kernaktionär mit jahrzehntelanger Industrieverankerung in Schweden. Der wichtigste Burggraben entsteht aus der Kombination von hoher Stimmrechtsmacht in Schlüsselbeteiligungen, gewachsenem Vertrauenskapital bei Managements und Aufsichtsräten sowie institutionalisierter Governance-Kompetenz. Hinzu kommen mehrere strukturelle Wettbewerbsvorteile: Erstens der Zugang zu qualitativ hochwertigen Deal-Flows und strategischen Informationen, die für reine Finanzinvestoren mit kurzer Haltedauer schwer zugänglich sind. Zweitens die starke Verankerung im schwedischen Corporate-Governance-System mit traditionell einflussreichen Ankeraktionären. Drittens eine konservative Bilanzpolitik, die Handlungsfähigkeit auch in Marktstressphasen erhält. Industrivarden differenziert sich zudem von breit gestreuten Investmentfonds durch hohe Konzentration auf wenige Beteiligungen, was aktiven Einfluss und tiefes Unternehmensverständnis ermöglicht.

Wettbewerbsumfeld und Peer Group

Im Wettbewerbsumfeld ist Industrivarden primär mit anderen nordischen Investmentgesellschaften und Holdingstrukturen vergleichbar, die ebenfalls als langfristige Eigentümer bei großen börsennotierten Unternehmen auftreten. Dazu zählen in Schweden unter anderem Investor AB und Lundbergföretagen. Auf nordischer und europäischer Ebene bestehen funktionale Parallelen zu diversifizierten Beteiligungs- und Investmentholdings, die gleichfalls auf aktive Eigentümerrollen und Value-Orientierung setzen. Strukturell konkurriert Industrivarden darüber hinaus mit passiven Indexfonds, aktiv gemanagten Aktienfonds und Private-Equity-Gesellschaften um Kapital von institutionellen und privaten Anlegern. Der differenzierende Ansatz liegt jedoch stärker in der proprietären Governance-Kompetenz und der Rolle als langfristig sichtbarer Großaktionär, während viele Wettbewerber primär finanzielle Kennzahlen und Benchmark-Vergleiche in den Vordergrund stellen.

Management, Eigentümerstruktur und Strategieumsetzung

Das Management von Industrivarden verfolgt eine klar definierte, langfristige Investitionsstrategie, die auf disziplinierter Kapitalallokation, selektiver Portfoliofokussierung und aktiver Einflussnahme in den Beteiligungsunternehmen basiert. Die Unternehmensführung agiert in enger Verzahnung mit dem Aufsichtsorgan, in dem Vertreter bedeutender Aktionäre sowie erfahrener Industriepersönlichkeiten sitzen. Zentraler Bestandteil der Strategieumsetzung ist ein strukturierter Investmentprozess mit fundamentaler Unternehmensanalyse, Szenariobetrachtungen und Schwerpunkt auf Cashflow-Qualität, Marktposition und Managementqualität der Zielunternehmen. Die Eigentümerstruktur zeichnet sich durch eine stabile Basis aus langfristig orientierten institutionellen Eigentümern und Familienholdings aus, was die Konsistenz der Ausrichtung auf nachhaltige Wertschöpfung unterstützt. Dividendenpolitik und Verschuldungsgrad werden mit Blick auf Risikotragfähigkeit, Flexibilität für opportunistische Zukäufe und Resilienz gegenüber Konjunkturzyklen gesteuert.

Branchen- und Regionenfokus

Industrivarden ist schwerpunktmäßig im nordischen und insbesondere schwedischen Markt verankert. Die wesentlichen Beteiligungen sind überwiegend an der Nasdaq Stockholm gelistete Großunternehmen aus Industrie, Engineering, Werkstofftechnik, Konsumgütern, Finanzdienstleistungen und angrenzenden Sektoren. Der Branchenfokus liegt auf zyklischen und strukturell bedeutenden Industriezweigen mit globaler Wettbewerbsfähigkeit und starker Exportorientierung. Dadurch ist das Portfolio geografisch breit diversifiziert, obwohl der rechtliche Sitz und die Börsennotiz in Schweden liegen. Industrivarden profitiert von der hohen Innovationskraft, soliden Rechtsordnung und ausgeprägten Corporate-Governance-Kultur im nordischen Raum, ist jedoch zugleich den globalen Industrie- und Kapitalmarktzyklen ausgesetzt, da viele Portfoliounternehmen einen hohen Anteil ihres Umsatzes außerhalb Skandinaviens erwirtschaften.

Unternehmensgeschichte und Entwicklung

Industrivarden wurde Mitte des 20. Jahrhunderts in Schweden als Investmentgesellschaft gegründet, um industrielle Kernunternehmen mit stabilen Eigentümerstrukturen zu unterstützen und privaten wie institutionellen Anlegern einen effizienten Zugang zu einem konzentrierten Portfolio von Qualitätsaktien zu ermöglichen. Über die Jahrzehnte entwickelte sich die Gesellschaft von einem eher breit gestreuten Investmentvehikel zu einem fokussierten aktiven Eigentümer mit klarer Corporate-Governance-Rolle. Historisch wurden mehrere bekannte schwedische Industrie- und Dienstleistungskonzerne über lange Zeiträume begleitet, wobei Industrivarden sowohl Restrukturierungsphasen als auch Wachstumsinitiativen konzeptionell und kapitalmäßig mittrug. Die Investmentphilosophie hat sich in Grundzügen kaum verändert: konservativ, fundamental, langfristig und auf Unternehmen mit starker Marktposition ausgerichtet. Anpassungen erfolgten vor allem in der Formalisierung von ESG-Standards, der Professionalisierung des Engagement-Ansatzes und der zunehmenden Transparenz gegenüber dem Kapitalmarkt.

