Stromnetz-Sabotage: Polizei wertet Bekennerschreiben aus

dpa-AFX  | 
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Stromleitung über einem Rapsfeld (Symbolbild).
- pixabay.com

TURNOW-PREILACK (dpa-AFX) - Drei Tage nach der Sabotage am Stromnetz nahe dem Kraftwerk Jänschwalde in Südbrandenburg läuft die Prüfung des Bekennerschreibens nach Polizeiangaben auf Hochtouren. Die Ermittler nennen bisher aber keine Details. "Uns liegt ein Bekennerschreiben vor, dessen Echtheit wir prüfen", sagte eine Polizeisprecherin heute. Das Schreiben habe Bezug zu dem Angriff auf das Umspannwerk in Turnow-Preilack nahe dem Kohlekraftwerk Jänschwalde.

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Am Dienstag hatten bisher unbekannte Täter nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur mit mehr als 20 selbst gebauten Raketen leitfähiges Material in Richtung der Höchstspannungsleitungen in Turnow-Preilack gelenkt. In zwei Fällen kam es zu einem Kurzschluss. Einen Stromausfall gab es nach Angaben des Netzbetreibers aber nicht. Die Flugkörper ähneln Silvesterraketen. Die Polizei ermittelt nach der Sabotage am Stromnetz unter anderem wegen der Bildung einer terroristischen Vereinigung.

Mehrere Vorfälle auch in NRW

Mehrere Stunden später kam es zu einer Störung an einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln. Auch hier wurden in der Nähe nach Angaben der Behörden Abschussvorrichtungen und Pyrotechnik gefunden. Auch an einem Umspannwerk in Dormagen zwischen Köln und Düsseldorf fand die Polizei einen verdächtigen Gegenstand und geht von Sabotage aus. Danach prüfte die Polizei ein weiteres Umspannwerk in Weisweiler bei Aachen.

Die Polizei in Köln erklärte, den Ermittlern liege ein Bekennerschreiben vor, in dem auch andere schon öffentlich bekannte Verdachtsfälle in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg erwähnt seien. Die "taz" berichtete am Donnerstag, sie habe ein Bekennerschreiben zum Vorfall in Brandenburg erhalten, das laut Poststempel in Nordrhein-Westfalen abgeschickt worden sei. Mehrere Medien berichteten, in dem Bekennerschreiben sei als Motiv der Kampf gegen fossile Energieträger genannt. Die Polizei machte dazu keine Angaben.

Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) hatte nach den Vorfällen in Turnow-Preilack und Bergheim vermutet, dass dies Teil eines koordinierten Angriffs auf die Energieversorgung sein könne. Als Reaktion kündigte er ein neues Sicherheitszentrum im Land und beschleunigte Gesetzesvorhaben zum Schutz kritischer Infrastruktur an. Unter kritischer Infrastruktur werden zum Beispiel Energie- und Wasserversorgung, Verkehr und Telekommunikation verstanden./vr/wpi/ane/DP/stk



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