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WDH/ROUNDUP 4: Iran-Krieg lässt Spritpreise immer weiter steigen

(Vorname von ADAC-Kraftstoffmarktexperte Laberer ergänzt im 3. Absatz)

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Die Skyline von Teheran der Hauptstadt und größten Stadt des Iran, das sowohl ein politisches als auch kulturelles Zentrum des Landes darstellt.
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MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Iran-Krieg macht Sprit und Heizöl teurer. Am Montag stiegen die Preise an den Tankstellen kräftig, nachdem sie bereits übers Wochenende leicht zugelegt hatten, wie der ADAC mitteilt. Am Nachmittag war Superbenzin der Sorte E10 um 7,3 Cent teurer als zum gleichen Zeitpunkt am Freitag, dem letzten Tag vor der Eskalation. Bei Diesel waren es sogar 8,1 Cent.

Schon am Sonntag hatten die Kraftstoffe im bundesweiten Tagesdurchschnitt die höchsten Werte seit dem Frühjahr 2024 erreicht. Übers Wochenende war der Anstieg aber mit 1,6 Cent bei E10 und 1,3 Cent bei Diesel noch zurückhaltend ausgefallen. Am Montag nahm er dann allerdings immer mehr Fahrt auf. Bei Diesel könnte dadurch der höchste Tagesdurchschnittspreis seit 2023 erreicht werden.

Es könnte weiter nach oben gehen

Und es könnte noch weiter nach oben gehen: "Sollte der Ölpreis nicht bald wieder nachgeben, kann der Aufwärtstrend auch über die nächsten Tage anhalten", sagt ADAC-Kraftstoffmarktexperte Christian Laberer. Mittelfristig gebe es aber - sofern sich die Lage am Golf wieder beruhigen sollte - Hoffnung auf gemäßigtere Preise, da die Opec+ angekündigt hat, die Fördermengen zu erhöhen. Schnelle Besserung ist aber nicht in Sicht: "Während steigende Ölpreise meist sehr schnell an den Zapfsäulen ankommen, dauert es bei sinkenden Preisen oft länger", sagt der Experte. Experten sprechen hier auch vom Rakete-und-Feder-Effekt.

Kritik am schnellen Anstieg kam auch aus der SPD: "Was wir an vielen Tanksäulen in unserem Land erleben, ist schlicht und ergreifend Abzocke!", sagte der Sprecher der realpolitisch orientierten SPD-Seeheimer, Esra Limbacher. Benzin und Diesel, die jetzt verkauft würden, seien überwiegend zu deutlich niedrigeren Rohölpreisen eingekauft worden." Es sei "inakzeptabel, wenn geopolitische Unsicherheiten als Vorwand für überzogene Margen genutzt werden." Wer steigende Weltmarktpreise sofort weitergebe, müsse das auch mit sinkenden Preisen tun.

Der für die Raffinerien und Markentankstellen zuständige Wirtschaftsverband Fuels und Energie betonte, "auch in der aktuellen Situation herrscht harter Preiswettbewerb an den deutschen Tankstellen". Die weitere Preisentwicklung hänge vor allem vom Fortgang der geopolitischen Ereignisse ab. Die Märkte in Deutschland für Benzin, Diesel und weitere Produkte wie Heizöl und Flugkraftstoff seien weiter intakt: "Die Versorgung Deutschlands ist gesichert, da wir Rohöl aus rund 30 Ländern beziehen. Hauptlieferländer sind Norwegen, die USA, Libyen, Kasachstan und Großbritannien."

Heizölpreis steigt schneller

Beim Heizöl ist der aktuelle Ausschlag deutlich stärker. Das Internetportal Heizoel24 gab den Preis am Montagvormittag zwischenzeitlich mit mehr 120 Euro pro 100 Litern an, später sank dieser Wert auf rund 118 Euro. Noch am Freitag hatten die Preise aber deutlich unter 100 Euro gelegen. Parallel zum Anstieg verzeichnete die Seite eine hohe Nachfrage.

Dass der Anstieg beim Sprit im Verhältnis geringer ausfiel, könnte laut Laberer auch daran gelegen habe, dass insbesondere Diesel in den letzten Wochen seiner Ansicht nach im Vergleich zum Ölpreis zu teuer war. "Dadurch fiel die aktuelle Erhöhung vielleicht etwas geringer aus."

Wer aktuell beim Tanken sparen will, dem rät Laberer weiterhin zu den Abendstunden - dann ist Sprit in der Regel günstiger als am Morgen. Zudem lohne es sich jetzt erst recht, zu vergleichen, betont er. "Gerade in volatilen Zeiten können die Preisunterschiede zwischen einzelnen Tankstellen besonders hoch ausfallen."

Es kommt aufs Rohöl an

Der Ölpreis ist - in Kombination mit dem Dollarkurs - typischerweise der wichtigste Treiber für Veränderungen beim Sprit und Heizöl. Die Eskalation des Konflikts treibt den Ölpreis unter anderem auch deswegen, weil der Iran den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus eingeschränkt hat. Rund ein Fünftel der globalen Öltransporte passiert täglich die Meerenge in der ölreichen Region am Persischen Golf. Jede Störung kann die Energiepreise steigen lassen und die internationalen Märkte verunsichern./ruc/DP/nas

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