Sonstige Besonderheiten und Governance-Ansatz

Eine besondere Rolle spielt Industrivarden im schwedischen Modell des aktiven Eigentums, in dem große Einzelaktionäre traditionell bedeutenden Einfluss auf die strategische Ausrichtung börsennotierter Unternehmen ausüben. Die Gesellschaft ist regelmäßig in Nominierungsausschüssen und Aufsichtsgremien ihrer Beteiligungen vertreten und agiert als Treiber für professionelle Boards und nachvollziehbare Vergütungssysteme. Der Governance-Ansatz ist stark kodifiziert und umfasst Richtlinien zur Stimmrechtsausübung, Kriterien für Vorstandsbesetzungen und Erwartungen hinsichtlich Nachhaltigkeitsberichterstattung. Industrivarden kommuniziert seine Eigentümerpositionen und Governance-Prinzipien vergleichsweise transparent gegenüber Anlegern. Diese klaren Strukturen, die Fokussierung auf hochwertige Large Caps und der fortlaufende Dialog mit anderen institutionellen Eigentümern sind charakteristische Merkmale der Gesellschaft und prägen ihre Wahrnehmung als verlässlicher, aber zugleich anspruchsvoller Langfristinvestor.

Chancen für konservative Anleger

Aus Sicht defensiv orientierter Investoren bietet Industrivarden mehrere potenzielle Chancen. Erstens ermöglicht die Aktie einen indirekten Zugang zu einem kuratierten Portfolio etablierter nordischer Blue Chips, die sich durch widerstandsfähige Geschäftsmodelle, solide Bilanzen und oftmals starke Marktpositionen auszeichnen. Zweitens kann die Rolle als aktiver Ankerinvestor dazu beitragen, strategische Fehlentwicklungen in den Portfoliounternehmen frühzeitig zu adressieren und eine disziplinierte Kapitalallokation zu fördern. Drittens eröffnet das Holding-Modell die Möglichkeit, Bewertungsanomalien zu nutzen, etwa wenn der Börsenwert der Investmentgesellschaft unter ihrem bereinigten Nettovermögenswert notiert. Hinzu kommt, dass der nordische Kapitalmarkt für seine verlässliche Corporate Governance, transparente Berichterstattung und rechtliche Stabilität bekannt ist, was für sicherheitsorientierte Anleger einen zusätzlichen Attraktivitätsfaktor darstellt.

Risiken und zentrale Unsicherheiten

Trotz der defensiven Ausrichtung ist ein Engagement in Industrivarden mit spezifischen Risiken verbunden. Das konzentrierte Portfolio führt zu höherer Abhängigkeit von der Entwicklung einzelner Großbeteiligungen und den jeweiligen Managemententscheidungen. Sektorale Schwerpunkte im Industrie- und Exportbereich bedingen eine erhöhte Sensitivität gegenüber globalen Konjunkturzyklen, Wechselkursbewegungen und Rohstoffpreisschwankungen. Zudem existiert ein strukturelles Haltegesellschaftsrisiko: Der Markt kann dauerhaft einen Abschlag auf den inneren Wert der Beteiligungen einpreisen, insbesondere wenn Transparenz, Kapitaldisziplin oder Governance nicht den Erwartungen der Investoren entsprechen. Ein weiterer Risikofaktor liegt im regulatorischen und politischen Umfeld, etwa bei veränderten Rahmenbedingungen für Corporate Governance, Dividendenbesteuerung oder nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten. Konservative Anleger sollten diese Unsicherheiten in eine umfassende Risiko-Rendite-Abwägung einbeziehen und Industrivarden eher als Baustein in einem breiter diversifizierten Portfolio betrachten, nicht als alleinige Kernposition.

Realtime-Kursdaten

Geld/Brief 45,12 € / 45,14 €
Spread +0,04%
Schluss Vortag 45,26 €
Gehandelte Stücke 44
Tagesvolumen Vortag 456,06 €
Tagestief 44,98 €
Tageshoch 45,06 €
52W-Tief 29,94 €
52W-Hoch 48,02 €
Jahrestief 38,22 €
Jahreshoch 48,02 €

Community: Diskussion zur Industrivarden Aktie

Zusammengefasst - darüber diskutiert aktuell die Community

  • Industrivärden wird als schwedische, aktiv beteiligende Investmentgesellschaft beschrieben, die ein konzentriertes Portfolio aus großen börsennotierten Beteiligungen hält (Kernwerte Ende 2025 u. a. Volvo, Sandvik, Handelsbanken, Essity, SCA, Skanska, Ericsson, Alleima) und in zwei Aktienklassen notiert ist (A‑Aktie mit höherem Stimmrecht, C‑Aktie meist liquider); die Lundberg‑Sphäre gilt als dominanter, langfristiger Eigentümer.
  • Fundamental wird die Gesellschaft als sehr solide eingestuft — hohe Eigenkapitalquote, niedrige Nettoverschuldung, extrem geringe Verwaltungskosten (0,06 %), starker NAV‑Anstieg im Q1 2026 und gute mehrjährige NAV‑Performance — bei gleichzeitig moderater Dividende (8,75 SEK, knapp 1,8 % auf C‑Kurs) und jüngster Kursnotierung (ca. 488–491 SEK) etwa auf oder leicht über dem zuletzt veröffentlichten NAV.
  • Als Hauptargumente werden die Qualität, Kapitaldisziplin und langfristige Eigentümerorientierung genannt, während Kritik und Risiken in der Konzentration auf zyklische Branchen, regionaler Schwächeabhängigkeit, Technologiesensitivität einzelner Beteiligungen und einer derzeit fehlenden NAV‑Abschlag‑Bewertung liegen; folglich sehen Kommentierende die Aktie als soliden Langfristbestandteil, aber keinen zwingenden kurzfristigen Kauf außer bei einem deutlichen Abschlag auf den Substanzwert.
Hinweis
Jetzt mitdiskutieren

