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dpa-AFX  | 
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STICHWORT: US-Interventionen in Lateinamerika

BERLIN (dpa-AFX) - Die US-Angriffe in Venezuela und die Mitteilung über die Gefangennahme des autoritären Präsidenten Nicolás Maduro sind Teil einer langen Geschichte militärischer und geheimdienstlicher Interventionen der USA in Lateinamerika.

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Seit Beginn des 20. Jahrhunderts haben die Vereinigten Staaten wiederholt in ihrem sogenannten Hinterhof in die inneren Angelegenheiten lateinamerikanischer Staaten eingegriffen, meist mit dem erklärten Ziel, US-Interessen zu schützen oder kommunistische Einflüsse einzudämmen. Diese Interventionen haben die politische Landschaft der Region nachhaltig geprägt und zu erheblichen Spannungen geführt.

In den Jahrzehnten des Kalten Krieges intensivierten sich die US-Einmischungen in Lateinamerika deutlich. Die CIA und andere US-Geheimdienste unterstützten Staatsstreiche gegen demokratisch gewählte Regierungen, die als zu links oder US-kritisch galten, wie etwa Chiles Präsident Salvador Allende, der 1973 vom Militär unter General Augusto Pinochet gestürzt wurde. Auch die argentinische Junta wurde nach ihrem Putsch 1976 von den USA unterstützt.

Bezeichnend war auch die sogenannte Operation Condor der 1970er bis 1980er Jahre. Südamerikanische Diktaturen unter anderem in Chile, Argentinien, Uruguay, Paraguay, Bolivien und Brasilien koordinierten dabei mit aktiver Unterstützung der USA die Verfolgung, Folter und Ermordung politischer Gegner, vor allem Linke, Gewerkschafter und Intellektueller über Ländergrenzen hinweg.

Eine Gefangennahme wie die von Maduro jetzt gab es auch schon auf den Tag genau vor 36 Jahren. Am 3. Januar 1990 ergab sich Panamas Machthaber Manuel Antonio Noriega amerikanischen Truppen, die das mittelamerikanische Land Ende 1989 angegriffen hatten. 1992 wurde er in den USA unter anderem wegen Drogenhandels verurteilt und saß bis zu seinem Tod 2017 hinter Gittern.

Gleichzeitig wurden autoritäre, aber US-freundliche Regime mit militärischer und wirtschaftlicher Hilfe vor allem in Mittelamerika unterstützt, wie etwa in Guatemala oder El Salvador. Die USA rechtfertigten diese Eingriffe oft mit dem Kampf gegen den Kommunismus oder der Bekämpfung des Drogenhandels./ro/DP/he

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