- Experten befürchten Anstieg der Vogelgrippefälle.
- Seit Oktober gibt es über 200 Ausbrüche in Deutschland.
- Bei Wildvögeln wurden 2.500 positive Tests registriert.
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"Die Behörden schauen mit Bangen auf den Frühjahrszug der Vögel und die Aufhebung der Wiederbesetzungssperren." Vor allem in bestimmten Regionen Niedersachsens seien Geflügelbetriebe nicht mit neuen Küken besetzt worden, nachdem ganze Bestände nach Vogelgrippe-Nachweisen getötet worden waren. Dadurch werde die Dichte der Bestände vor allem in Gebieten mit sehr vielen Haltungen gesenkt. Ab Februar, März würden diese Sperren aufgehoben, Wiederbelegungen durchgeführt und damit die Populationsdichte wieder steigen. "So dass dann auch parallel dazu wieder mehr Ausbrüche befürchtet werden", erklärte Harder, der das Nationale Referenzlabor für Aviäre Influenza am FLI leitet.
Experte: So viele Nachweise bei Wildvögeln wie nie zuvor
Seit Anfang Oktober verzeichnet das FLI in Haltungen laut Harder mehr als 200 Ausbrüche der Vogelgrippe, auch Geflügelpest genannt. "Die Mehrzahl davon stammen aus dem November und Dezember letzten Jahres." Weiterhin gebe es aber drei bis fünf Ausbrüche pro Woche. Das Geschehen konzentriere sich aktuell eher auf Deutschland nördlich des Mains. Insgesamt seien etwa drei Millionen gehaltene Tiere gekeult worden, 1,8 Millionen davon allein in Niedersachsen. Deutschlandweit seien das sehr hohe Zahlen, die aber auch schon in vorigen Seuchenzügen erreicht worden seien.
Anders sehe es bei den Wildvögeln aus. "Wir haben seit erstem Oktober ungefähr zweieinhalbtausend positiv getestete Wildvögel. So viele haben wir vorher noch nie gehabt." Dabei sei die Dunkelziffer infizierter Vögel und auch verendeter Vögel wesentlich höher. "Von 100 verendeten Kranichen beprobt man vielleicht drei, vier, fünf." Allein die Zahl der in Deutschland verendeten Kraniche belaufe sich auf schätzungsweise knapp 20.000 Tiere. Ein derartiges Infektionsgeschehen bei Kranichen habe es hierzulande zuvor nicht gegeben. Zuletzt seien wieder verstärkt andere Arten betroffen, etwa Gänse, Greifvögel oder Schwäne. "Weiterhin gibt es regelmäßig Nachweise bei Wildvögeln eigentlich über das gesamte Bundesgebiet verteilt."
Zuletzt hatte der erste Vogelgrippe-Nachweis bei einer Kuh außerhalb der USA Aufsehen erregt. In der Milch eines Tieres in den Niederlanden waren Antikörper gegen den Erreger H5N1 gefunden worden, wie aus einem Schreiben der niederländischen Agrarministerin an das Parlament hervorgeht. Das Risiko schätzt das FLI nach eigenen Angaben trotz des neuen Falls für hiesige Wiederkäuer weiter als sehr gering ein - "solange es bei einem Einzelfall bleibt und weitere Untersuchungsergebnisse keine Hinweise auf eine weitere Viruszirkulation bei Rindern liefern", hatte eine Sprecherin geschrieben./chh/DP/zb
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