Industrivarden Aktie: Fundamentale Kennzahlen (2024)

Umsatz in Mio. 12.916 kr
Operatives Ergebnis (EBIT) in Mio. 12.854 kr
Jahresüberschuss in Mio. 12.654 kr
Umsatz je Aktie 29,91 kr
Gewinn je Aktie 29,30 kr
Gewinnrendite +7,95%
Umsatzrendite +97,97%
Return on Investment +7,56%
Marktkapitalisierung in Mio. 150.597 kr
KGV (Kurs/Gewinn) 11,90
KBV (Kurs/Buchwert) 0,95
KUV (Kurs/Umsatz) 11,66
Eigenkapitalrendite +7,95%
Eigenkapitalquote +95,06%

Dividenden Kennzahlen

Auszahlungen/Jahr 1
Gesteigert seit 5 Jahre
Keine Senkung seit 5 Jahre
Stabilität der Dividende 0,81 (max 1,00)
Jährlicher 8,24% (5 Jahre)
Dividendenzuwachs 6,24% (10 Jahre)
Ausschüttungs- 10,6% (auf den Gewinn/FFO)
quote 40,9% (auf den Free Cash Flow)
Erwartete Dividendensteigerung 6,06%

Dividenden Historie

Datum Dividende
14.04.2026 8,75 SEK
11.04.2025 8,25 SEK
12.04.2024 7,75 SEK
18.04.2023 7,25 SEK
22.04.2022 6,75 SEK
22.04.2021 8,25 SEK
18.04.2019 0,55 SEK
18.04.2018 0,53 SEK
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Industrivarden Termine

Keine Termine bekannt.

Industrivarden Aktie: Übersicht Handelsplätze

Handelsplatz
Letzter
Änderung
Vortag
Zeit
Düsseldorf 44,98 +0,09%
44,94 € 24.04.26
Frankfurt 45,20 -0,22%
45,30 € 24.04.26
Hannover 45,28 -0,83%
45,66 € 24.04.26
München 45,32 -0,83%
45,70 € 24.04.26
Stuttgart 45,10 -0,22%
45,20 € 24.04.26
L&S RT 45,12 0 %
45,12 € 13:04
Tradegate 44,98 -0,62%
45,26 € 24.04.26
Quotrix 45,22 -0,66%
45,52 € 24.04.26
Gettex 45,08 -0,22%
45,18 € 24.04.26
Weitere Börsenplätze

Historische Kurse

Datum
Kurs
Volumen
24.04.26 45,14 1.982
23.04.26 45,26 456
22.04.26 46,04 4.616
21.04.26 45,68 93
20.04.26 46,52 4.694
Weitere Historische Kurse

Performance

Zeitraum Kurs %
1 Woche 46,88 € -4,05%
1 Monat 42,46 € +5,93%
6 Monate 36,42 € +23,50%
1 Jahr 30,26 € +48,65%
5 Jahre - -

Unternehmensprofil Industrivarden

Industrivarden ist eine der führenden schwedischen börsennotierten Investmentgesellschaften mit Fokus auf langfristige, aktiv gesteuerte Beteiligungen an etablierten nordischen Industriekonzernen. Das Geschäftsmodell beruht auf einer Kombination aus konzentriertem Aktienportfolio, substanzorientierter Anlagestrategie und aktiver Eigentümerrolle. Industrivarden agiert als Long-Term-Owner, der Einfluss auf Strategie, Kapitalallokation und Corporate Governance der Portfoliounternehmen nimmt. Zentral sind ein konservatives Risikomanagement, die Fokussierung auf wenige Kernbeteiligungen mit signifikanten Stimmrechtsanteilen und der Einsatz von industrieller Expertise statt rein quantitativer Kapitalmarktansätze. Die Investmentgesellschaft strebt eine nachhaltige Wertsteigerung des Nettovermögens durch Kursentwicklung, Dividendenströme und opportunistische Umschichtungen an, ohne sich auf kurzfristige Trading-Gewinne zu stützen.

Mission und strategische Leitlinien

Die Mission von Industrivarden besteht darin, als aktiver, engagierter Ankeraktionär den langfristigen Unternehmenswert der Beteiligungen zu steigern und gleichzeitig eine wettbewerbsfähige Gesamtrendite für die eigenen Aktionäre zu erzielen. Leitend sind dabei drei Grundsätze: Stabilität der Eigentümerstruktur, industrielle Langfristorientierung und kapitalmarktorientierte Disziplin. Strategisch konzentriert sich Industrivarden auf Unternehmen mit starker Marktstellung, robuster Bilanz, klarer Corporate-Governance-Struktur und nachweisbarer Fähigkeit zur freien Cashflow-Generierung über den Zyklus hinweg. Die Gesellschaft versteht sich als Bindeglied zwischen institutionellen Investoren, den Unternehmen und dem schwedischen Kapitalmarkt und verfolgt eine explizit nachhaltigkeitsorientierte Eigentümerpolitik, welche Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekte (ESG) systematisch in die Investitionsentscheidungen integriert.

Produkte, Dienstleistungen und Wertbeitrag

Industrivarden vertreibt keine klassischen Produkte im Sinne industrieller Güter, sondern bietet kapitalmarktseitig im Kern drei Wertversprechen: Zugang zu einem kuratierten Portfolio nordischer Blue Chips, professionelle aktive Eigentümersteuerung und strukturierte Corporate-Governance-Kompetenz. Für Anleger stellt die Aktie von Industrivarden ein Vehikel dar, um diversifiziert an mehreren börsennotierten Kernbeteiligungen zu partizipieren, ohne Einzelaktien selektieren zu müssen. Gegenüber den Portfoliounternehmen erbringt Industrivarden Dienstleistungen als strategischer Sparringspartner, insbesondere in den Bereichen Kapitalstruktur, M&A-Strategie, Effizienzprogramme, Nachhaltigkeitsagenda und Managementbesetzung. Durch Präsenz in Aufsichtsgremien und Nominierungsausschüssen wirkt die Gesellschaft maßgeblich bei der Besetzung von Schlüsselpositionen mit. Zudem übernimmt Industrivarden eine Koordinationsfunktion gegenüber anderen institutionellen Eigentümern, um eine langfristig ausgerichtete Eigentümerallianz zu fördern.

