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Vonovia-Aktie: So steht es jetzt um ihre Erholungschancen!

Die stark gestiegenen Anleiherenditen haben das Papier von Vonovia unter Druck gesetzt. Besteht die Chance auf eine Trendwende oder halten die Kursverluste an?
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Ein Energiezentrum des Immobilienkonzerns Vonovia.
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Vonovia-Absturz weckt Begehrlichkeiten

Immobilienaktien sind nach dem Jahreswechsel schwungvoll gestartet. Günstige Bewertungen, überdurchschnittlich hohe Dividendenrenditen und die Aussichten auf weitere Zinssenkungen sowohl durch die EZB als auch die Fed lockten Anlegerinnen und Anleger in die als defensiv geltende Branche.

Werte wie Vonovia, Europas größtem Privatvermieter, waren außerdem als Absicherung gegen ein mögliches Platzen der Spekulations- und Investitionsblase im KI-Bereich gefragt. Zeitweise brachten es die Anteile auf ein Plus von mehr als 20 Prozent. Damit schien eine Trendwende der Aktie endlich gelungen, nachdem Vonovia (Vonovia Aktie) seit Mitte 2024 überwiegend mit Verlusten gehandelt hatte.

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Passende Knock-Outs

Strategie Hebel
Steigender Kurs
Call
5
10
20
Fallender Kurs
Put
5
10
20
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen finden Sie jeweils hier: DE000NG67J57 , DE000NB562W6 , DE000NB58QG7 , DE000NB24PX6 , DE000NB5UHQ9 , DE000NB5WWE0 . Bitte informieren Sie sich vor Erwerb ausführlich über Funktionsweise und Risiken der Produkte. Bitte beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung.

Auch die Immobilienbranche ist ein Verlierer des Iran-Krieges

Doch der Iran-Krieg und mit ihm die explodierenden Energiepreise sorgten für neuen Gegenwind. Urplötzlich schossen die Inflationserwartungen und damit auch die Anleiherenditen in die Höhe. Das ist für die als zinssensitiv geltende Branche schlecht und führte zu einem Ausverkauf der Aktie. Dieser wurde durch die Vorstellung des Jahresberichts für 2025 und dem mittelfristigen Ausblick noch beschleunigt.

Dadurch stürzte Vonovia auf den niedrigsten Stand seit rund zweieinhalb Jahren ab. Üblicherweise wecken solche scharfen Korrekturen die Begehrlichkeiten von Anlegerinnen und Anlegern, zumal deshalb auch eine äußerst attraktive Bewertung mit einer Dividendenrendite von 5,8 Prozent winken. Doch wie steht es aktuell wirklich um die Erholungschancen der Anteile?

Vonovia könnte noch viel tiefer fallen ...

Aus charttechnischer Perspektive gibt es zunächst wenig Positives zu berichten. Mehrjahrestiefs gelten als Verkaufssignale und sprechen häufig für weitere Kursverluste. Genau das muss angesichts der schwachen technischen Indikation, die trotz der Bodenbildung im Relative-Stärke-Index (RSI) noch ohne bullishe Divergenzen auskommt, befürchtet werden. Die nächste Horizontalunterstützung der Aktie liegt bei rund 20 Euro, eine noch tiefer gelegene Support-Zone befindet sich zwischen 17,00 und 17,50 Euro.

Mit einem Absturz in diesen Preisbereich müsste gerechnet werden, wenn die Anleiherenditen weiter infolge steigender Inflationserwartungen anziehen. Damit ist mit der Dauer des Iran-Krieges beziehungsweise den Preisen für Öl und Gas ein erster Risikofaktor über die charttechnische Schwäche hinaus identifiziert.

... doch kurzfristig besteht Erholungspotenzial

Kurzfristig könnte es trotz oder gerade wegen der ausgeprägten technischen Schwäche zu einem Rebound kommen. Vonovia hat auf der Unterkante des mehrjährigen Abwärtstrendkanals aufgesetzt und von hier aus einen Rebound gestartet. Im Trendstärkeindikator MACD ist es außerdem zum Überwinden der Signallinie gekommen. Das genügt nach starken Korrekturphasen häufig schon für eine Gegenbewegung, selbst wenn der MACD noch unter der Nulllinie liegt und damit einen Abwärtstrend anzeigt.

Erholungspotenzial bietet Vonovia aktuell bis in den Bereich zwischen 24 und 25 Euro, wo neben horizontalen Widerständen auch die Abwärtstrendoberkante sowie die 50-Tage-Linie liegen. Klare prozyklische Kaufsignale würden sich dagegen erst oberhalb der 200-Tage-Linie ergeben, welche derzeit bei 26,28 Euro notiert. Eine übergeordnete Trendwende ist daher selbst bei einem kurzfristigen Rebound noch in weiter Ferne.

Günstige Bewertung, zuversichtliche Experten

Aus fundamentaler Perspektive liegt für 2026 ein KGVe von 7,1 vor. Dieses soll im darauffolgenden Jahr auf 6,2 herabsinken. In den vergangenen Jahren lag der Durchschnitt bei 10,4. Das deutet auf eine Unterbewertung der Anteile hin.

Beim Verhältnis von Unternehmenswert zum operativen Ertrag (EV/EBITDA) liegt mit 19,8 aber ein Aufschlag gegenüber dem Branchendurchschnitt von 16,5 vor. Das kann aber ein Stück weit durch die über dem Mittelwert der Vergleichsgruppe liegende Dividendenrendite ausgeglichen werden. Während es bei Vonovia 5,8 Prozent gibt, schütten Mitbewerber im Mittel "nur" 4,9 Prozent aus.

Von Analystinnen und Analysten, die nach dem jüngsten Kurseinbruch mehrheitlich zum Kauf der Aktie raten, wird der faire Wert von Vonovia auf 33,84 Euro veranschlagt. Das impliziert gegenüber dem Kurs vom Donnerstagnachmittag eine Upside von 52 Prozent.

Fazit: Watchliste ja, Kaufzettel nein!

Eine Erholung in dieser Größenordnung und damit auch eine übergeordnete Trendwende setzt allerdings voraus, dass die Unternehmensstrategie, die Verschuldung durch die Veräußerung von Non-Core-Assets zu reduzieren, aufgeht.

Dieser Maßnahme kommt im Umfeld stark gestiegener Realzinsen umso größere Bedeutung zu. Gleichzeitig hatte das Management jedoch auch Investitionen und ein Wachstum der Geschäfte in Aussicht gestellt. Wie das alles gleichzeitig gelingen soll, ist fraglich. Das zweite große, mit der Aktie verbundene Risiko ist daher das Ausführungsrisiko.

Im für Immobilienaktien verschlechterten Marktumfeld sollten Anlegerinnen und Anleger die Vonovia-Aktie zwar auf die Watchliste setzen, aber noch nicht kaufen, da die Risiken zu groß sind, um die Aufwärtschancen zu rechtfertigen. Wer schon jetzt bei einem ausschüttungsstarken Immobilienwert zuschlagen will, sollte das lieber bei Realty Income tun.

Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross


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