Das niederländische Unternehmen Vion will sich aus Deutschland weitgehend zurückziehen. Die PFG will mehrere Standorte kaufen - darunter die Rinderschlachthöfe Crailsheim (Baden-Württemberg), Buchloe, Waldkraiburg (beide Bayern) und Hilden (NRW). Das Bundeskartellamt untersagte die Übernahme im Juni jedoch. Die Behörde befürchtet eine zu große Marktposition - zum Nachteil von Landwirten und anderen Wettbewerbern. Die PFG legte gegen die Entscheidung Beschwerde beim Oberlandesgericht Düsseldorf ein. Einen Termin für die mündliche Verhandlung gibt es noch nicht.
Tönnies: Noch keine Ministererlaubnis beantragt
PFG-Inhaber Tönnies sagte, dass man mit dem Kartellamt weiterhin in Kontakt sei. Einige Auflagen habe man schon angeboten im Zuge des Antrags. Dies sei aber als nicht ausreichend bewertet worden. Er sprach erneut von der Möglichkeit einer Ministererlaubnis. Damit können Übernahmen erlaubt werden, obwohl das Kartellamt dies zuvor untersagt hat.
Eine Ministererlaubnis sei noch nicht beantragt worden, sagte Tönnies. Es gebe eine vorgegebene Frist. "Da haben wir noch Zeit. Wir sind in der Abwägung, was jetzt aus den Gesprächen und aus der Diskussion mit dem Kartellamt herauskommt."
Tönnies: Westfleisch-Interesse "ein Störfeuer"
Über das vergangene Woche bekanntgewordene Interesse des Fleischkonzerns Westfleisch aus Münster an einer Übernahme der Vion-Schlachthöfe äußerte Tönnies sich verwundert. Im vergangenen Jahr habe sich der Westfleisch-Vorstandssprecher in einem Interview noch ablehnend geäußert. "Tatsache ist, es ist ein Störfeuer und dem müssen wir begegnen. Da gehen wir aber sachlich mit um. Es ist ein Wettbewerber, dem stellen wir uns. Und wir müssen das eben mit den Institutionen besprechen." Er betonte, dass zwischen Vion und der PFG ein rechtsgültiger Kaufvertrag bestehe.
Einzelheiten zu seinem Übernahmeinteresse will Westfleisch am Mittwoch auf einer Veranstaltung im Haus der bayerischen Landwirtschaft in Herrsching am Ammersee bekanntgeben./tob/DP/jha
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