Business Units und organisatorische Struktur

Industrivarden ist traditionell nicht nach klassischen operativen Business Units strukturiert, sondern nach einer fokussierten Investmentorganisation. Die Kernaktivität erfolgt im Investment- und Analysebereich, der für Titelselektion, Portfoliokonstruktion, Risikosteuerung und laufendes Monitoring verantwortlich ist. Ergänzend wirkt eine Corporate-Governance- und Nachhaltigkeitseinheit, die Stimmrechtsausübung, Engagement-Strategie, ESG-Analysen und den Dialog mit den Portfoliounternehmen koordiniert. Unterstützende Funktionen wie Treasury, Reporting, IR und Compliance sichern die kapitalmarktorientierte Umsetzung. Im Ergebnis steht eine schlanke Holding-Struktur mit hoher Transparenz im Hinblick auf Beteiligungsportfolio, Governance-Richtlinien und Eigentümerpolitik.

Alleinstellungsmerkmale und Burggräben

Das zentrale Alleinstellungsmerkmal von Industrivarden ist die Rolle als etablierter, glaubwürdiger Kernaktionär mit jahrzehntelanger Industrieverankerung in Schweden. Der wichtigste Burggraben entsteht aus der Kombination von hoher Stimmrechtsmacht in Schlüsselbeteiligungen, gewachsenem Vertrauenskapital bei Managements und Aufsichtsräten sowie institutionalisierter Governance-Kompetenz. Hinzu kommen mehrere strukturelle Wettbewerbsvorteile: Erstens der Zugang zu qualitativ hochwertigen Deal-Flows und strategischen Informationen, die für reine Finanzinvestoren mit kurzer Haltedauer schwer zugänglich sind. Zweitens die starke Verankerung im schwedischen Corporate-Governance-System mit traditionell einflussreichen Ankeraktionären. Drittens eine konservative Bilanzpolitik, die Handlungsfähigkeit auch in Marktstressphasen erhält. Industrivarden differenziert sich zudem von breit gestreuten Investmentfonds durch hohe Konzentration auf wenige Beteiligungen, was aktiven Einfluss und tiefes Unternehmensverständnis ermöglicht.

Wettbewerbsumfeld und Peer Group

Im Wettbewerbsumfeld ist Industrivarden primär mit anderen nordischen Investmentgesellschaften und Holdingstrukturen vergleichbar, die ebenfalls als langfristige Eigentümer bei großen börsennotierten Unternehmen auftreten. Dazu zählen in Schweden unter anderem Investor AB und Lundbergföretagen. Auf nordischer und europäischer Ebene bestehen funktionale Parallelen zu diversifizierten Beteiligungs- und Investmentholdings, die gleichfalls auf aktive Eigentümerrollen und Value-Orientierung setzen. Strukturell konkurriert Industrivarden darüber hinaus mit passiven Indexfonds, aktiv gemanagten Aktienfonds und Private-Equity-Gesellschaften um Kapital von institutionellen und privaten Anlegern. Der differenzierende Ansatz liegt jedoch stärker in der proprietären Governance-Kompetenz und der Rolle als langfristig sichtbarer Großaktionär, während viele Wettbewerber primär finanzielle Kennzahlen und Benchmark-Vergleiche in den Vordergrund stellen.

Management, Eigentümerstruktur und Strategieumsetzung

Das Management von Industrivarden verfolgt eine klar definierte, langfristige Investitionsstrategie, die auf disziplinierter Kapitalallokation, selektiver Portfoliofokussierung und aktiver Einflussnahme in den Beteiligungsunternehmen basiert. Die Unternehmensführung agiert in enger Verzahnung mit dem Aufsichtsorgan, in dem Vertreter bedeutender Aktionäre sowie erfahrener Industriepersönlichkeiten sitzen. Zentraler Bestandteil der Strategieumsetzung ist ein strukturierter Investmentprozess mit fundamentaler Unternehmensanalyse, Szenariobetrachtungen und Schwerpunkt auf Cashflow-Qualität, Marktposition und Managementqualität der Zielunternehmen. Die Eigentümerstruktur zeichnet sich durch eine stabile Basis aus langfristig orientierten institutionellen Eigentümern und Familienholdings aus, was die Konsistenz der Ausrichtung auf nachhaltige Wertschöpfung unterstützt. Dividendenpolitik und Verschuldungsgrad werden mit Blick auf Risikotragfähigkeit, Flexibilität für opportunistische Zukäufe und Resilienz gegenüber Konjunkturzyklen gesteuert.

Branchen- und Regionenfokus

Industrivarden ist schwerpunktmäßig im nordischen und insbesondere schwedischen Markt verankert. Die wesentlichen Beteiligungen sind überwiegend an der Nasdaq Stockholm gelistete Großunternehmen aus Industrie, Engineering, Werkstofftechnik, Konsumgütern, Finanzdienstleistungen und angrenzenden Sektoren. Der Branchenfokus liegt auf zyklischen und strukturell bedeutenden Industriezweigen mit globaler Wettbewerbsfähigkeit und starker Exportorientierung. Dadurch ist das Portfolio geografisch breit diversifiziert, obwohl der rechtliche Sitz und die Börsennotiz in Schweden liegen. Industrivarden profitiert von der hohen Innovationskraft, soliden Rechtsordnung und ausgeprägten Corporate-Governance-Kultur im nordischen Raum, ist jedoch zugleich den globalen Industrie- und Kapitalmarktzyklen ausgesetzt, da viele Portfoliounternehmen einen hohen Anteil ihres Umsatzes außerhalb Skandinaviens erwirtschaften.

