Das Vorhaben gilt als direkte Reaktion auf den Aufstieg von Stablecoins wie USDC von Circle und USDT von Tether. Die an den US-Dollar gekoppelten Kryptowährungen haben sich in den vergangenen Jahren als wichtiges Zahlungsmittel für den Krypto-Handel, grenzüberschreitende Überweisungen und zunehmend auch als Sparinstrument etabliert. Banken sehen darin die Gefahr, dass Kundengelder langfristig aus traditionellen Bankkonten in digitale Wallets abwandern könnten.
Über tokenisierte Einlagen wollen die Institute ähnliche Vorteile bieten wie Stablecoins, ohne jedoch das regulierte Bankensystem zu verlassen. Statt neue digitale Währungen auszugeben, werden bestehende Bankguthaben in Form digitaler Token auf Blockchain-Infrastruktur dargestellt. Dadurch sollen Überweisungen nahezu in Echtzeit und unabhängig von Öffnungszeiten möglich werden.
Mit dem Angebot will man Kunden eine attraktive Alternative zu Stablecoins bieten. Während der Verhandlungen zum Clarity Act äußerten US-Banken immer wieder Bedenken, dass die vergleichsweise hohen Renditen auf die dollardenominierten Kryptowährungen zu Kapitalflucht aus dem TradFi-Sektor führen könnten. Im März lieferte die US-Investmentbank Jeffries Zahlen dazu. Rund 3 bis 5 Prozent der Einlagen könnten in den nächsten fünf Jahren an Stablecoin-Anbieter verloren gehen und Einnahmen der Banken um rund 3 Prozent schmälern.
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