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USD: Die sicherste Option ist Seitwärtshandel

Im Moment gibt es einfach zu viele offen Fragen, um einen guten Grund zu haben, den Dollar stärker in die eine oder andere Richtung zu treiben. Ich fürchte, das wird die kommenden Tage so bleiben und Seitwärtshandel in EUR-USD vorherrschen.

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Thema Nummer eins, der Nahostkrieg: Waffenstillstand auf unbegrenzte Zeit verlängert, Unsicherheit darüber, ob weitere Gespräche wirklich geführt werden, unterschiedliche Aussagen der involvierten Parteien zu den möglichen Bedingungen der Gespräche. Sicher ist lediglich, dass die Straße von Hormus dicht bleibt. Da sich keine erneute Eskalation abzeichnet, die den Dollar sehr viel weiter in die Höhe treiben könnte, aber auch kein absehbares Ende des Konflikts, was wiederum zu Dollarverkäufen führen könnte, macht “Wait and See” als Haltung des Markts Sinn.

Wie ich schon vor einiger Zeit vermutete, kommt Thema Nummer zwei mittlerweile verstärkt in den Fokus: Die Zukunft der Fed. Auch hier sind viele Fragen offen. Der designierte Nachfolger von Fed-Chef Jerome Powell bemühte sich zwar, in seiner Anhörung vor dem Bankenausschuss des Senats die Unabhängigkeit der Fed zu betonen. Früher eher als Falke bekannt und als Kritiker der aufgeblähten Fed-Bilanz, deren Abbau er vorantreiben möchte, mag man ihm diese Haltung abnehmen. Gleichzeitig führt Warsh aber auch Gründe an, warum die Zinsen gesenkt werden könnten, wie Produktivitätszuwächse durch KI, die tendenziell die Inflation zukünftig drücken werden. Das wiederum mag seltsam anmuten in einer Zeit, in der die Inflation, die sowieso die letzten Monate deutlich über dem Ziel lag, aufgrund des Ölpreisschocks auch in den USA zunimmt. Eine Notiz am Rande: Bundesbankpräsident Joachim Nagel sieht mittelfristig sogar Aufwärtsrisiken für die Inflation durch KI, u.a. durch die Forderung nach höheren Einkommen oder aber durch höhere Stromnachfrage.

Und um noch mehr Fragen aufzuwerfen, ist gar nicht sicher, ob Warsh überhaupt vom Senatsausschuss gewählt wird und in drei Wochen (am 15. Mai) den Posten von Powell reibungslos übernehmen kann, da ein republikanischer Senator seine Zustimmung wegen des Strafverfahrens gegen Powell (zum Umbau des Fed-Gebäudes) noch verweigert. Powell hat schon vor einiger Zeit angedeutet, dass er länger im Amt bleiben könnte, sollte sich die Wahl von Warsh verzögern. Auch denkt er darüber nach, nach Ende seiner Amtszeit als Vorsitzender bis 2028 als Gouverneur innerhalb des Board zu verbleiben. Er könnte damit zum Unmut des US-Präsidenten die Geldpolitik weiter beeinflussen. Vielleicht erfahren wir ja auf der FOMC-Sitzung nächste Woche mehr?

Bei all diesen Unwägbarkeiten und offenen Fragen ist die sicherste Option erst einmal Seitwärtshandel, um die nächsten Entwicklungen abzuwarten. Dabei sehe ich einen kleinen Bias in Richtung festerer US-Dollar, solange keine neuen Gespräche zwischen den USA und dem Iran anberaumt sind, da die Unsicherheit über den Nahostkonflikt wieder etwas größer ist.

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