Unternehmensgeschichte und Entwicklung

Industrivarden wurde Mitte des 20. Jahrhunderts in Schweden als Investmentgesellschaft gegründet, um industrielle Kernunternehmen mit stabilen Eigentümerstrukturen zu unterstützen und privaten wie institutionellen Anlegern einen effizienten Zugang zu einem konzentrierten Portfolio von Qualitätsaktien zu ermöglichen. Über die Jahrzehnte entwickelte sich die Gesellschaft von einem eher breit gestreuten Investmentvehikel zu einem fokussierten aktiven Eigentümer mit klarer Corporate-Governance-Rolle. Historisch wurden mehrere bekannte schwedische Industrie- und Dienstleistungskonzerne über lange Zeiträume begleitet, wobei Industrivarden sowohl Restrukturierungsphasen als auch Wachstumsinitiativen konzeptionell und kapitalmäßig mittrug. Die Investmentphilosophie hat sich in Grundzügen kaum verändert: konservativ, fundamental, langfristig und auf Unternehmen mit starker Marktposition ausgerichtet. Anpassungen erfolgten vor allem in der Formalisierung von ESG-Standards, der Professionalisierung des Engagement-Ansatzes und der zunehmenden Transparenz gegenüber dem Kapitalmarkt.

Sonstige Besonderheiten und Governance-Ansatz

Eine besondere Rolle spielt Industrivarden im schwedischen Modell des aktiven Eigentums, in dem große Einzelaktionäre traditionell bedeutenden Einfluss auf die strategische Ausrichtung börsennotierter Unternehmen ausüben. Die Gesellschaft ist regelmäßig in Nominierungsausschüssen und Aufsichtsgremien ihrer Beteiligungen vertreten und agiert als Treiber für professionelle Boards und nachvollziehbare Vergütungssysteme. Der Governance-Ansatz ist stark kodifiziert und umfasst Richtlinien zur Stimmrechtsausübung, Kriterien für Vorstandsbesetzungen und Erwartungen hinsichtlich Nachhaltigkeitsberichterstattung. Industrivarden kommuniziert seine Eigentümerpositionen und Governance-Prinzipien vergleichsweise transparent gegenüber Anlegern. Diese klaren Strukturen, die Fokussierung auf hochwertige Large Caps und der fortlaufende Dialog mit anderen institutionellen Eigentümern sind charakteristische Merkmale der Gesellschaft und prägen ihre Wahrnehmung als verlässlicher, aber zugleich anspruchsvoller Langfristinvestor.

Chancen für konservative Anleger

Aus Sicht defensiv orientierter Investoren bietet Industrivarden mehrere potenzielle Chancen. Erstens ermöglicht die Aktie einen indirekten Zugang zu einem kuratierten Portfolio etablierter nordischer Blue Chips, die sich durch widerstandsfähige Geschäftsmodelle, solide Bilanzen und oftmals starke Marktpositionen auszeichnen. Zweitens kann die Rolle als aktiver Ankerinvestor dazu beitragen, strategische Fehlentwicklungen in den Portfoliounternehmen frühzeitig zu adressieren und eine disziplinierte Kapitalallokation zu fördern. Drittens eröffnet das Holding-Modell die Möglichkeit, Bewertungsanomalien zu nutzen, etwa wenn der Börsenwert der Investmentgesellschaft unter ihrem bereinigten Nettovermögenswert notiert. Hinzu kommt, dass der nordische Kapitalmarkt für seine verlässliche Corporate Governance, transparente Berichterstattung und rechtliche Stabilität bekannt ist, was für sicherheitsorientierte Anleger einen zusätzlichen Attraktivitätsfaktor darstellt.

Risiken und zentrale Unsicherheiten

Trotz der defensiven Ausrichtung ist ein Engagement in Industrivarden mit spezifischen Risiken verbunden. Das konzentrierte Portfolio führt zu höherer Abhängigkeit von der Entwicklung einzelner Großbeteiligungen und den jeweiligen Managemententscheidungen. Sektorale Schwerpunkte im Industrie- und Exportbereich bedingen eine erhöhte Sensitivität gegenüber globalen Konjunkturzyklen, Wechselkursbewegungen und Rohstoffpreisschwankungen. Zudem existiert ein strukturelles Haltegesellschaftsrisiko: Der Markt kann dauerhaft einen Abschlag auf den inneren Wert der Beteiligungen einpreisen, insbesondere wenn Transparenz, Kapitaldisziplin oder Governance nicht den Erwartungen der Investoren entsprechen. Ein weiterer Risikofaktor liegt im regulatorischen und politischen Umfeld, etwa bei veränderten Rahmenbedingungen für Corporate Governance, Dividendenbesteuerung oder nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten. Konservative Anleger sollten diese Unsicherheiten in eine umfassende Risiko-Rendite-Abwägung einbeziehen und Industrivarden eher als Baustein in einem breiter diversifizierten Portfolio betrachten, nicht als alleinige Kernposition.
Stand: April 2026
Hinweis

Industrivarden Prognose 2026: Einstufung & Empfehlung von Analysten

Industrivarden Kursziel 2026

  • Die Industrivarden Kurs Performance für 2026 liegt bei +17,44%.

