dpa-AFX  | 
aufrufe Aufrufe: 483

Spanien lehnt Fünf-Prozent-Ziel der Nato ab

MADRID (dpa-AFX) - Spanien sperrt sich gegen die Nato-Pläne zur Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Das habe der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez dem Generalsekretär der Nordatlantischen Allianz (Allianz Aktie), Mark Rutte, in einem Brief mitgeteilt, berichteten der staatliche TV-Sender RTVE und andere Medien, denen der Brief vorliegt. Die Regierung in Madrid bestätigte auf Anfrage diese Informationen.

play Anhören
share Teilen
feedback Feedback
copy Kopieren
newsletter
font_big Schrift vergrößern
Die Flagge Spaniens.
Quelle: - pixabay.com:

Sánchez schrieb demnach, eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf insgesamt fünf Prozent des BIP bis 2032, wie sie vorgeschlagen wird, sei für sein Land "nicht nur unvernünftig, sondern sogar kontraproduktiv". Deshalb werde man sich beim Nato-Gipfel nächste Woche in Den Haag auch "nicht auf ein bestimmtes Ausgabenziel (...) festlegen" können.

Diese Stellungnahme von Sánchez kommt nicht überraschend. Ende Mai hatte Außenminister José Manuel Albares beim Besuch seines deutschen Amtskollegen Johann Wadephul (CDU) auf der gemeinsamen Pressekonferenz betont, Spanien leiste im Verteidigungssektor so große Anstrengungen wie nie zuvor. Das bestehende Nato-Ziel von zwei Prozent BIP sei "realistisch".

In Madrid spricht man von einem "großen Fehler"

Verteidigungsministerin Margarita Robles bezeichnete die Nato-Pläne unterdessen sogar als "großen Fehler". "Wir sind der Meinung, dass der Prozess nicht darin bestehen kann, zuerst einen Prozentsatz festzulegen und anschließend die Fähigkeiten zu bestimmen, es muss umgekehrt sein."

Mit Militärausgaben von rund 1,3 Prozent des BIP gehört Spanien zu den größten Nachzüglern in der Allianz. Im April hatte die linksgerichtete Regierung aber angekündigt, schon dieses Jahr das Zwei-Prozent-Ziel erreichen zu wollen. Eigentlich war dies erst für 2029 geplant. Madrid will dafür knapp 10,5 Milliarden Euro zusätzlich ausgeben, rund 50 Prozent mehr als bisher./er/DP/stk

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.


Weitere Artikel des Autors

Themen im Trend