Trump-Zölle im Check: Wo jetzt die größten Verluste lauern

Nicolas Ebert Nicolas Ebert
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Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.

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Ehemaliger US-Präsident Donald Trump spricht mit Teilnehmern auf der von Turning Point Action veranstalteten
©Gage Skidmore CC2
Neue US-Zölle sorgen für Angst an den Märkten. Doch welche Aktien verlieren wirklich? FactSet hat frühere Handelskonflikte analysiert und zeigt, welche Branchen besonders gefährdet sind.
Für dich zusammengefasst:
Hinweis

Die Handelspolitik der USA bleibt ein Unsicherheitsfaktor für Anleger. Neue US-Zölle gegen kanadische Waren und mögliche weitere Abgaben auf Autos, Lkw und Autoteile haben FactSet dazu veranlasst, die Folgen früherer Zollmaßnahmen zu untersuchen.

Kristina Bratanova-Cvetanova, CFA und Principal Product Manager of Risk bei FactSet, analysierte mithilfe von FactSet Portfolio Analytics, wie Finanzmärkte auf vergangene Zölle reagierten. Die Auswertung zeigt: Vor allem direkt betroffene Branchen leiden, während breite Märkte zunächst oft nur begrenzt reagieren.

Bei den 2018 eingeführten US-Zöllen auf Solarenergie-Komponenten verloren chinesische Halbleiter- und Ausrüsteraktien innerhalb eines Monats rund 9 Prozent. Auch US-Branchenindizes für Halbleiter und elektrische Geräte gaben etwa 4 Prozent nach.

Nach Zöllen von mindestens 50 Prozent auf große Haushaltswaschmaschinen verloren führende Exporteure 5 bis 7 Prozent an Börsenwert. Unternehmen, die ihre Produktion in andere Länder verlagerten, konnten sich später wieder erholen.

Auch Stahl- und Aluminiumzölle belasteten bestimmte Industrien. Nach den 2018 eingeführten Abgaben von 25 Prozent auf Stahl und 10 Prozent auf Aluminium fielen weltweite Industrieindizes im ersten Monat um 5 Prozent. Später verloren kanadische Stahl- und Metallwerte 6 Prozent, europäische Stahlaktien 8 Prozent.

Deutlich stärker waren die Folgen des Handelskonflikts zwischen den USA und China. Von Januar bis Juni 2018 verlor ein US-Aktienindex 4 Prozent, während ein chinesischer Aktienindex 13 Prozent einbüßte. Der Renminbi gab gegenüber dem US-Dollar 3 Prozent nach.

FactSet warnt jedoch, dass nicht alle Marktbewegungen ausschließlich auf Zölle zurückzuführen sind. Auch andere wirtschaftliche und politische Faktoren spielten eine Rolle.

Aus den historischen Daten leitet FactSet ab: Branchen, die direkt von Zöllen betroffen sind, verlieren in den ersten Wochen häufig etwa 5 Prozent. Einzelne Unternehmen können sogar 10 bis 15 Prozent an Wert einbüßen. Breite Aktienmärkte und Währungen reagieren meist erst bei länger andauernden Konflikten.

In einem Szenario mit US-Zöllen auf mexikanische Autos und Autoteile könnte der mexikanische Autosektor um 9 Prozent fallen. Ein umfassender Handelskonflikt zwischen den USA und Kanada könnte den US-Aktienmarkt um 5 Prozent und den kanadischen Markt um 10 Prozent belasten.

Die Analyse zeigt

Entscheidend für Anleger ist nicht nur die Höhe der Zölle, sondern vor allem, welche Branchen betroffen sind und ob daraus ein längerfristiger Handelskonflikt entsteht.



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