Stammdaten

Marktkapitalisierung 9,08 Mrd. €
Aktienanzahl 238,38 Mio.
Streubesitz 23,43%
Währung EUR
Land Schweden
Sektor Finanzen
Branche Kapitalmärkte
Aktientyp Stammaktie

Aktionärsstruktur

+76,57% Weitere
+23,43% Streubesitz

Community-Beiträge zu Industrivarden

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MrTrillion3
SE0000190126 - Industrivärden AB
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MrTrillion3
SE0000190126 - Industrivärden AB

Industrivärden AB ist kein Industrieunternehmen im operativen Sinn, sondern eine schwedische Beteiligungsgesellschaft. Das „Sortiment“ besteht also nicht aus eigenen Produkten, sondern aus großen, börsennotierten schwedischen Qualitätsbeteiligungen, bei denen Industrivärden als langfristiger aktiver Eigentümer Einfluss nimmt. Per Ende 2025 bestand das Portfolio aus acht Kernbeteiligungen: Volvo, Sandvik, Handelsbanken, Essity, SCA, Skanska, Ericsson und Alleima. Damit bekommt der Aktionär indirekt Zugang zu Nutzfahrzeugen und Baumaschinen, Industrieausrüstung, Bankgeschäft, Hygiene- und Gesundheitsprodukten, Forstwirtschaft, Bau/Infrastruktur, Telekommunikationsausrüstung und Spezialstählen beziehungsweise Werkstoffen. Industrivärden selbst beschäftigt nur rund 15 Personen; das Unternehmen ist eher eine kapitalallokierende Eigentümerplattform als ein klassischer Konzern mit eigenen Fabriken.

Die Aktie ist in zwei Klassen notiert. Die A-Aktie läuft unter ISIN SE0000190126, WKN 886939, Ticker INDU A an der Nasdaq Stockholm. Die C-Aktie läuft unter ISIN SE0000107203, WKN 877360, Ticker INDU C. Die wirtschaftlichen Rechte sind im Kern vergleichbar, die Stimmrechte unterscheiden sich; die A-Aktie trägt mehr Stimmgewicht, die C-Aktie ist meist liquider und für Privatanleger oft die naheliegendere Börsenvariante. Für die C-Aktie wurde am 23.04.2026 ein Schlusskurs von 488,00 SEK ausgewiesen. Für die A-Aktie lagen Marktangaben am selben Tag im Bereich um 491 SEK; MarketScreener zeigte für INDU A am 23.04.2026 490,90 SEK beziehungsweise eine letzte Schlusskursangabe von 496,20 SEK, während FT Markets 491,40 SEK auswies. Das ist eine kleine Datenabweichung zwischen Anbietern, keine fundamentale Differenz. (StockAnalysis)

Historisch ist Industrivärden eng mit dem schwedischen Finanz- und Industriekapitalismus verbunden. Das Unternehmen wurde 1944 von Handelsbanken gegründet, um Beteiligungen zu verwalten, die die Bank während der Krisen der 1920er- und 1930er-Jahre übernommen hatte. In den 1970er-Jahren wurde die Investmentstrategie klarer strukturiert, unter anderem mit dem Aufbau einer Beteiligung an Handelsbanken. In den 1980er-Jahren entwickelte Industrivärden stärker das Modell des aktiven Eigentümers. Später wurde das Portfolio fokussierter; heute ist Industrivärden im Kern ein konzentrierter Eigentümerblock in einigen der wichtigsten schwedischen Großunternehmen.

Die Eigentümerstruktur ist einer der wichtigsten Punkte bei Industrivärden. Das Unternehmen ist nicht familiengeführt im operativen Sinn wie ein klassisches Familienunternehmen, steht aber stark unter dem Einfluss der Lundberg-Sphäre. Per 31.03.2026 hielt L E Lundbergföretagen 21,8 % des Kapitals und 26,5 % der Stimmen an Industrivärden. Fredrik Lundberg inklusive Gesellschaften hielt zusätzlich 3,8 % des Kapitals und 1,6 % der Stimmen. Zusammen kommt die Lundberg-Seite damit auf rund 25,6 % des Kapitals und 28,1 % der Stimmen. Weitere größere Eigentümer sind unter anderem Spiltan Funds, die Wallander-/Hedelius-Stiftung, BlackRock, Vanguard und die SCA Pension Foundation. Industrivärden hatte zu diesem Zeitpunkt rund 196.000 Aktionäre, der Auslandsanteil lag bei etwa 24 %. (industrivarden.se)

Der Familienbezug liegt vor allem über Lundbergföretagen. Dort kontrollieren Fredrik Lundberg und seine Frau direkt und indirekt 70,63 % der Stimmrechte und 40,87 % des Kapitals; Louise Lindh und Katarina Martinson halten jeweils 11,39 % der Stimmen und 14,79 % des Kapitals. Damit ist Industrivärden faktisch stark von einer langfristig orientierten Eigentümerfamilie geprägt, auch wenn Industrivärden selbst formal eine börsennotierte Beteiligungsgesellschaft mit breiter Aktionärsbasis ist. Das ist für Aktionäre eher Stärke als Schwäche, solange Kapitaldisziplin und Governance stimmen: Es reduziert kurzfristigen Aktivismus, kann aber auch bedeuten, dass strategische Änderungen nur langsam kommen. (lundbergforetagen.se)

Fundamental ist Industrivärden sehr solide. Ende 2025 betrug der Marktwert des Aktienportfolios 197,473 Mrd. SEK, der Nettoinventarwert 191,553 Mrd. SEK beziehungsweise 444 SEK je Aktie. Die Nettoverschuldung lag bei 5,920 Mrd. SEK, die Verschuldungsquote gemessen am Aktienportfolio nur bei 3 %, die Eigenkapitalquote bei 96 %. Die Verwaltungskosten lagen 2025 bei lediglich 0,06 % des Portfoliowerts. Das ist extrem niedrig und einer der großen Vorteile gegenüber vielen aktiv gemanagten Fonds oder teureren Beteiligungsvehikeln. (industrivarden.se)

Im ersten Quartal 2026 stieg der Nettoinventarwert weiter. Zum 31.03.2026 meldete Industrivärden einen NAV von 204,1 Mrd. SEK beziehungsweise 472 SEK je Aktie. Der NAV legte im Quartal um 7 % oder 29 SEK je Aktie zu. Die Total Return Performance der A- und C-Aktien betrug im selben Zeitraum jeweils 12 %, während der schwedische SIXRX-Gesamtrenditeindex bei –1 % lag. Gleichzeitig kaufte Industrivärden weitere Aktien für 0,9 Mrd. SEK, vor allem Essity, SCA und Alleima. (industrivarden.se)

Auf Basis des offiziellen NAV vom 31.03.2026 und des C-Aktienkurses von 488,00 SEK am 23.04.2026 handelte die C-Aktie rechnerisch etwa 3,4 % über dem zuletzt offiziell veröffentlichten NAV. Das ist keine exakte Prämie zum NAV am 23.04.2026, weil sich die börsennotierten Beteiligungen zwischen dem 31.03. und 23.04. natürlich bewegt haben. Ein offizieller taggenauer NAV für den 23.04.2026 liegt mir nicht vor. Gesichert ist nur: Industrivärden war Ende März mit 472 SEK NAV je Aktie bewertet, und die C-Aktie stand am 23.04. bei 488 SEK. Damit war die Aktie zu diesem Zeitpunkt nicht mehr offensichtlich billig gegenüber dem zuletzt veröffentlichten Substanzwert. (industrivarden.se)

Die Portfolioqualität ist hoch, aber nicht risikolos. Volvo und Sandvik sind zyklische Industriegewichte; Handelsbanken bringt Zins-, Kredit- und Immobilienmarkt-Sensitivität; Essity und SCA liefern defensivere Cashflows, sind aber ebenfalls rohstoff-, währungs- und konjunkturabhängig; Ericsson bleibt technologisch und margenseitig anspruchsvoll; Skanska hängt an Bau- und Infrastrukturzyklen; Alleima ist kleiner, aber industriell spezialisiert. Ende 2025 machten Volvo und Sandvik jeweils rund 29 % des Portfoliowerts aus, Handelsbanken 16 %, Essity 11 %, SCA 5 %, Skanska 4 %, Ericsson 4 % und Alleima 2 %. Das ist konzentriert. Wer Industrivärden kauft, kauft keine breite Weltaktie, sondern eine schwedisch geprägte Industrie- und Finanzholding mit wenigen großen Wetten.

Die langfristige Wertentwicklung ist überzeugend. Industrivärden weist für den Zeitraum 2018 bis 2025 eine durchschnittliche jährliche operative Gewinnwachstumsrate der kapitalgewichteten Portfoliounternehmen von 8,4 % aus, gegenüber etwa 7,1 % für große Unternehmen an der Stockholmer Börse. Die kapitalgewichtete Dividendenrendite der Portfoliounternehmen lag Ende 2025 bei 4,8 %, gegenüber etwa 2,0 % bei schwedischen Large Caps. Über zehn Jahre stieg der NAV je Aktie von 191 SEK Ende 2016 auf 444 SEK Ende 2025. Das ist kein Zufall, sondern Ergebnis einer Kombination aus guten Beteiligungen, niedriger Verschuldung, geringen Kosten und laufender Reinvestition.

Die Dividende ist solide, aber Industrivärden ist keine Hochdividendenaktie. Für das Geschäftsjahr 2025 beschloss die Hauptversammlung am 13.04.2026 eine Dividende von 8,75 SEK je Aktie; Stichtag war der 15.04.2026. Gegenüber 8,25 SEK im Vorjahr entsprach das einem Anstieg von gut 6 %. Bezogen auf den C-Aktienkurs von 488,00 SEK am 23.04.2026 lag die Dividendenrendite nur bei etwa 1,8 %. Das ist akzeptabel, aber der Anlagefall beruht eher auf NAV-Wachstum und langfristiger Wertsteigerung als auf laufender Ausschüttung. (attachment.news.eu.nasdaq.com)

Bei den Kurszielen ist das Bild nüchtern. Für Industrivärden C meldete Investing.com im April 2026 auf Basis weniger Analysten ein durchschnittliches 12-Monats-Kursziel von 475 SEK und ein neutrales Rating. MarketScreener zeigte für Industrivärden A eine durchschnittliche Zielgröße von 459 SEK und nannte zugleich einzelne jüngere Analystenziele: Handelsbanken 545 SEK mit Kaufempfehlung, Pareto 472 SEK mit Halten, DNB Carnegie 485 SEK mit Halten und SEB 480 SEK mit Halten. Daraus ergibt sich kein klares Analysten-Votum für einen starken kurzfristigen Kauf. Die Spanne reicht grob von „fair bewertet“ bis „noch etwas Potenzial“, je nach Analyst und Aktienklasse. (Investing.com)

Meine Einschätzung: Industrivärden ist qualitativ ein sehr gutes, konservativ finanziertes schwedisches Investmentvehikel. Die Bilanz ist stark, die Kostenquote niedrig, die Eigentümerstruktur langfristig, die Beteiligungen sind überwiegend Marktführer oder zumindest bedeutende Akteure. Für einen Anleger, der Schweden, Industrie, Infrastruktur, Banken, Hygiene/Forst und Telekomzulieferung in einem einzigen Papier bündeln will, ist Industrivärden eine saubere Lösung. Der größte Vorteil gegenüber einem normalen Fonds ist die Kombination aus niedrigen Kosten, konzentriertem Eigentümerengagement und langfristiger Kapitalallokation.

Der Haken ist die Bewertung zum Stichtag. Bei Kursen um 488 bis 491 SEK lag die Aktie nicht mit einem komfortablen Abschlag auf den zuletzt bekannten NAV von 472 SEK, sondern eher leicht darüber. Bei Investmentgesellschaften ist ein Kauf besonders attraktiv, wenn man Qualität mit Abschlag bekommt. Genau das war am 23.04.2026 nicht eindeutig der Fall. Wer schon investiert ist, hat aus meiner Sicht keinen offensichtlichen Grund, wegen der Fundamentaldaten zu verkaufen. Wer neu einsteigen will, sollte aber wissen: Man kauft hier Qualität, nicht Schnäppchenbewertung.

Für die nächsten fünf bis fünfzehn Jahre sind die Aussichten ordentlich bis gut, aber stark vom schwedischen und globalen Investitionszyklus abhängig. Positiv wirken langfristig Automatisierung, Elektrifizierung, Infrastrukturbedarf, Verteidigung industrieller Lieferketten, Effizienzsteigerungen, globale Nutzfahrzeugnachfrage, Forst- und Hygieneprodukte sowie solide Bankmargen in Nordeuropa. Negativ wirken mögliche Rezessionen, hohe Zinsen, Bau- und Immobilienkrisen in Skandinavien, schwächere Industrienachfrage, Währungsbewegungen und Technologieschwäche bei Ericsson. Industrivärden wird in einer schweren globalen Rezession nicht defensiv wie ein reiner Basiskonsumwert laufen; dafür ist das Portfolio zu zyklisch. Es ist aber defensiver als ein einzelner Industriewert, weil die Holding breit über mehrere Branchen und Cashflow-Quellen gestreut ist.

Über 5 Jahre halte ich eine Fortsetzung moderaten NAV-Wachstums für plausibel, sofern Volvo, Sandvik, Handelsbanken und Essity operativ liefern. Über 10 bis 15 Jahre spricht viel dafür, dass Industrivärden weiterhin ein zuverlässiger Compounder bleibt, aber vermutlich ohne spektakuläre Überrendite, wenn man zu einem Aufschlag auf den NAV kauft. Der Anlagefall ist nicht „schnell reich“, sondern „langfristig an schwedischer Industrie- und Eigentümerkultur beteiligt sein“. Am attraktivsten wäre die Aktie aus meiner Sicht bei einem spürbaren NAV-Abschlag. Bei Kursen um oder über Substanzwert ist sie eher eine Halteposition beziehungsweise ein geduldiger Qualitätskauf für Anleger, die genau diese Struktur wollen.

Unterm Strich: Industrivärden ist ein starkes, seriöses Beteiligungsunternehmen mit guter Historie, starker Bilanz, niedrigen Kosten und einem glaubwürdigen langfristigen Eigentümeranker durch die Lundberg-Sphäre. Die Aktie ist qualitativ gut, aber zum Stand 23.04.2026 nicht offensichtlich günstig. Für langfristige Anleger bleibt sie interessant; für einen Neueinstieg wäre ein Kursrückgang oder ein wieder klarer Abschlag auf den Nettoinventarwert wünschenswert.

Autor: ChatGPT

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Häufig gestellte Fragen zur Industrivarden Aktie und zum Industrivarden Kurs

Der aktuelle Kurs der Industrivarden Aktie liegt bei 44,98 €.

Für 1.000€ kann man sich 22,23 Industrivarden Aktien kaufen.

Das Tickersymbol der Industrivarden Aktie lautet IDTVF.

Die 1 Monats-Performance der Industrivarden Aktie beträgt aktuell 5,93%.

Die 1 Jahres-Performance der Industrivarden Aktie beträgt aktuell 48,65%.

Der Aktienkurs der Industrivarden Aktie liegt aktuell bei 44,98 EUR. In den letzten 30 Tagen hat die Aktie eine Performance von 5,93% erzielt.
Auf 3 Monate gesehen weist die Aktie von Industrivarden eine Wertentwicklung von 10,03% aus und über 6 Monate sind es 23,50%.

Das 52-Wochen-Hoch der Industrivarden Aktie liegt bei 48,02 €.

Das 52-Wochen-Tief der Industrivarden Aktie liegt bei 29,94 €.

Das Allzeithoch von Industrivarden liegt bei 48,02 €.

Das Allzeittief von Industrivarden liegt bei 19,86 €.

Die Volatilität der Industrivarden Aktie liegt derzeit bei 23,87%. Diese Kennzahl zeigt, wie stark der Kurs von Industrivarden in letzter Zeit schwankte.

Die Marktkapitalisierung beträgt 9,08 Mrd. €

Insgesamt sind 431,8 Mio Industrivarden Aktien im Umlauf.

Am 25.04.2007 gab es einen Split im Verhältnis 1:2.

Am 25.04.2007 gab es einen Split im Verhältnis 1:2.

Industrivarden hat seinen Hauptsitz in Schweden.

Industrivarden gehört zum Sektor Kapitalmärkte.

Der Jahresumsatz des Geschäftsjahres 2024 von Industrivarden betrug 12,92 Mrd SEK.

Ja, Industrivarden zahlt Dividenden. Zuletzt wurde am 14.04.2026 eine Dividende in Höhe von 8,75 SEK (0,81 €) gezahlt.

Zuletzt hat Industrivarden am 14.04.2026 eine Dividende in Höhe von 8,75 SEK (0,81 €) gezahlt.
Dies entspricht einer Dividendenrendite von 0,00%. Die Dividende wird jährlich gezahlt.

Die letzte Dividende von Industrivarden wurde am 14.04.2026 in Höhe von 8,75 SEK (0,81 €) je Aktie ausgeschüttet.
Das ergibt, basierend auf dem aktuellen Kurs, eine Dividendenrendite von 0,00%.

Die Dividende wird jährlich gezahlt.

Der letzte Zahltag der Dividende war am 14.04.2026. Es wurde eine Dividende in Höhe von 8,75 SEK (0,81 €) gezahlt.

Um eine Dividende ausgezahlt zu bekommen, muss man die Aktie am Ex-Tag (Ex-Date) im Depot haben.